Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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seeking_truth
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Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von seeking_truth »

Hallo alle zusammen,

Ich bin ein neues Forumsmitglied, bei dem gestern nach monatelangem aerztlichen Raetselraten eine Insuffizienz festgestellt wurde. Die damit (hoechstwahrscheinlich) zusammenhaengenden Probleme beschaeftigen und beeintraechtigen mich schon seit Monaten. Monaten, in denen ich immer mehr Gewicht und Nerven verliere. Ich wuerde mich gerne mit Betroffenen austauschen um rauszufinden, ob es denn wirklich etwas so schlimmes ist oder ob ich einfach nur spinne, wie mir die meisten Aerzte bisher nachgesagt haben. Zur Erklaerung ist hier erstmal die e-mail, die ich gestern Abend an einen im Internet beratenden Arzt geschrieben habe (Vorsicht, lang):

Ich habe seit Mitte Februar eine Reihe an diffusen Symptomen im gesamten Koerper, die mit einer akuten Immunschwaeche einhergehen. Die Symptome kommen und gehen mehrmals am Tag und wechseln staendig. Sie kommen auch in groesseren "Schueben" und sind besonders praesent und verstaerkt wenn ich meine Periode habe.

Vor mehreren Jahren (mindestens 6 bis 7) fingen bei mir konstante Darmbeschwerden (Blaehungen, Verstopfungen, Kraempfe) an, die mit Depressionen einher gingen.
Ich nahm zu dieser Zeit durchgehend die Anti-Baby Pille. Als ich sie vor einem Jahr wegen der Depressionen absetzte, kamen vermehrt Angstgefuehle hinzu, ich bekam oefter Kopfschmerzen und ploetzlich bekam ich vermehrtes Aufstossen und Sodbrennen. Zusaetzlich fingen die Venen in meinen Armen und Beinen an zu schwellen und die Stellen fingen an zu jucken. Ich litt vermehrt unter Stress bishin zum burnout und entwickelte eine ploetzliche Akne auf Brust und Ruecken, sowie gelb verpilzte Naegel an Haenden und Fuessen. Kurz zuvor hatte man bei mir ebenfalls eine Beckenschiefstellung diagnostiziert, auf die man meine nun vermehrten Rueckenschmerzen zurueckfuehrte.

Nach einer starken Stressreaktion gegen Ende letzten Jahres verschlimmerten sich alle vorhergegangenen Probleme ueber Nacht. Zuerst schwoll mein Hals an und wurde verschleimt. Ich hatte einen staendigen Kloss im Hals. Dannn ploetzliche, stechende Schmerzen im Oberbauch, die in den Ruecken wanderten, Uebelkeit, eine leichte Gelbfaerbung von Gesicht und Augen, eine gelb belegte Zunge. Mein Urin veraenderte schlagartig seine Farbe, wurde durchsichtig, dann milchweiss, dann fast neon-gelb. Auch mein Stuhl aenderte alle 2 Stunden sowohl Farbe als auch Konsistenz, glaenzte fettig und schwamm immer oben. Mein gesamter Koerper reagierte mit unspezifischen, meist stechenden Schmerzen und Kribbeln ueberall, wurde oft kalt und heiss, aber meine eigentliche Koerpertemperatur aenderte sich nie (kein Fieber). Hyperaktivitaet und Uebermuedung wechselten sich ab. Ich litt unter Nachtschweiss, staendigen Gemuetsschwankungen, vollkommener Verwirrung und Amnaesie, sowie Schlaflosigkeit und hatte den Eindruck ein Schilddruesenproblem zu haben.
Ich liess mehrere Blutuntersuchungen, sowie Ultraschall machen und gab mehrere Urinproben ab. EKG's und Pulsmessungen wurden ebenfalls durchgefuehrt. Man sagte mir ich sei 100% gesund und haette ein psychologisches Problem.
Darauf verschwanden meine Symptome fuer etwa 2 1/2 Wochen, meldeten sich dann aber durch einen Tinnitus und verminderte Sehkraft, sowie Wassereinlagerungen, vermehrtem Harndrang und staendigem Pulsieren im Oberkoerper und in den Beinen wieder. Bald waren alle vorherigen Symptome wieder da und es wurde im Krankenhaus eine Refluxoesophagitis (Grad A) diagnostiziert. Auch hatte ich vermehrte Harnsaeure im Blut.
Man gab mir Pantozol und es wurde die Vermutung angestellt, ich haette Candida Albicans, welches ich auch glaubte, da ich zusaetzlich auch eine Intoleranz gegenueber Alkohol, Zucker, und Kohlehydraten entwickelt hatte. Letztendlich wurde es in einem Bluttest aber nicht erwiesen. Stattdessen wurde bei mir eine Bauchspeicheldrueseninsuffizienz festgestellt. Nun habe ich nach wie vor panische Angst vor Bauchspeicheldruesenkrebs, da soviele meiner Symptome darauf zutreffen. Besonders die stechenden Schmerzen im Oberbauch und die gelbe Verfaerbung meiner Haut und Augen, auch wenn die Aerzte behaupten, es nicht sehen zu koennen.
Die Symptome scheinen auch eine hormonelle Komponente zu haben, da sie sich jeden Monat um die Zeit meiner Periode herum bisher verschlechtert haben.

