Seite 2 von 2

Re: Nebenwirkungen bei Chemotherapie

Verfasst: 12. Februar 2011, 12:46
von GAMS
Hallo Jochem,
schön, dass das CT unauffällig war!
Meine Mutter hat die Chemo wirklich abgebrochen und informiert sich jetzt über naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten. Die Nebenwirkungen waren bei ihr so massiv, dass sie seit der 5. Behandlung fast nicht mehr aus dem Bett aufstehen konnte. Außerdem bekam sie Sehstörungen, entzündete Augen und schließlich eine oberflächliche Trombose und Venenentzündung an beiden Beinen. Außerdem hat sie immer mehr abgenommen (jetzt ist sie wieder auf 45kg), wegen Apetitmangel und Übelkeit. Sie hatte so das Gefühl "immer weniger zu werden" , auch immer weniger denken zu können, so als ob sie sich immer mehr von dieser Erde entfernen würde. Jetzt lebt sie auf, hat wieder Interesse, macht Pläne für die Zukunft und ist auch zum 1.Mal seit der OP im Oktober dabei, selbst über die Art der Behandlung nachzudenken und sich zu informieren. Ich glaube, dass das auch sehr wichtige Aspekte für das Weiterleben nach der Krebserkrankung sind. Bei der OP wurde der Tumor komplett entfernt, allerdings waren 2 von 10 Lymphknoten befallen. Wir hoffen jetzt einfach, dass sie den richtigen Weg findet, um den Krebs in ihrem Körper die nächsten Jahre in Schach zu halten.
Sie hatte übrigens auch nur noch 75% Chemo und es wurde auch über 50% nachgedacht. Wie die zukünftige Behandlung aussieht ist noch nicht klar, auf jeden Fall will der TCM-Arzt, bei dem sie in Behandlung ist, Akupunktur machen. Mistel und Thymustherapie wird sie wohl auch nicht vertragen, so dass die Hausärztin andere Alternativen überlegt - aber erst, wenn sie sich noch mehr erholt hat. Über richtige Ernährung will sie sich informieren, z.B.mit dem Buch "Krebszellen mögen keine Himbeeren.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du mit 75% besser zurechtkommst!
Viele Grüße
GAMS

Re: Nebenwirkungen bei Chemotherapie

Verfasst: 5. März 2011, 12:04
von roller
Hallo GAMS,
ich habe mich lange nicht gemeldet, da es mir nicht gut geht. Habe 3x Chemo 75% erhalten, jetzt eine Woche Pause. Liege fast nur und habe das Gefühl, ich bekomme zu wenig Sauerstoff. Es ist nicht auszuhalten. Die Haare fallen mir in letzter Zeit aus, ist aber nebensächlich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Symptome nicht von der Chemo kommen, ich weiß aber nicht woher. Laufen kann ich nicht lange, macht mich richtig fertig. Dann liege ich wieder.
Was hat sich in letzter Zeit mit Deiner Mutter getan. Haben Ihre Ärzte eine Alternative gefunden?
Würde mich freuen, wieder von Dir zu hören.
Lg Jochem

Re: Nebenwirkungen bei Chemotherapie

Verfasst: 7. März 2011, 15:09
von Martina
Hallo Jochem,
ich lese schon seit einiger Zeit in diesem Forum mit, war aber bisher noch nicht angemeldet. Ich heiße Martina und bin 43 Jahre alt. Ich bin im Juli 2009 an der Bauchspeicheldrüse operiert worden (Pankreaskarzinom im Kopf). Der Tumor konnte komplett entfernt werden. Danach habe ich auch eine 6- monatige Chemo mit Gemcitabine bekommen. Ich hatte aber keine so extremen Nebenwirkungen wie Du. Ich war immer am Tag der Chemo und ein Tag danach ziemlich geschafft und es war mir auch ein bisschen übel. Allerdings haben sich die Beschwerden gegen Ende der Chemo, also so ca. die letzten 8 mal immer mehr verstärkt. Da hat mich dann jede Chemo fast umgehauen und ich bin nur noch rumgelegen. Ich war heilfroh, als ich dieses Kapitel im Mai 2010 abschließen konnte. Bei den Wasseransammlungen im Bauchraum kann ich dafür um so besser mitreden. Die hatte ich 4 mal während der Chemo und immer mit so heftigen stechenden Schmerzen, dass ich stärkste Schmerzmittel bekam, jedes mal für 1-2 Wochen ins Krankenhaus musste und auch die Chemo unterbrechen musste. Ich bekam dann Antibiotika intravenös, weil sich das Bauchwasser entzunden hatte, und Entwässerungsmittel. Zudem wurde ich mehrmals punktiert um das Bauchwasser rauszubekommen. Mir wird jetzt noch ganz schlecht, wenn ich an die langen Nadeln und Höllenschmerzen denke. Mir wurde gesagt das Bauchwasser käme dadurch, weil bei der OP sehr viele Lymphknoten entfernt wurden, und deshalb das Bauchwasser, was ja jeder hat, nicht mehr durch die bisherigen Lymphknoten abtransportiert werden kann. Der Körper muss sich erst wieder eine Möglichkeit suchen dieses Wasser wegzubekommen. Warum sich das Wasser aber jedesmal entzunden hat konnte mir auch keiner sagen. Der ganze Spuk hörte dann nach der Chemo auf. Seither gabs keine Wasseransammlungen mehr, was mich dann auch zu der Überlegung brachte, dass das vielleicht doch alles mit der Chemo zusammenhing.....Who knows?! Mir hat in der Zeit mein Heilpraktiker sehr geholfen, zu dem ich immer parallel ging, und die ganzen Gifte ausleiten ließ. Er hat meinen Körper dann auch immer wieder ins Gleichgewicht gebracht, dass auch sonst keine Organe schlappmachen. Ich weiß, die Heilpraktiker sind immer so eine Glaubenssache, aber ich hatte das Gefühl es hilft. Keiner kann so genau erklären warum ( Ich auch nicht!). Aber in dem Fall zählt das Ergebnis!
Ich wünsch Dir auf jeden Fall ein gutes Durchhaltevermögen, denn auch wenn man' s in der Zeit nicht glaubt, 6 Monate sind schneller vorbei als man denkt.
Alles , alles Gute und Grüße

