Angst vor der Kopfentfernung

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Xenia66
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Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Xenia66 »

Hallo, bei meinem Mann muß der Kopf der Bauchspeicheldrüse sowie der Zwölffingerdarm und die Galle entfernt werden, sicherlich kennen hier einige diese OP. Nun hat er wirklich Todesangst und ist richtig depressiv geworden. All sein Denken dreht sich nur noch um die OP und die Angst, was kommt danach, wie hoch ist meine Lebenserwartung, geht alles gut. Gibt es hier jemanden der die OP hinter sich hat und ein wenig erzählen kann??? Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin, so sehe ich meinen Mann leiden und erkenne ihn kaum wieder, ich will ihm helfen, weiß aber nicht wie...
Karl-Josef
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Karl-Josef »

Hallo Xenia66,

schau dir meine Berichte dazu an, die ich die letzten Jahre geschrieben habe. Bin im März 2007 so operiert worden, wie es deinem Mann jetzt bevorsteht.
Du siehst, man kann es schaffen, gelte jetzt - wie man so schön sagt - als geheilt. Stehe aber weiterhin unter Beobachtung und die Blutuntersuchungen wie bei der Nachsorge gehen auch noch weiter. Dies gibt noch zusätzliche Sicherheit.
Mir geht es ziemlich gut, wenn es auch nicht mehr so ist, wie vor der OP. Aber damit komme ich sehr gut klar und kann auch noch sehr viele schöne Dinge machen.
Solltet ihr mehr wissen wollen oder Fragen haben, so mailt mich an, werde gerne Auskunft erteilen, denn über dieses Forum habe ich auch sehr viel Hilfe erfahren.

Alles Gute und ruhig bleiben, der Körper kann viel aushalten, wenn die Seele stimmt.
Hoffnung und Kampf lohnen sich immer.

Karl-Josef
Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern
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Albatros
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Albatros »

Hallo Xenia66,

und herzlich Willkommen in diesem tollen Forum!
Ich kann DICH sooo gut verstehen!!! Auch ich bin " NUR Angehörige", was ja nicht heisst, dass wir NICHT Betroffene sind! Wir sehen unseren Männern/Frauen/Lebenspartnern zu wie sehr sie leiden und können doch so wenig tun. :( Aber das Wenige was wir können ist: selber zuversichtig sein und positiv denken, immer da sein, zusammen weinen und auch lachen, die erfüllbaren Wünsche von den Augen ablesen, dem Kranken Ruhe gönnen, Belastendes fernhalten, positiv denken und...... Geduld seeeehr sehr viel Geduld haben, mit dem Betroffenen und mit sich selber. Denn wir sind auch nur Menschen und müssen sehr stark sein und vieles "(Er-) Tragen.

Gib deinem Mann das Gefühl das alles gut ist bzw. wird. Die OP ist nicht einfach, mein Mann Horst wurde im Dezember 2008 auch gewhippelt. Pankreaskopf, Zwölffingerdarm, Galle und vorsorglich der Blinddarm raus. Das war genau am 17.12.2008. Entlassen wurde er am 27.12.2008, für mein Empfinden war die Entlassung 10 Tage nach OP ziemlich früh. Andererseits hatte ich ihn endlich (stationär seit 06.12.) endlich wieder zuhause :) . Mein Mann wurde in Bochum operiert, von uns aus 100 km weg. Das war für mich eine Strapatze, trotzdem bin ich JEDEN Tag bei ihm gewesen. Hab morgens von 5.30 - 9.30 h gearbeitet und danach auf die Autobahn. Da wir keine kleinen Kinder mehr hatten konnte ich meistens bis ca 19 h bei ihn bleiben. Puh, wenn ich das so im Rückblick sehe.... :denk:
Seit Mai 2009 geht Horst wieder, körperlich sehr schwer, arbeiten in einer Walzengiesserei Vollzeit im Schichtdienst. :klatsch: :klatsch: Du kannst dich gerne über PN bei mir melden, manchmal muß man einfach mal mit einem Betroffenenangehörigen reden.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für diese schwere Zeit.
Liebe Grüße
Albatros

Das Leben ist wie ein Spiegel:
Wenn man hineinlächelt, lächelt es zurück!
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Lutz Otto
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Lutz Otto »

Hallo Xenia66,

herzlich Willkommen im Forum des AdP e.V..Eigentlich wurde hier schon vieles von Karl-Josef und Albatros beantwortet.

Eines möchte ich dann hier noch anmerken. Sicherlich werdet ihr vor solchen großen operativen Eingriff informiert haben, ob die Klinik wo dieser Eingriff vorgesehen ist, diese Op im größeren Umfang schon durch geführt hat. Solltet ihr dazu Informationen benötigen, fragt hier bitte im Forum nach Empfehlungen bzw. die AdP - Ansprechpartner in Eurer Region.
Die gewählte Klinik ist oft schon das A und O für eine optimale OP/ Therapie/ Genesung/ Nachsorge.

Ich wünsche Euch Beiden alles, alles Gute

LG Lutz
Xenia66
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Xenia66 »

Hallo Lutz,
vielen Dank für deine Anregung. Wir werden nach Heidelberg gehen und haben da bisher sehr viel gutes gehört. Auch hier wurde Heidelberg als ganz gut beschrieben, jetzt hoffen wir das Beste.
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Lutz Otto
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Lutz Otto »

Hallo Xenia66,

da seit ihr ja wirklich in einer der Top-Kliniken. Für die bevorstehende Op wünsche ich Deinem Mann alles, alles Gute und eine schnelle Genesung.
Wurde diesbezüglich schon über einer anschließender REHA-Maßnahme gesprochen?