Meine momentane Aerztin/Heilpraktikerin meint, es sei nur eine Bauchspeicheldruesenisuffizienz, die von Stress, Wirbelsaeulenproblemen, und eventuell Hormonellen Veraenderungen herruehren wuerde. Es ist allerdings ungewoehnlich, dass ich in meinem Alter (27) ueberhaupt Probleme mit der Bauchspeicheldruese habe.
Ich merke allerdings auch eine sofortige Verbesserung meiner Symptome, wenn ich mich gut fuehle und auf andere Gedanken komme.

Ich wuerde gerne eine zweite Meinung einholen und moechte Fragen, ob es ratsam waere, eine Computerthomographie durchfuehren zu lassen. Meine Aerztin scheint ueberzeugt zu sein, dass dies nicht noetig ist und versucht mich zunaechst mit Enzympreparaten, Probiotischen Mitteln, sowie Besuchen bei einer Gespraechstherapie und einer Rueckenschule zu behandeln. Gleichzeitig soll eine Frauenaerztin mein Blut auf vermehrte oder verminderte Hormone testen. Ich wuerde jedoch gern Bauchspeicheldruesenkrebs entgueltig ausschliessen - auch wenn es fuer eine Person meines Alters als hoechst unwahrscheinlich gilt.

Zusaetzliche Informationen: Soweit wurden fast alle meine Bluttests als „unauffaellig“ bezeichnet. Saemtliche Organe wurden mindestens dreimal per Ultraschall durchleuchtet. Ergebnis: Ebenfalls unauffaellig. Tumormarker CEA ECLIA ist ebenfalls negativ. MCH und MCV Werte waren bisher nur leicht erhoeht/grenzwertig.

Optionale Informationen:
Geschlecht: Weiblich
Alter: 27


Die Antwort lautete wie folgt (und wie zu erwarten):

Sie leiden an einer Somatisierungsstörung aufgrund einer psychischen Überforderung was Sie als " Burn out" bezeichnen mit einer reaktiven Depression.
Wenn Sie so wollen sind alle von Ihnen geschilderten Symptome ein "Alarmsignal" Ihres Organismus der Ihnen sagen möchte Ihr bisheriges Leben zu ändern.
Alle bis jetzt getätigte Diagnostik hat keine weiteren Ergebnisse ergeben was heißt dass Sie organisch gesund sind.. Dies sollten Sie auch psychisch akzeptieren.
Falls Sie es alleine nicht schaffen sollten Sie einen Psychotherapeuten aufsuchen!


Ich bin momentan leider sehr verzweifelt, da es nicht besser wird und zusaetzlich sich meine Hormone fuer diesen Monat wieder verstaerkt eingeschaltet haben. Die Hormonlevels im Blut koennen von der Frauenaerztin aber erst dann getestet werden, wenn bei mir die Periode anfaengt. Leider ist die bei mir ueber die letzten Monate verteilt entweder ausgeblieben, oder es blutete fuer knapp 1-2 Tage lang, dafuer aber mit zusaetzlichen Analblutungen (die laut Aerzten angeblich auch ein Hirngespinnst meinerseits sind). Ich frage mich, ob jemand hier Erfahrungen mit genau diesen Symptomen hat und weiss, was ich machen kann. Waeren bei tatsaechlichem (unbehandeltem) Bauchspeicheldruesenkrebs denn die Symptome immer da oder wuerden sie auch kommen und gehen und sich nach meiner Gemuetslage richten?