Martina

Re: Nebenwirkungen bei Chemotherapie

Verfasst: 29. März 2011, 11:55
von GAMS
Hallo Jochem,
tut mir Leid, dass ich so lange nicht geantwortet habe.
Ich habe gelesen, dass Du die Chemo mit Gemcitabin auch aufgehört hast und auf 5FU umgestiegen bist. Was ist das?
Wie geht es Dir jetzt? Kannst Du Dich etwas regenerieren?
Meine Mutter ist nach Absetzen der Chemo sehr schnell wieder zu Kräften gekommen und hat wieder Lebensenergien gehabt. Zum 1.Mal seit der OP im Oktober hat sie sich auch aktiv mit der Krankheit und der Behandlung auseinandergesetzt und überlegt, was sie machen möchte. Sie ist jetzt bei einem Arzt, der in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) ausgebildet ist, der macht Akupunktur, um sie zu stärken (mehr verträgt sie momentan noch nciht) und hat ihr Curcuma-Tabletten empfohlen. Von ihrer Hausärztin bekommt sie momentan Pro-Symbioflor zur Darmsanierung und Infusionen mit Vitaminen, aber auch in verringerter Dosierung, weil alles schnell zu viel wird. Mit den Venen hat sie Probleme, die wollen grad nichts mehr reinlassen und auch kein BLut hergeben, was etwas beschwerlich ist, aber mit speziellen Nadeln dann doch machbar.
Ihr Allgemeinbefinden ist wechsend: manche Tage fühlt sie sich wohl und kräftig - kann dann Ausflüge machen und war auch schon mal bei mir zu besuch (2h Autofahrt als Beifahrerin). Andere Tage ist sie kraftlos und wird von Bauchschmerzen unklaren Ursprungs geplagt (Nebenwirkung von Pro-Symbioflor oder Curcuma?), aber insgesamt deutlich besser als während der Chemo.
Demnächst will sie auf Reha gehen, hat sich aber noch nicht entschieden wohin.
Ich wünsche Dir alles Gute und hoffe, dass Du auch wieder aufleben kannst.
Schreibe doch mal wieder wie es Dir ergeht.
Viele Grüße
GAMS

Re: Nebenwirkungen bei Chemotherapie

Verfasst: 29. März 2011, 18:05
von roller
Hallo GAMS,
schön dass Du geschrieben hast.
Ich freue mich, dass es Deiner Mutter besser geht und eine Reha wäre sinnvoll. Krankengymnastik, Massagen, Entspannungsübungen usw. finden dort statt.
Natürlich hat man gute und schlechte Tage. Das kenne ich von mir. An der Chemo nehme ich nicht mehr teil. Das 5 FU, ein Vorläufer von Gemcitabine habe ich auch nicht vertragen. Überwiegend gelegen, keine Kraft, das Laufen fiel mir schwer, das alles habe ich nicht mehr ausgehalten. Der Professor war damit einverstanden und erklärte mir, dass einer von 30 Menschen, die an einer Chemo teilnehmen, durch die Chemo nachweislich geheilt wird. Die anderen leben, man weiß aber nicht, ob es durch die Chemo kommt. In anderen Foren habe ich über Menschen gelesen, die auch die Chemo abgebrochen haben. Sie suchen eine Alternative durch Homöopathie und sehen auch recht positiv in die Zukunft.
Das alles will ich auch . Bitte richte an Deine Mutter liebe Grüße und gute Besserung unbekannterweise und schreibe mal wieder.
Lg Jochem