Ich drücke Euch die Daumen und würde mich freuen wenn Du/ Ihr diesem Forum treu bleibt.

LG Lutz
Xenia66
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Xenia66 »

Hallo Lutz,

nein, das wurde leider noch nicht besprochen, nur angeschnitten, dass es das wohl geben würde. Insofern bin ich da über jede Infoirmation dankbar, denn sich selbst zu informieren ohne genau zu wissen wo, ist sehr zäh.
Grüße
Xenia
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Lutz Otto
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Lutz Otto »

Ja hier gehen die Meinungen im Forum auseinander, ob man die REHA antritt oder doch das gewohnte Umfeld (zu Hause) zur weiteren Genesung vorzieht.
Ich habe vor zwölf Jahren eine REHA in Bad Kissingen gemacht und war damit sehr zufrieden. Persönlich würde ich immer wieder eine REHA in Anspruch nehmen.
Aus Beiträgen hier im Forum und persönlichen Gesprächen weiß ich das die " Rosenbergklinik in Bad Driburg " lobend erwähnt wird. Die Frage wäre ob dieses für Euch entfernungtechnisch in Frage kommen würde. Das Zweite ist dann, welche " Verträge" der Versicherer abgeschlossen hat und somit dann diese Klinik überhaupt zur Diskussion steht.
Ich hoffe das sich hier vielleicht noch einige Forenmitglieder mit positiven oder negativen Erfahrungen zu REHA-Kliniken / Maßnahmen melden.

LG und ein schönes Wochenende

Lutz
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Tina R.
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Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Tina R. »

Liebe Xenia,

bei mir wurde letztes Jahr im März die gleiche Operation, die Deinem Mann jetzt bevorsteht, vorgenommen. (Zusätzlich noch die Teilresektion des Magens). Leicht ist diese Zeit wirklich nicht, aber zum Glück hatte ich die volle Unterstützung meines Mannes. ("Geteiltes Leid ist halbes Leid "stimmte in diesem Fall wirklich!). Ich hatte eigentlich auch gar keine andere Alternative zur Operation, denn wenn ein Krebsverdacht besteht, sagt man doch auch zu so einer großen und schwerwiegenden Operation ja.
Was die Anschlußreha betrifft, so hatte ich zwar nicht viel davon, aber ich denke, dass es für meinen Mann besser war, mich dort gut aufgehoben zu wissen. Ich hatte so fürchterliche Durchfälle, die einfach mit nichts zu stoppen waren und dann bekam ich dort in der Reha zumindest ständig Kochsalzlösungen als Infusion - ich wäre sonst total von innen ausgetrocknet, hätte Elektolyteverlust bekommen, auch der ganz massive Kaliummangel wurde intravenös behandelt - wenn ich zuhause gewesen wäre, hätte man das vielleicht gar nicht so engmaschig überwacht.
Ich lag zwar ganz oft auf meinem Zimmer und konnte an fast nichts teilnehmen, aber diese intensive Nachsorge hätte mein Mann wohl nicht bewältigen können und er wäre bestimmt des Öfteren ratlos und hilflos gewesen. Von daher hatte dies vom medizinischen Standpunkt schon seine Vorteile, auch wenn ich furchtbar Heimweh hatte und mich ziemlich einsam gefühlt habe, da ich ja meist alleine auf meinem Zimmer war. (Auch oft während den Mahlzeiten)
So schlimme Durchfälle sind allerdings eher selten und ich möchte Euch da jetzt keine Angst machen.

Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute, viel Kraft, Durchhaltevermögen und : man muss nun "ein paar Gänge herunterschalten" sowie den hektischen Alltag versuchen auszublenden. Ihr solltet jetzt einen kleinen Kokon um Euch herum bauen um Euch vor anderen belastenden Dingen zu schützen. Alles Liebe Xenia!
Grüße von Tina
Andy
Beiträge: 26
Registriert: 21. Juni 2012, 09:52

Re: Angst vor der Kopfentfernung

Beitrag von Andy »

Hallo Xenia66,
ich habe am 15.11.2011 die gleiche Diagnose bekommen.
Da brach auch bei mir eine Welt zusammen.
Nur dank meiner damaligen Freundin ( Wir haben am 17.03.2012 geheiratet)
die sich über den Arbeitskreis AdP informiert hat,habe ich eine Whippel OP
in Hamburg UKE-Eppendorf bekommen.
Hier noch mal herzlichen Dank an den AdP für die sehr gute Information.
Auch bin ich danach in Mölln zur AHB gekommen,kann ich nur empfehlen.
Werde am 10.07.2012 nochmals nach der Chemotherapie für mindestens 3 Wochen dort mich erholen.
Bin zur Zeit noch in der Chemobehandlung und nehme an der Espac 4 Studie im UKE-Eppendorf teil.
Meine schwierigkeiten sind eigendlich noch gut zu ertragen.
Habe ab und zu mal Durchfall,aber keine Übelkeit und keinen Haarausfall.
Nur meine Körperliche Leistungsfähigkeit läst schon ab Mittags merklich nach.
Aber auch das läst sich noch aushalten,auch mit dem Essen gibt es bei mir kaum einschränkungen,nur zu fettiges vertrage ich nicht.
Auch scharfe Sachen und Kohlensäure sowie Alkohol ,Kaffee und Äpfel vertrage ich nicht mehr.
Ich wünsche Euch beiden alles gute und last Euch nicht unterkriegen,
auch ich habe die gleiche Angst gehabt,aber zur Zeit bin ich voller Hoffnung.

Alles gute

Andy
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