Herzlichen Dank fuer die Hilfe im Vorraus!
seeking_truth
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von seeking_truth »

Bitte. Ich brauche dringend eine Entscheidungshilfe.
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Reinhard
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von Reinhard »

Hallo und einen guten Sonntag,
zunächst möchte ich Dich nochmals darauf hinweisen, dass wir keine Ärzte sind sondern Betroffen. Die jeweils Antwortende bringen hier ihre "Betroffenenkompetenz" ein, d.h. sie können dir aus den gemachten Erfahrungen Ratschläge geben. Das ersetzt nie eine gründliche ärztliche Untersuchung.
In Deinen Ausführungen ist schon einiges drin, was für eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse spricht. Aber an Krebs würde ich zuletzt denken.
Stutzig macht mich die Gelbfärbung und der übelriechende, fettige Stuhl. Bei aller möglichen psychischen Überlagerung können m.E. diese Symptome kaum in den Körper "projiziert" werden. Bei Schmerzen halte ich letzteres für möglich, da es mir schon ähnlich ergangen ist..
Was auf alle Fälle gemacht werden sollte sind weitere bildgebende Verfahren der Gallengänge und des Pankreas. Das können sein Endosono ( Sono alleine ist oft ungenau, da Luftüberlagerungen vorkommen und man deshalb Entscheidendes nicht sieht),ein CT oder MRT. Auf eine ERCP würde ich zur reinen Diagnostik verzichten. Dies sollte von erfahrenen Ärzten (wüssten wir Deinen Wohnort, könnten wir Dir bei der Suche helfen!!) durchgeführt und ausgewertet werden.
Man hat bei Dir eine Pankreasinsuffiziens festgestellt. Diese alleine halte ich mehr für ein Symptom einer Erkrankung. Wichtig ist aber die Ursache festzustellen. Ich denke hier könnte eine chronische oder sogar eine akute Pankreatitis vorliegen. Ursache hierfür könnte vieles sein, letztendlich auch eine Autoimmunerkrankung. Aber das sind alles Spekulationen.
Was mich immer wieder ärgert, dass bei der Anamnese vorrangig nach Alkohol, Zigaretten gefragt wird, aber nie nach "extremen Stress". Sicher ist Alkohol oft die Ursache einer Pankreatitis aber viele werden beim negieren schon schief angesehen.
Dass Deine Psyche angegriffen ist, brauch ich Dir wohl nicht zu sagen. Und dass das oft auch die Ursache vieler Beschwerden ist weiß jeder. Ich kenne die Spielchen, die die Psyche mit dem Körper macht aus eigener Erfahrung zur genüge. Dabei kommen manchmal unglaubliche Dinge heraus. Aber würde man bei Dir alles auf die Psyche schieben, so macht man es sich zu einfach.
Nebenbei, die Schilddrüse hat doch mal untersucht?
In diesem Sinn, such Dir einen Arzt der sich gut mit der Pankreas auskennt. Schau mal auf unserer Hauptseite unter "Regionales" nach der für Deinen Wohnort zuständigen Regionalgruppe. Ich bin sicher, dass Dir dort bezüglich kompetente Ärzte (evt. Pankreaszentrum) weiter geholfen wird.
Melde Dich wieder was dabei herausgekommen ist.
Bis dann
Lieben Gruß
Reinhard
seeking_truth
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von seeking_truth »

Hallo Reinhard,

Dir auch einen schoenen Sonntag und vielen Dank fuer deine Antwort!
Ich wohne in Kronberg im Taunus. Das Krankenhaus Bad Soden ist nur 15 Minuten entfernt und bietet Endosonographie an.
Ich werde morgen versuchen, die Notwendigkeit dieser Untersuchung bei meiner Aerztin durchzusetzen, da ich ja schliesslich eine aerztliche Ueberweisung dafuer brauchen wuerde (oder?). Meine Mutter, bei der ich momentan lebe seitdem dieser ganze Mist angefangen hat, ist schon ueberzeugt, dass dies der richtige Weg ist (hat lange gedauert - sie hielt mich anfangs auch fuer verrueckt und "hypochondrisch") und wird hoffentlich auch in der Lage sein, mich zu unterstuetzen sollte die Aerztin irgendwelche Vorbehalte haben ("Sie sind doch nur 27." Wie oft habe ich das schon gehoert...).

