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Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 26. August 2010, 23:38
von Reinhard
Hallo und guten Abend,
ich habe Verständnis wenn ein Arzt, der in zwei Jahren mal einen Pankreatektomierten sieht den notwendigen Wissensstand nicht hat. Er hat nun drei Möglichkeiten. Er macht sich schlau und behandelt weiter. Das passt aber in seinen Zeitplan nicht rein. Er delegiert an einen Kollegen, der sich damit auskennt, das wäre optimal oder er macht einfach weiter. Das Letztere ist natürlich unverantwortlich. Es gibt auch noch die Möglichkeit an den AdP zu verweisen,. das ist mir auch schon passiert. Eine niedergelassene Gastro-Praxis kam nicht weite und verwies an den AdP, hier an mich. Fragestellung: Fällt Ihnen noch was ein!
Und noch was ist mir aufgefallen. Die Aussage klingt etwas seltsam, finde aber keine anderen Worte. Je ranghöher der Arzt agiert, desto aufgeschlossener ist er gegenüber dem AdP. So reißen sich Chefärzte, die Pankreas behandeln oft um eine Beteiligung des AdP. Als Gegenbeispiel kenne ich eine Ärztin in einer Kurklinik, die sogar das bloße Ansprechen von Enzymen bei einem nach Whippel Operierten schon als Einmischung empfand und uns untersagte etwas "medizinische" zu äußern. (obwohl dieses nur in meiner Gegenwart von einer Ernährungsberaterin angesprochen wurde) Mein Kommentar war der, dass das ohne Enzyme in wenigen Fällen auch schon möglich war, er solle mal mit dem Arzt darüber sprechen ob er doch Kreon nehmen solle. Das wollten die Ernährungsberatung auch schon machen. Das hat riesige Wogen geschlagen an deren Ende ich dann der Dumme war.
Heute Abend hatten wir die Gründungsveranstaltung der Gruppe Hildesheim. Die beiden Chefärzte (Chirurg und Gastroenterologe) haben sich wirklich über die Gründung gefreut und sind auch dabei geblieben. Selbst ergänzen oder ein bisschen korrigieren bei den Ausführungen der Ärzte von uns war möglich ohne dass da jemand sich auf den Schlips getreten fühlte.. Am Ort ist noch ein anderes Krankenhaus, deren Chefärzte uns ebenfalls in einem Brief ihre Mitarbeit angeboten hatten. Auch sie waren begeistert. Ich schreib das nicht weil wir so toll sind, sondern weil dort die Betroffenenkompetenz erkannt und genutzt wird. Das ist in fast allen Häusern, in denen an der Pankreas operiert exakt genauso.
Und schon sind wir heute auf das 3/4 Wissen angelangt. :mrgreen:
Dabei war ein sieben jährigen Junge mit einer abgelaufenen, aber noch nicht ausgeheilten Pankreatitis. Frage, woher kommt das??!! Zack, da waren wir nicht mehr bei 3/4. So schnell fließt der Ruhm dahin :mrgreen: .

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 29. August 2010, 15:36
von Karl-Josef
Hallo und schönen Sonntag an alle,

habe hier noch ein Beispiel, wo ich heute versucht habe, mein 60-Prozent-Wissen an den Arzt zu bringen, er war nicht sehr angetan.

Ich war am Freitag mal wieder so doof und habe versucht, dicke Wurzeln mit der Astschere klein zu machen. Dies ging mir dann wieder dermaßen in den Bauch, dass ich heute Nacht wieder Schüttelfrost, Oberbauchschmerzen und rasenden Puls bekam, aber nur erhöhte Temperatur. Habe noch gegen die Schmerzen eine Ibuprofen 600 genommen.

Also wie schon ein paar Mal: Cholangitis.

Natürlich hatte ich kein Antibiotikum parat, also fuhr mich meine Frau in die Notfallpraxis unseres nächsten Krhs, um mir dort das Rezept zu besorgen. Der Doc war um die 40 Jahre, ich erzählte ihm von mir, zeigte meinen Notfallausweis vom AdP.
Dann sagte ich ihm, was ich glaubte zu haben. Da war es aus mit der Freundlichkeit, er wüßte auch nicht, was mit seinem kaputten Auto los sei, er habe ja nur Arzt gelernt und dafür viele Jahre studiert.
Er sie Kliniker, erhabe schon so viel erlebt.
Ich war dann auch ganz vorsichtig und lieb, denn ich hatte schon vorher gehört, wie die 2 Patienten vor mir ins Krhs. eingewiesen wurden.
Das wollte ich wirklich nicht.
Ich habe ihm gesagt, ich wolle ihm da nicht reinreden, hätte dies aber nach körperlicher Überbelastung schon einige Male gehabt, hätte auch moregen einen Termin beim HA, aber gerade jetzt keinen Notfallstock an Antibiotikum zu Hause, wie ja schon Prof. Kruis vom EVK Köln in seinem Beitrag zur Cholangitis im Handbuch schrieb und als sinnvoll hingestellt hat.
Der Doc sagte dann, er würde mir jetzt die Ciproflaxacin aufschreiben, aber nur, wenn ich versprechen würde, am nächsten Tag zum HA zu gehen, oder wenn es schlechter würde, ich wieder zu ihm kommen würde, er wäre bis 23:00 da.
Habe mich dann schnell mit dem Rezept aus dem Staube gemacht, zur nächsten offenen Apotheke.
Es geht mir schon besser, morgen gehe ich zum HA.
Habe meiner Frau noch versprochen, nicht mehr diese Kraftanstrengungen zu machen, hoffentlich denke ich das nächste Mal auch daran.
Man fühlt sich immer so schwach und unnütz, wenn man nicht so etwas noch machen kann.

