Hallo liebe Foren-Mitglieder,
nach einigen Tagen Recherche hier im Forum, bin ich leider nicht viel schlauer was meine Situation anbelangt. Deshalb schildere ich sie hier mal kurz und hoffe auf euren Rat.
Mein Name ist Michael, ich bin 35 Jahre alt. Ich trinke seit meiner Jugend fast täglich Alkohol (1-2 l Bier).
Rückwirkend betrachtet, glaube ich ging es im Feb 2010 los, da hatte ich eines Morgens beim Frühstück extreme Bauchkrämpfe. Diese verschwanden nach ca. 2 Minuten wieder, dann kam Durchfall. Es fühlte sich an, als ob sich mein kompletter Bauch entleerte. Für den Rest des Tages war ich recht schlapp, am nächsten Tag ging es mir aber schon wieder recht gut…
Im Jun 2010 bekam ich diffuse Beschwerden im Magen- und Darmbereich. Dazu zählten insbesondere leichte Schmerzen im Oberbauch, nächtliche Blähungen, Wechsel zwischen breiigen Stuhl und Durchfall. Ich unterzog mich mehreren Ultraschalluntersuchungen, einer Magenspiegelung und einer Darmspiegelung. Alle Untersuchungen blieben ohne Befund. Die gezogenen Blutwerte waren auch in der Norm. Nach ca. 10 Wochen verschwanden die Beschwerden langsam, bis sie schließlich ganz weg waren.
Im Jun 2012 ging es dann wieder los. Ich bekam Beschwerden im Magen- und Darmbereich, welche bis heute anhalten. Es begann mit Blähungen, weicher bis breiiger Stuhlgang, ab und zu Durchfall. Ich habe ein ständiges Druckgefühl im Oberbauch, welches ab und zu mal durch ein Ziehen und Stechen abgelöst wird. Diese Schmerzen habe ich den ganzen Tag über, sie sind auszuhalten aber unangenehm. Nachts habe ich kaum Beschwerden. Mein Hausarzt veranlasste eine Blut- und Stuhluntersuchung – bis auf erhöhtes indirektes Bilirubin, erniedrigter Harnstoff, erniedrigter TSH (T3+T4 OK) war alles in Ordnung, auch Lipase, Amylase und Elastase im Stuhl waren im Normbereich. Also erst mal alles OK. Aber die Beschwerden wurden nicht besser, eher schlechter. Ich beobachtete nun hin und wieder voluminösen hellen fettigen Stuhlgang. Über 4 Wochen quälte mich ein Globusgefühl, so schnell wie es gekommen war verschwand es dann auch wieder. An einigen Tagen hatte ich Gelenkschmerzen an Finger- und Handgelenken, an anderen sehr starken Harndrang und vermehrten Durst. Aber das schlimmste ist eigentlich, die starke Abgeschlagenheit. Sie kommt innerhalb von wenigen Minuten und bleibt dann mal Stunden aber auch mal über mehrere Tage. Es gibt Tage da komme ich nicht aus dem Bett heraus, weil das Blei in meinen Armen und Beinen so schwer ist. Durch die Appetitlosigkeit, welche noch dazu kam, habe ich in den letzten 2 Monaten 8kg verloren.
Ich beschloss mich beim Gastroenterologen vorzustellen. In der Blutuntersuchung wurden Hepatitis A-E, Zöliakie und Sprue ausgeschlossen, Bilirubin ist weiterhin erhöht und Elastase im Stuhl ist im Normbereich. Eine Magenspiegelung brachte auch keine weiteren Befunde außer Helicobacter negativ. Ein MRT blieb ohne Befund. In den letzten Tagen sind zu den Oberbauchschmerzen auch noch Schmerzen/Stechen im Rücken dazu gekommen. Ich führe nun einige Wochen ein Ernährungstagebuch, es scheint mir als wenn ich auf fettiges reagiere.