Um noch mal auf die Haut und Augenfarbe zurueckzukommen: Es ist bei mir wirklich schwer zu sagen. Meine Haut hat von Natur aus einen leicht gelblichen Unterton. Zudem habe ich jahrelang in Florida gelebt und davon noch eine nachhaltige Braeune (zumindest auf Armen und Ruecken). So wie alles kommt und geht die Gelbfaerbung der Haut auch. Momentan ist sie gerade nicht vorhanden, kann es in 5 Minuten aber wieder sein. Die Gelbfaerbung in den Augen bleibt, ist aber auch eher am Rande und koennte genausogut eine Bindehautentzuendung sein, da auch meine Schleimhaeute von der ganzen Sache extrem trocken, empfindlich, und angegriffen sind. Auch meine Haut ist viel duenner geworden und juckt staendig. Was auch immer los ist muss auch mein Nervensystem angegriffen haben, da ich bei der kleinsten Kleinigkeit blaue Flecken und Kratzer bekomme. Die kleinsten Beruehrungen sind schon zuviel. Wenn ich mir nur leicht den Arm angehauen habe (was jetzt oefter passiert, da mein Gleichgewichtssinn irgenwie gestoert ist) loest das schon einen 15-minuetigen Weinkrampf aus.

Ich muss aber auch sagen, dass es sicher Begruendungen in der Ernaehrung geben muss. Ich hatte mich eigentlich immer normal und ziemlich gesund ernaehrt aber innerhalb der letzten zwei Jahre nahm ich immer mehr Zucker zu mir. Sehr wenig Fett aber einen stetig zunehmenden Heisshunger auf Suesses. Ich nahm dabei nie zu, hielt jahrelang dasselbe Gewicht (um die 53kg), hatte aber einen rapiden Stoffwechsel. Innerhalb von weniger als einer halben Stunde nach dem Essen rannte ich immer zur Toilette (tu dies immernoch). Man sagte mir es sei IBS, schob es auf die Psyche und suchte nicht weiter nach Begruendungen. Blaehungen (und in letzter Zeit vermehrt Aufstossen - oftmals beides gleichzeitig) waren gang und gebe - besonders bei Milchprodukten. Jetzt kann ich auf einmal keinen Zucker oder Kohlenhydrate mehr vertragen (mir wird danach schwindelig und ich fuehle mich als haette ich Unmengen an Alkohol getrunken - eigentlich typisch fuer Candida Albicans, aber das habe ich ja laut Test nicht). Also habe ich letztens einen Test auf Glukose/Laktoseintoleranz machen lassen und beides war negativ.

Da du fragst: Ja, meine Schilddruesenwerte wurden auch getestet, waren aber negativ. Mein Blutzucker war auch immer im Normalbereich. Das kommt alles von den zahlreichen Bluttests, die bei mir seit Februar gemacht wurden. Auch habe ich sehr viele Ultraschalls machen lassen. Mindestens 5 soweit. Bei mindestens zwei davon konnte man laut aerztlicher Aussage meine Bauchspeicheldruese "sehr gut sehen" und sie sehe "gut aus". Wenn es eine Pankreatitis waere, haette man dann nicht Schwellungen oder Entzuendungen finden muessen? Den letzten von diesen Ultraschalls habe ich vor etwa 3 Wochen im Krankenhaus machen lassen, als bei mir die Diagnose Refluxoesophagitis (Grad A) und "Antrum flecking geroetet" gemacht wurde. Eine normale Endoskopie und Koloskopie wurden auch gemacht - letztere ohne Befund.

Ich weiss, es ist alles ein bisschen viel Info aber ich habe das Gefuehl das alles aufzaehlen zu muessen, da es sich schon so lange hinzieht. Dabei weiss ich nicht wirklich, ob es besser wird oder ich nur latente Phasen habe, da auch immer neue seltsame Symptome dazukommen. Am Schwersten ist es, mit den Stimmungsschwankungen zu leben. Die liegen irgendwo zwischen Todesangst und Euphorie liegen. Die meiste Zeit habe ich vollkommene mentale Klarheit und fuehle mich sehr wach und aufmerksam - mehr als normal. Den Rest der Zeit bin ich vollkommen benebelt. Ich funktioniere mittlerweile auf erstaunlich wenig Schlaf. Knapp 4 Stunden pro Nacht. Kann meistens gar nicht einschlafen.