Viele Grüße, hoffentlich hört der Regen bald auf. Wir wollen am 5. September auf Rügen fahren.

Karl-Josef

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 29. August 2010, 16:54
von Reinhard
Hallo Karl-Josef,
wenn meine Frau (Krankenschwester) mit einem Kind, das z.B. Röteln hatte zum Ki-Arzt ging, dann hatte es zunächst alles andere, nur das nicht.
Du musst den Arzt fragen, ob Du jetzt zum 3781 male wieder eine Cholangitis hast, Du brauchst seinen fachkundigen Rat zu Bestätigung.
Eigene Diagnosen können die absolut nicht ab. Der Chefarzt hätte nicht lange diskutiert und Dir Recht gegeben. So kenne ich das aus meiner Erfahrung.
Gruß
Reinhard

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 29. August 2010, 17:19
von Lutz Otto
Hallo Karl-Josef,

ja, ja im KH die Bereitschaftsdienste...da kann man manchmal als Patient Bücher von schreiben. Aber es geht auch anders, auch das durfte ich schon oft bei uns erleben.

Was sagt dir das ???? Lass dir vom HA ein " Notfall -Antibiotikum " und Novalgin verordnen.
Habe ich seit Diagnosestellung immer im Schrank zu Hause.

LG Lutz

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 29. August 2010, 17:22
von Karl-Josef
Hallo Reinhard,

ja so sind sie, komme damit noch nicht so gut zurecht.

Das Schönste ist noch, er hat meinen Bauch abgetastet, die Darmgeräusche abgehört und dann als Diagnose für meinen HA:


rezidivierende Pankreatitis

Gruß
Karl-Josef

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 29. August 2010, 17:26
von Karl-Josef
Ach hallo Lutz,

hatte noch gar nicht gesehen, dass Du auch geschrieben hast.

Ja, das habe ich jetzt auch vor, allerdings ohne Novalgin, da habe ich eine
Allergie. Mir hat heute das Ibuprofen gut geholfen.

Gruß
Karl-Josef

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 30. August 2010, 08:33
von yasmin75
Jeder von uns scheint ja solche Erfahrungen zu machen mit Bereitschaftsärzten,schön das ihr euch beherrschen könnt,ich kann es leider nicht,ich sagt dann immer knallhart meine Meinung,des öfteren hab ich auch solchen Ärzten gesagt,das ich sie für absolut miese Ärzte halte und froh bin das ich diese nie wieder sehen muss.Es ist nun mal so,wir leben seit Jahren mit dieser Erkrankung und da können wir schon sagen warum und wieso man Schmerzen hat aber nein immer diese Aufspielungen"wer hat Medizin studiert und wer nicht???",bei solchen Fragen stell ich gleich eine Gegenfrage,"Wer wurde Gewippelt und ist am Pankreas seit Jahren Krank???".Kann sein das es bei mir so extrem ist,bei solchen Ärzten weil eben wegen solchen mein Tumor schon fast zu späht erkannt worden ist.
Ich wünsche dir eine schnelle Genesung lieber Karl-Josef,das du wieder schnell fit wirst.


LG
Yasemin

Re: Soll ich.....oder soll ich nicht ......schreiben/antworten ?

Verfasst: 30. August 2010, 15:36
von Karl-Josef
Hallo,

jetzt habe ich auch mein "Notfallpäckchen" mit Antibiotikum.
Mein HA hat mir Recht gegeben mit der Cholangitis, hat mir aber auch gesagt, er hätte genauso gehandelt, wenn er Bereitschaftsarzt gewesen wäre und mich nicht gekannt hätte.

Na ja, na ja....... ich habe es dabei bewenden lassen.

Als er mich abtastete war er ganz betröppelt, fragte nochmals wie lange die OP bei mir her wäre.
Als ich ihm sagte, 3,5 Jahre, da meinte er mit einem Seufzer, ja ich, ich meine wir Ärzte müssen bei dieser Krankheit auch mal ein Erfolgserlebnis haben. Denn immer diese Diagnose zu stellen und sich sagen, Scheiße das wird wieder nichts, wäre auf die Dauer doch sehr frustrierend und kaputt machend.


Schöne Grüße und schönen Tag noch

Karl-Josef