Meine Hausärztin hat mich nun mit Burn Out incl. Reizdarmsyndrom zum Psychiater überwiesen – doch ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Lösung ist. Ich habe große Angst, dass ich mir mit dem Alkohol die Bauchspeicheldrüse kaputt gemacht habe (seit 4 Monaten trinke ich nun nichts mehr).
Habt Ihr eine Idee was mit mir los sein könnte, hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Kann man mit einem MRT eine entstehende ch. Pankreatitis oder Insuffizienz nachweisen (im Befundbericht steht: kleinste Verkalkungen sind mit MRT nicht sicher zu diagnostizieren!)? Ich habe demnächst noch mal eine Blutuntersuchung, auf welche Werte sollte man sich konzentrieren um eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung festzustellen. Gibt es überhaupt Werte die außerhalb eines Schubes ausschlagen? Sollte man Elastase im Stuhl vielleicht im Verlauf über 3 Tage messen!?
Ich bedanke mich schon mal vorab für eure Hilfe.
Viele Grüße aus dem Harz
Michael
Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
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Bsp26
- Beiträge: 85
- Registriert: 4. September 2012, 20:04
- Wohnort: Bonn
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Hi
also erstmal vorweg . ne akute BSP Drüsenentzündung hast du schon mal nicht. Du hast ja schon FAST alle diagnostischen Maßnahmen gemacht. Ich empfehle dir auf jeden Fall in ein spezielles Pankreaszentrum zu gehen und auch mal ein MRCP oder noch besser ein ERCP durchführen zu lassen um die Gänge einzusehen, da es sich ja schon sehrrr nach Pankreas anhört. Du solltest deinen Fokus auf Pankreas legen, und wenn diese chronisch ist dann müssen die Werte nicht zwingend direkt ansteigen. Bleib am Ball und lass das mal genauer checken un lass es nicht auf die Psyche abwätzen, es kommt zwar viel von der Psyche aber das sind ja schon klassische Symptome. Ist es denn speziell nach fettigem Essen schlimmer ?? Die interessantesten Blutwerte bei Pankreaserkrankungen sind: Lipase, Amylase, CRP, Hämatokrit, Calcium, Leukozyten, Blutzucker diese solltest du dir im ganzen mal anschauen.
LG
also erstmal vorweg . ne akute BSP Drüsenentzündung hast du schon mal nicht. Du hast ja schon FAST alle diagnostischen Maßnahmen gemacht. Ich empfehle dir auf jeden Fall in ein spezielles Pankreaszentrum zu gehen und auch mal ein MRCP oder noch besser ein ERCP durchführen zu lassen um die Gänge einzusehen, da es sich ja schon sehrrr nach Pankreas anhört. Du solltest deinen Fokus auf Pankreas legen, und wenn diese chronisch ist dann müssen die Werte nicht zwingend direkt ansteigen. Bleib am Ball und lass das mal genauer checken un lass es nicht auf die Psyche abwätzen, es kommt zwar viel von der Psyche aber das sind ja schon klassische Symptome. Ist es denn speziell nach fettigem Essen schlimmer ?? Die interessantesten Blutwerte bei Pankreaserkrankungen sind: Lipase, Amylase, CRP, Hämatokrit, Calcium, Leukozyten, Blutzucker diese solltest du dir im ganzen mal anschauen.
LG
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Micha11
- Beiträge: 3
- Registriert: 21. Oktober 2012, 17:10
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Hallo Bsp26,
erstmal vielen Dank für deine Antwort!
So richtig Fettiges esse ich im Augenblick gar nicht mehr, seit ein einigen Tagen ernähre ich mich fast ausschließlich von Butterbroten. Es geht mir jetzt auch ein bisschen besser.
Vorher, wenn ich zum Beispiel abends mal ein Brötchen mit Fleischsalat gegessen habe, dauerte es ungefähr 2 Stunden und ich bekam einen starken Meteorismus. Das fühlte sich an, als wenn Seifenblasen im meinem Bauch zerplatzten. Bis das wieder verschwand vergingen ungefähr 4 Stunden. Ich konnte drauf warten, am nächsten Morgen ging es mir wieder schlecht – Abgeschlagenheit, kein Appetit und stärkere Oberbauchschmerzen.
Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und die von dir erwähnten Blutwerte noch mal testen lassen.
Wegen einer zweiten Meinung würde ich mich gerne zusätzlich noch mal einem Pankreasspezialisten vorstellen. Ich wohne im Harz – Magdeburg wäre für mich der nächste Weg. Kann denn jemand eine Empfehlung abgeben, was hier die bessere Wahl ist – Klinikum oder Uni-Klinikum?
Viele Grüße
Michael
erstmal vielen Dank für deine Antwort!
So richtig Fettiges esse ich im Augenblick gar nicht mehr, seit ein einigen Tagen ernähre ich mich fast ausschließlich von Butterbroten. Es geht mir jetzt auch ein bisschen besser.
Vorher, wenn ich zum Beispiel abends mal ein Brötchen mit Fleischsalat gegessen habe, dauerte es ungefähr 2 Stunden und ich bekam einen starken Meteorismus. Das fühlte sich an, als wenn Seifenblasen im meinem Bauch zerplatzten. Bis das wieder verschwand vergingen ungefähr 4 Stunden. Ich konnte drauf warten, am nächsten Morgen ging es mir wieder schlecht – Abgeschlagenheit, kein Appetit und stärkere Oberbauchschmerzen.
Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und die von dir erwähnten Blutwerte noch mal testen lassen.
Wegen einer zweiten Meinung würde ich mich gerne zusätzlich noch mal einem Pankreasspezialisten vorstellen. Ich wohne im Harz – Magdeburg wäre für mich der nächste Weg. Kann denn jemand eine Empfehlung abgeben, was hier die bessere Wahl ist – Klinikum oder Uni-Klinikum?
Viele Grüße
Michael
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Bsp26
- Beiträge: 85
- Registriert: 4. September 2012, 20:04
- Wohnort: Bonn
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Hi
ich weiß nur Heidelberg ist Super und Bochum aber schau mal hier im Forum da gibt es für jedes Bundesland die besten Kliniken.
Und tue mir einen Gefallen und bleib am Ball. Ich hab es auch mit der Pankreas und werde am 07.11. ca. operiert einen Tumor und ich bin 27 . Also ran halten.
Siehe : http://www.bauchspeicheldruese-pankreas ... /index.php
LG
ich weiß nur Heidelberg ist Super und Bochum aber schau mal hier im Forum da gibt es für jedes Bundesland die besten Kliniken.
Und tue mir einen Gefallen und bleib am Ball. Ich hab es auch mit der Pankreas und werde am 07.11. ca. operiert einen Tumor und ich bin 27 . Also ran halten.
Siehe : http://www.bauchspeicheldruese-pankreas ... /index.php
LG
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Andi
- Beiträge: 1060
- Registriert: 15. Februar 2011, 20:42
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Hallo Michael,
habe gerade Deinen Beitrag gelesen. Das mit dem Pankreaszentrum ist eine gute Idee, am besten wenn Du dich mal mit dem Regionalgruppenleiter in Deinem Bundesland in Verbindung setzt, da bekommst Du die richtige Empfehlung wo Du hingehen kannst.
Sei erst mal vorsichtig mit Fetten und trinke erst mal keinen Alkohol mehr.
Laß dich nicht mit der Psyche abfertigen, es muß eine richtige Diagnose gemacht werden, welches manchmal nicht ganz einfach ist wenn es um die Bauchspeicheldrüse geht, ich habe da einiges durchmachen müssen bis die Diagnose chron. Pankreatitis festgestellt wurde.
Na dann erst mal Alles Gute und wenn Du Fragen hast und ich Dir weiterhelfen kann, kannst Du mir auch eine PN senden.
LG Andi
habe gerade Deinen Beitrag gelesen. Das mit dem Pankreaszentrum ist eine gute Idee, am besten wenn Du dich mal mit dem Regionalgruppenleiter in Deinem Bundesland in Verbindung setzt, da bekommst Du die richtige Empfehlung wo Du hingehen kannst.