Weiter Annomalien/Fragen/Anmerkungen (falls sie helfen):

- Neuste Untersuchungsergebnisse: Meine Vitamin B-6, B-12, und Folsaeurewerte sind anscheinend klasse, laut einer Blut/Stuhluntersuchung von vor 2 Wochen. In dem selben test wurde festgestellt, dass keine Histaminintoleranz vorliegt. Viel zu wenig Lactobazillus Spezies, viel zu viel Clostridien im Darm. Viel zu wenig Staerke im Stuhl, zuwenig Pankreaselastase im Stuhl, aber keine Gallensaeure. Im Bereich "Schleimhautimmunitaet" wurde festgestellt, dass ich zuwenig sekretorisches IgA im Stuhl habe.

- Untersuchungsergebnisse der letzten Abdomensonographie (vom 4.4.2012):
Pankreas: homogenes BEM, Ductus Wirsunganius nicht erweitert, keine Raumforderungen, keine Entzuendungszeichen, normale Groesse.
Galle: Glatte Wand, keine Wandverdickung, keine Konkremente, kein Gallenwegsaufstau
Magendarmtrakt: Meteorismus

Anderes:
- Meine Zunge ist seit Februar gelb belegt, jetzt auf einmal weiss (ob es mit meinem neusten "Schub" oder den Enzymtabletten liegt, keine Ahnung).
- Muss hochdosiertes Pantozol fuer meinen Magen nehmen. Koennte dies einige Symtome verdecken (wenn es sich wirklich um Krebs handeln sollte)?
- Seit kurzem tut mein unterer Ruecken (Leistengegend) sehr weh.
- Obwohl es mir oft uebel ist, habe ich mich seit Anfang der ganzen Sache nicht uebergeben koennen.
- Es wurde erhoehte Harnsaeure in meinem Blut gefunden. Auch mein Stuhl hat laut Test einen erhoehten Saeurewert. Der ph von meinem Urin ist generell auch sehr sauer.
- Habe einen permanenten Grauschleier und sehr viele "Floater" in den Augen.
- Urinfarbe wird in letzter Zeit immer dunkler. Stuhlfarbe war bisher lange Zeit dunkelgruen, jetzt dunkelgruen/grau. Muss dazu anmerken, dass ich seit einigen Wochen kaum Kohlenhydrate zu mir nehme, dafuer aber viel frisches Gemuese, sowie fettarme Huehnerbrust und Fisch (beides Bio).
- Habe seit einigen Tagen wieder einen seltsamen Koerpergeruch.
- Konkret seit ein paar Tagen schmerzen in der Leber/Gallengegend. Gehe davon aus, dass es die Galle ist. Blaehungen nach dem Essen und Schmerzen in der Gallengegend treten oftmals zusammen auf.
- Hatte viele dieser "Konkreten" Symptome schon im Februar, dann wurden sie schwaecher.
- Musste wegen Karies zum Zahnarzt. Zaehne haben sich seitdem verschlechtert.
- Muskelschwund, Schwierigkeiten, Sachen zu heben.
- Geruchssinn hat sich stark verbessert. Bin sehr Geruchsempfindlich geworden. Kann Zigarettenrauch meilenweit riechen.

Tschuldigung fuer die ellenlange Nachricht, aber, kurz gesagt, ich kann mir nicht helfen: Ich finde es sehr, sehr schwer, aufgrund dieser gesammelten Probleme (und ich zaehle da mental noch mindestens 50 dazu) eine Krebserkrankung auszuschliessen.
seeking_truth
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von seeking_truth »

Kleiner Lichtblick: Die Pankreaselastase ist laut befund nur leicht erniedrigt, also be 177,3.

Ausserdem, irgendwas an der ganzen Sache koennte erblich sein. Zumindest eine Veranlagung.
Anhaltende Refluxoesophagitis liegt bei meinem Vater vor. Auch sind Verdauungsprobleme in meiner Familie gang und gebe.
Es gab einen Todesfall aufgrund von Krebs bei meiner Grossmutter Vaeterlicherseits (Brustkrebs).
stocki
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von stocki »

