die Antwort hat etwas länger gedauert, weil über Ostern alle Kinder mit Anhang bei uns waren. Und vorgestern schon wieder, da habe ich meinen 66. gefeiert.
Also die Diagnose BSDK war natürlich für mich und die Familie ein Schock, aber nach dem ersten 1-wöchigen Aufenthalt in der Klinik, wo alle Untersuchungen und die Vorbereitung für die Whipple-OP gemacht wurden, sprach mein HA von einer 50:50 Chance. Dies nahm ich dann zum Anlass zu kämpfen und nicht über das Sterben nach zu denken. Danach hatte ich bis zur OP noch 18 Tage Zeit, in denen ich mich mit Unterstützung unseres Hundes Balduin (Husky) fit für die OP machte.
Nach der OP und der Klassifizierung des Tumors sprach mein HA dann von einer 80% Chance für mich, was uns alle dann noch mehr anspornte zu kämpfen.
4 Wochen nach der OP begann dann die adjuvante Chemo-Therapie, die 6 Monate dauerte, und in der Zeit hatte ich nur Gedanken für das Überwinden der Übelkeiten und ganzen Infekte, die sich einstellten. Als dann am 6. September die letzte Therapie überstanden war, fuhren meine Frau und ich 2 Wochen auf Rügen. In der ganzen Zeit der Chemo habe ich nicht an den Tod gedacht, nur daran, dies alles zu überstehen und zu Ende zu bringen.
Anfang Okt. kam dann das sog. 0-CT, hier war alles i.O.
Aber danach kamen die psychischen Probleme und die ständige Angst vor den Nachuntersuchungen, die bei mir sehr stark ausgeprägt sind. Da habe ich dann schon öfter darüber gegrübelt, was wäre, wenn jetzt wieder etwas gefunden würde.
Da war ich dann auch nahe daran mir professionelle Hilfe zu holen, aber mit Hilfe des Forums hier, wo ich zuerst viel gelesen habe, dann auch geschrieben, habe ich diese Krise einigermaßen überwunden.
Danach bin ich Mitglied geworden, weil der AdP doch eine starke dauerhafte Stütze für mich war und ist.
In den 10 Jahren vor der Diagnose gab es in meiner Arbeit verstärkten Stress, weil fast jedes Jahr wieder neue Beratungsfirmen kamen und der Arbeitsplatz immer in Gefahr war. Diesen Stress habe ich auch für meinen Tumor verantwortlich gemacht, und ich wollte und konnte nach der OP auf keinen Fall mehr in die Arbeit zurück. Da ich da schon in der Arbeitsphase der Altersteilzeit war, habe ich dies auch mit Hilfe meines HA geschafft.
Ohne meine Frau und die Kinder hätte ich den Kampf sicherlich nicht geschafft.
Was habe ich jetzt anders gemacht: ich genieße jeden Tag, lasse so wenig Probleme wie möglich an mich ran kommen. Bin viel gelassener als früher, mein Puls ist von über 80 auf etwas über 60 runter gegangen.
Ich habe 1 Jahr nach der OP mit Boule spielen angefangen, das hat mir viel gebracht. Viel Kommunikation und lange Zeiten an der frischen Luft. Die körperliche Anstrengung ist nicht zu groß, aber die Konzentration bei den Wettkämpfen schlaucht enorm. Jetzt spiele ich schon Ligaspiele und an Bezirks- und Landesmeisterschaften habe ich auch schon teilgenommen.
Essen kann ich natürlich auch nicht mehr alles, ich brauche öfter etwas zu Essen als früher. Mein Gewicht halte ich ziemlich bei 73 bis 74 kg bei 176 cm Größe.
So, ich hoffe, ich konnte da einiges beantworten.
Viele Grüße und alles Gute
Karl-Josef