Sei erst mal vorsichtig mit Fetten und trinke erst mal keinen Alkohol mehr.
Laß dich nicht mit der Psyche abfertigen, es muß eine richtige Diagnose gemacht werden, welches manchmal nicht ganz einfach ist wenn es um die Bauchspeicheldrüse geht, ich habe da einiges durchmachen müssen bis die Diagnose chron. Pankreatitis festgestellt wurde.
Na dann erst mal Alles Gute und wenn Du Fragen hast und ich Dir weiterhelfen kann, kannst Du mir auch eine PN senden.
LG Andi

- Lutz Otto
- Beiträge: 659
- Registriert: 8. März 2008, 14:27
- Wohnort: Magdeburg
- Kontaktdaten:
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Hallo Michael,
erst einmal herzlich Willkommen im Forum des AdP e.V..
Entschuldige das ich mich erst jetzt hier melde, aber ich war auf Reisen und habe daher erst jetzt Deinen Beitrag gelesen.
Ich " leite" die AdP - Regionalgruppe in Magdeburg und kann Dir die Uni-Klinik Magdeburg empfehlen.
Sie ist seit vielen Jahren Pankreas-Erfahren und hat ähnliche Patienten/ OP Zahlen wie Heidelberg und Bochum ( die beiden großen Pankreaszentren Deutschlands).
Terminvergabe für die Pankreas-Sprechstunde ( Gastroenterologie) in Magdeburg ist folgende Rufnummer: 0391-67 13 139
Bei weiteren Fragen kannst du Dich gerne bei mir melden.
Alles Gute und eine beschwerdefreie Zeit.......
erst einmal herzlich Willkommen im Forum des AdP e.V..
Entschuldige das ich mich erst jetzt hier melde, aber ich war auf Reisen und habe daher erst jetzt Deinen Beitrag gelesen.
Ich " leite" die AdP - Regionalgruppe in Magdeburg und kann Dir die Uni-Klinik Magdeburg empfehlen.
Sie ist seit vielen Jahren Pankreas-Erfahren und hat ähnliche Patienten/ OP Zahlen wie Heidelberg und Bochum ( die beiden großen Pankreaszentren Deutschlands).
Terminvergabe für die Pankreas-Sprechstunde ( Gastroenterologie) in Magdeburg ist folgende Rufnummer: 0391-67 13 139
Bei weiteren Fragen kannst du Dich gerne bei mir melden.
Alles Gute und eine beschwerdefreie Zeit.......
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
-
Micha11
- Beiträge: 3
- Registriert: 21. Oktober 2012, 17:10
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Hallo,
vielen Dank für eure Ratschläge und Hinweise.
Ich bin nun in meinem Gefühl weiter bestärkt, dass irgendwas in meinem Körper nicht richtig läuft und das, das nicht allein von der Psyche kommen kann. Deshalb werde ich mir eine zweite Meinung von Spezialisten einholen (Danke Lutz für die Telefonnummer).
Ich werde euch auf dem laufenden halten.
Ich wünsch euch allen einen schönen sonnigen Sonntag!
Bsp26, dir drücke ich die Daumen für deine OP!
Viele Grüße aus dem Harz
Michael
vielen Dank für eure Ratschläge und Hinweise.
Ich bin nun in meinem Gefühl weiter bestärkt, dass irgendwas in meinem Körper nicht richtig läuft und das, das nicht allein von der Psyche kommen kann. Deshalb werde ich mir eine zweite Meinung von Spezialisten einholen (Danke Lutz für die Telefonnummer).
Ich werde euch auf dem laufenden halten.
Ich wünsch euch allen einen schönen sonnigen Sonntag!
Bsp26, dir drücke ich die Daumen für deine OP!
Viele Grüße aus dem Harz
Michael
-
Bsp26
- Beiträge: 85
- Registriert: 4. September 2012, 20:04
- Wohnort: Bonn
Re: Bauchspeicheldrüsenerkrankung??
Danke Micha und dir natürlich auch. Alles gute:)
LG Rene
LG Rene