Hallo,
bei den vielen Symptomen wird es mir ja schon beim Lesen schwindelig. Ich, als Betroffene, vermute, dass der größte Teil Deiner Beschwerden psychische Ursachen hat. Bei mir ist das auch so, dass wenn ich Angst habe, diverse Beschwerden auftreten, die nicht da sind bzw. auch wieder verschwinden, sobald klar ist, dass ich - soweit man davon bei Gewhippelten sprechen kann - "gesund" bin.
Nachdem schon sehr, sehr viele Untersuchungen bei Dir gemacht wurden, rate ich Dir, in einem Pankreas-Centrum ein MRT oder CT machen zu lassen. Wenn auch dieses ohne Befund ist, wovon Du ausgehen solltest, würde ich versuchen mir von einem Psychotherapeuten helfen zu lassen.
Mir hat das sehr geholfen und seither habe ich weniger Beschwerden und vor allen Dingen nicht mehr so große Angst. Die Angst macht Dich total fertig und das Leben ist eigentlich zu kostbar um es in dauernder Angst zu verbringen.
Liebe Grüße Claudia
seeking_truth
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von seeking_truth »

Hallo Claudia,

Vielen Dank fuer die Hilfe und die netten Worte! Es hilft meinem Zustand sehr, wenn ich (zumindest versuchsweise) in der Lage bin mir klarzumachen, dass viele dieser Symptome psychologischer Natur sind. Ich wuenschte nur ich wuesste zumindest welche es sind. Zuviel Grenzwertiges trifft hier aufeinander. Man muss auch bedenken, dass sich vieles nach meinem monatlichen Zyklus richtet und daher mit Sicherheit unter anderem von Hormonen beeinflusst wird. Ausserdem fingen die ersten Symptome erst richtig an sich zu haeufen, als ich vor einem Jahr von der Pille runterging. Ein eventueller Zusammenhang, aber auch nicht 100% sicher.
Ich haette schon lange einen MRI oder CT machen lassen aber kein Arzt hielt es bisher fuer noetig und ich habe mich gerade erst privat versichern lassen. Ich denke mir, dass eine Endosonographie doch sicher sehr, sehr genaue Bilder abgeben muesste.
Auch bin ich mir nicht sicher, ob es nicht etwa doch eine schwere Form von Candida Albicans sein koennte, mit der eine Bauchspeicheldruesenisuffizienz nach allem was ich gehoert habe oftmals einhergeht. Ausserdem kann es, nach allem was ich in den letzten paar Monaten darueber gelernt habe, die exakt selben Symptome hervorrufen. Es gibt kaum etwas, das Candida nicht imitieren kann. Es ist auch eindeutig das wesentlich haeufigere Problem.
Das Ergebnis erscheint zwar eindeutig negativ, es wurde aber auch auf dem Laborbefund ausdruecklich gesagt, dass dieser eventuell auch falsch liegen koennte, je nach Tageszeit der Stuhlprobe, was man vorher gegessen hat, etc.
Ich weiss auch, dass es zwischen Candida und Krebs einen Zusammenhang geben soll. Candida soll oftmals eine Vorstufe zum Krebs sein, aber ist es auch ein Symptom? Mit anderen Worten: Weiss irgendjemand, ob man beides haben kann?

Auch wuerde es mich interessieren ob sich jemand einen Reim darauf machen kann warum sich die Ueberwiegende Menge meiner Symptome auf die linke Koerperseite beschraenken. Ich habe ja schliesslich diese Beckenverstellung (rechts ist das Becken hoeher als links). Die wuerde sich wahrscheinlich auch auf die Wirbelsaeule auswirken. Somit koennte eventuell ein eingeklemmter Nerv viele der Symptome ausloesen. Aber in wiefern passt das ueberhaupt noch ins Bild?

Die ganze Sache wird schon regelrecht zum Krimi. Ich fuehle mich als wuerde ich Detektivarbeit leisten.

Claudia, als Betroffene wuerdest du doch auch sagen, dass das ausreichende Vorhandensein von B-Vitaminen und Folsaeure im Blut sowie die nur leicht erniedrigte Menge an Pankreaselastase im Stuhl doch eigentlich gegen eine (fortgeschrittene) Krebserkrankung sprechen sollten?

Nochmal herzlichen Dank fuer all eure Hilfe und Geduld!

Ich hoffe, dass diese Raetsel bald geloest werden kann!
seeking_truth
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von seeking_truth »

Tschuldigung. Meinte natuerlich die *rechte* Seite. Die meisten meiner Symptome sind rechts. Bin schon ganz verwirrt von der ganzen Sache.
stocki
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von stocki »

ich persönlich (und ich muss noch einmal betonen als Betroffene und nicht als Arzt !) halte es für sehr unwahrscheinlich, daß Du Krebs hast. Das wäre wahrscheinlich bei den vielen Voruntersuchungen festgestellt worden. Es gibt auch viele andere, oft auch harmlose Erkrankungen, die für einige Deiner Beschwerden verantwortlich sein können, davon würde ich aber auch nicht ausgehen, weil bei Dir ja schon sehr viele Untersuchungen gemacht wurden. Um aber ganz sicher zu gehen und auch um Dich zu beruhigen, würde ich auf ein MRT oder CT bestehen und denke, daß ein Pankreaszentrum diese Untersuchung auch sicherheitshalber noch obendrauf setzt. Versuch es doch einmal.
Du musst von dieser Angst loskommen !

