Ja, so ab und zu hat man da ein paar... sagen wir mal recht spezielle Persönlichkeiten und geschulte Patienten sind auch nicht jedermanns Liebling. Pankreaserkrankungen scheinen immer noch stark mit Vorurteilen belastet zu sein, auch bei mir kein Alkohol (mich kann man mit nem halben Glas Sekt einschläfern, ich vertrag das Zeug einfach nicht und hab in meinem Ganzen Leben keine 5 Liter alkoholische Getränke geschafft und wer die Berichte liegt, sieht auch, dass das Problem ganz anders lag), aber erstmal... Pankreasinsuffizienz... oh, vom Alkohol sicher? Das mit den Beidiagnosen ist auch so ein Feld, mir hat auch mal jemand ne psychiatrische Diagnose rein gedremmelt, den hab ich dann mal gefragt, welche Kriterien nach DSM bei mir erfüllt gewesen sein sollen

Um diese Diagnose zu stellen, hätte man nämlich wenigstens mit dem Patienten über persönliche Dinge sprechen müssen, was aber so ein Notaufnahmearzt ja garnicht tut und ohne bestimmte SAchen abzufragen kann theoretisch diese Diagnose garnicht gestellt werden- ich bezweifle, dass der die Diagnosekriterien überhaupt auf dem Schirm hatte, aber hauptsache mal was schreiben. Bei sämtlichen amtsärztlichen Untersuchungen ist jedenfalls kein derartiger Befund erhoben worden nach ausführlichsten Untersuchungen. Wenn du Pech hast, kriegst du das nie wieder aus den Akten raus, weil dann einer vom anderen abschreibt, ohne das je hinterfragt zu haben, ob das eigentlich alles stimmt. Ich hatte auch mal einen Bericht, da stand drin, dass ich mit meinem Untergewicht (die Daten zu Größe und Gewicht stimmten zumindest) adipös wäre

Gut, der hat sich mit seinem Bericht dann selbst disqualifiziert, aber du glaubst nicht, dass das die nächsten Ärzte davon abgehalten hat, aus diesem Bericht, in dem noch anderer Dummsinn stand, abzuschreiben. Angaben vom Vorpatienten hatte ich auch schon drin, bei Größe und Gewicht wollte das auch keiner ändern, weil es angeblich keine Rolle spielt, dummerweise muss ich mit diesen Befunden meinen Mehrbedarf für Ernährung beantragen und den bekomme ich natürlich nicht, wenn da drin steht, dass ich das Doppelte wiege

Und weil ein Arzt meine neurologischen Beschwerden ohne dass er mich richtig untersucht hätte als psychisch abtat, sind wichtige Untersuchungen nicht erfolgt, ein Bandscheibenvorfall, der auf das Rückenmark drückte, nicht erkannt und es sind bleibende Schäden zurück geblieben. Also das ist ein weites Feld und als Patient hast du immer den schwarzen Peter, wenn es um Beweise geht, denn in erster Linie zählt ja das, was in den Berichten steht, das MUSS wahr sein *hust* Auch wenn da ein unauffälliger Lungenbefund drin steht von einer Lunge, die garnicht untersucht wurde, sonst hätte man nämlich gemerkt...
Heute lass ich mir alles sofort aushändigen und ich prüfe das und lasse auch (was große Freude auslöst) korrigieren, wenn Mist drin steht. Was aber nicht heißt, dass nicht die Versionen mit dem Mist noch weiterhin im Umlauf sind. Wenn z.b. ein Bericht angefordert wird, wird noch regelmäßig der Falsche rausgegeben, denn gelöscht wird der Alte dann natürlich nicht... wird mit Aufbewahrungspflicht begründet. Solange man mitkriegt, dass dieser Bericht jetzt wieder von irgendwem angefordert wurde, gehts ja noch, dann kann man was dazu sagen und den Korrigierten nachreichen. Aber dumm wirds, wenn man davon nix weiß und die wieder alles glauben und wiederum abschreiben *seufz*
Ich verstehe, dass Berichte fehlerhaft sein können, die Ärzte müssen die oft irgendwie nebenbei, oft auch sehr müde, verfassen und manchmal kann man sich natürlich auch missverstehen. Aber wenn es schon in so kleinen Sachen keinen vernünftigen Umgang mit dem Thema Fehler gibt (die Kollegen können sich immer garnicht vorstellen, dass in einem Bericht Mist stehen kann), wie schwierig ist dann erst die Sache mit den Behandlungsfehlern? Ich mag es, wenn ein Arzt sagen kann: Tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht. Können aber die allerwenigsten.
Halt durch und sieh zu, dass du in kompetente Hände kommst jenseits persönlicher Empfindlichkeiten wegen irgendwelcher Kosten. Fieber in der Höhe macht man sich wohl auch kaum selber. Zum Glück hast du freie Krankenhauswahl und da würd ich lieber weiter weg gehen als vor Ort zu jemandem gehen, der sich nicht auskennt.
In einem muss ich allerdings veritas widersprechen: Mach es nicht dramatisch! Sei einfach ehrlich und sag es, wie es ist. Extra Dramatik kann deine Glaubwürdigkeit zu recht herabsetzen und genau das Gegenteil bewirken. Du willst doch, dass man dir glaubt. Also sei authentisch, du brauchst da keine Schippe drauf zu legen, die Fakten sollten eigentlich ausreichen.