Ich habe bei mir selber in den letzten Jahren so oft festgestellt, daß ich, z.B. weil jemand aus der Familie eine bestimmte Erkrankung hatte, ich ebenfalls kurze Zeit später sehr ähnliche Beschwerden hatte, und jedesmal dachte, daß ich das auch habe. Die Beschwerden verschwanden bei mir auch, sobald ich definitiv wusste, daß ich diese Erkrankung nicht habe innerhalb ganz kurzer Zeit.
Liebe Grüße Claudia
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Tina R.
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Re: Bauchspeicheldrueseninsuffizienz, Angst, und Fragen...

Beitrag von Tina R. »

Hallo,
ich weiß, dass es einen total fertig machen kann, wenn man Angst vor einer Krebserkrankung hat. Du darfst Dich da aber nicht so verrückt machen. In meiner Familie sind eigentlich alle an einer Krebserkrankung verstorben und daher wurde ich ständig mit dieser schrecklichen Krankheit konfrontiert. Mein Opa verstarb an Prostatakrebs, meine Oma an Magenkrebs (wobei das in den 60ern war und damals vielleicht übersehen wurde, dass sie auch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse gehabt haben könnte). Meine Mutter ist an Gebärmutterhalskrebs gestorben und meine Tante, also die Schwester meiner Mama, ebenso an Gebärmutterhalskrebs. Mein Vater starb an einem bösartigen Gehirntumor und mein Bruder vor drei Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Mein Leben lang sah ich das Leiden meiner Liebsten und stand, weiß Gott wie oft, am Friedhof. Die Angst auch an Krebs zu sterben war in meinem Fall sehr groß und kam mir schon fast unvermeidlich vor, aber ich weiß auch, dass nichts das "Entarten einer Zelle" mehr begünstigt wie die ständige Angst vor Krebs. Wichtig wäre natürlich, dass man bei einem kranken Menschen, der an Krebs erkrankt ist, dies so früh wie möglich erkennt, aber das gelingt halt nicht immer, eigentlich sogar eher selten. Manchmal "versteckt" sich ein Tumor auch hinter einem Organ und eine richtige Gewissheit NICHT an Krebs erkrankt zu sein, hat man fast nie, leider.
Auch bei mir, obwohl mir mein Bauchgefühl ständig gesagt hat, dass ich krank bin, war laut Ärzten scheinbar immer alles in Ordnung. Ich bin sogar zur psychosomatischen Reha geschickt worden und in der Zwischenzeit verschlechterte
sich meine chronische Pankreastitis zunehmend, weil ich ja gar nicht wußte was mit mir los ist und hatte daher auch keine Ahnung, dass ich mich ganz anders hätte ernähren müssen, usw. Man entdeckte meine Erkrankung ca. 20 Jahre später seit dem sie aufgetreten war und es ist wirklich schrecklich als eingebildeter Kranker herumzulaufen. Was den Krebs betrifft, so sagte man mir nach der Whippleoperation, dass ich etliche Tumore hatte, die zwar "noch" als gutartig einzustufen wären, aber das Gewebe als pankreatisch intraepitheliale Neoplasien einzustufen wäre, sprich : der Vorläufer von Pankreaskarzinomen. Ich habe also auch viele Gründe um wirklich Angst vor Krebs zu haben, aber man muss versuchen sich von dieser Angst freizumachen, denn leider bewirkt das nur das Gegenteil.
Eine wichtige Maßnahme bei Dir ist trotzdem ein CT oder ein MRT und ich wünsche Dir bei Deiner weiteren Diagnostik
alles Liebe. MIr geht es auch ein Jahr nach meiner OP sehr bescheiden, aber tue mich mit Arzt- und Klinikbesuchen in der Zwischenzeit sehr schwer. Am liebsten würde ich nichts mehr von allem wissen wollen.

Alles Gute und nicht verzweifeln....
Tina
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