Extreme Schwäche nach Pankreas OP
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Doku
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- Registriert: 15. April 2013, 10:04
Extreme Schwäche nach Pankreas OP
Mein Mann (er wird im Mai 75 Jahre alt) wurde am 21. November 2012 operiert. Der größte Teil der Pankreas (nur ein kleiner Teil des Kopfes blieb erhalten), die Milz und die Gallenblase wurden entfernt. In vier Lympfen wurden Metasthasen gefunden sowie unter dem Miskroskop erkennbare Metasthasen am Restresektionsrand. Während des Klinkaufenthaltes hatte er immer wieder hohe Enzündungswerte. Im Januar wurde die Chemotherapie begonnen, die seit Ende Februar unterbrochen wurde, da wieder Fieberschübe und hohe Entzündungswerte auftraten. Im März kam dann ein völliger Zusammenburch mit extrem hohen Entzündungswerten, die erneut im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt wurden. Alle möglichen diagnostischen Maßnahmen konnten jedoch nicht den Entzündungsherd ausfindig machen. Er ist zudem jetzt insulinplichtiger Diabetiker. Das heutige Problem - er ist jetzt seit zwei Wochen fieberfrei und die Entzündungswerte sind zurückgegangen - sind seine körprerliche Schwäche, die sich nach der OP kaum verändert hat. Nach nur kleinen Spaziergängen ist er total erschöpft. Diese Erschöpfung zeigt sich auch im Denken. Ist das normal nach so einer großen OP oder gibt es andere Erklärungen?
- Paula
- Beiträge: 106
- Registriert: 3. August 2012, 18:59
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Re: Extreme Schwäche nach Pankreas OP
Hallo
Willkommen im Forum.
Dein Mann hat eine sehr schwere und umfangreiche OP hinter sich. Da kann es immer wieder auch zu den vielfältigsten Komplikationen kommen. Aber ein so lange anhaltender Entzündungsherd der offenbar auch mit Antibiotika nicht in den Griff zu bekommen ist, könnte möglicherweise durch eine undichte Nahtstelle im OP Gebiet verursacht werden.Oder ist das Problem nun wirklich gelöst? An eurer Stelle würde ich in einem der großen auf Pankreas spezialisierten Zentren Vorstellig werden. Zb. Bochum oder Heidelberg.
Die OP, die anhaltende Entzündung, und erst Recht die Chemo kosten sehr viel Kraft und wenn man dann auch keinen Fortschritt wahrnimmt geht das auf die Psyche. Was die Erschöpfung des Denkens angeht, hat möglicherweise auch die Chemo im Gehirn eine hoffentlich nur vorübergehend Nebenwirkung gezeitigt.
Wenn ich deinen Beitrag richtig lese, so war wohl nur eine palliative OP möglich. Da könnte zb eine psychoonkologische Begleitung helfen mit der Situation fertig zu werden. Da könnten die Chancen herausgearbeitet werden, was dann die Lebensgeister stärken könnte.
Willkommen im Forum.
Dein Mann hat eine sehr schwere und umfangreiche OP hinter sich. Da kann es immer wieder auch zu den vielfältigsten Komplikationen kommen. Aber ein so lange anhaltender Entzündungsherd der offenbar auch mit Antibiotika nicht in den Griff zu bekommen ist, könnte möglicherweise durch eine undichte Nahtstelle im OP Gebiet verursacht werden.Oder ist das Problem nun wirklich gelöst? An eurer Stelle würde ich in einem der großen auf Pankreas spezialisierten Zentren Vorstellig werden. Zb. Bochum oder Heidelberg.
Die OP, die anhaltende Entzündung, und erst Recht die Chemo kosten sehr viel Kraft und wenn man dann auch keinen Fortschritt wahrnimmt geht das auf die Psyche. Was die Erschöpfung des Denkens angeht, hat möglicherweise auch die Chemo im Gehirn eine hoffentlich nur vorübergehend Nebenwirkung gezeitigt.
Wenn ich deinen Beitrag richtig lese, so war wohl nur eine palliative OP möglich. Da könnte zb eine psychoonkologische Begleitung helfen mit der Situation fertig zu werden. Da könnten die Chancen herausgearbeitet werden, was dann die Lebensgeister stärken könnte.
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
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uwe
- Beiträge: 301
- Registriert: 11. März 2008, 10:50
- Wohnort: Dorsten
Re: Extreme Schwäche nach Pankreas OP
Hallo doku,
Fünf Monate nach einer solchen Diagnose und weiterem Verlauf ist es durchaus normal das die Kraft noch nicht da ist.
Diese schnelle Müdigkeit habe ich, obwohl erst vierzig bei der Op, viel länger bemerkt.
Man braucht viel Geduld bis der Körper den OP Stress überwunden hat.
Viel Kraft und Geduld
Wünscht
Uwe
Fünf Monate nach einer solchen Diagnose und weiterem Verlauf ist es durchaus normal das die Kraft noch nicht da ist.
Diese schnelle Müdigkeit habe ich, obwohl erst vierzig bei der Op, viel länger bemerkt.
Man braucht viel Geduld bis der Körper den OP Stress überwunden hat.
Viel Kraft und Geduld
Wünscht
Uwe
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Muggle
- Beiträge: 224
- Registriert: 24. November 2012, 17:58
Re: Extreme Schwäche nach Pankreas OP
Ja, nach einer so großen OP und wenn dann auch noch Komplikationen auftreten, dann ist Schwäche ganz normal. Ich bin selbst auch im November aus dem Krankenhaus gekommen nach einem komplikationsreichen Verlauf, allerdings ohne Krebsdiagnose. Dennoch hat mein Hausarzt mir direkt gesagt, bei dem Verlauf wird es wohl einige Monate dauern, bis die Kraft wieder zurück ist und damit hatte er Recht. Ich hatte halt einfach eine andere Vorstellung und nun übe ich mich darin, Geduld zu haben und kleine Fortschritte zu machen, die dann hoffentlich darin enden werden, dass ich wieder fit bin. Bei einer Krebsdiagnose ist das alles noch mal viel komplizierter und andauernd hohe Entzündungswerte ist ja auch etwas, was so ein Körper (vor allem auch in dem Alter) nicht so leicht bewältigt.
Aber auch bei mir ist es noch so, dass ich sehr erschöpft bin und wenn ich mich überlaste Fieber bekomme und das, obwohl ich körperlich vermutlich in einem wesentlich besseren Zustand bin als dein Mann es ist und ich bin auch eine ganze Ecke jünger, das spielt ja auch eine Rolle. Ich habe inzwischen der Situation entsprechend ganz gute Blutwerte und das ist bei deinem Mann nicht der Fall. Warum, das muss m.E. dringend geklärt werden.
Wenn Fieber oder andere Unregelmäßigkeiten auftreten, scheut euch nicht, noch einmal in die Klinik zu fahren und das untersuchen zu lassen. Hohe Entzündungswerte müssen ja eine Ursache haben und nach der muss aus meiner Sicht doch eindringlich gesucht werden.
Bezüglich der Erschöpfung im Denken, ja, das gehört auch dazu. Ich bin eigentlich jemand mit einem extrem regen Geist, aber momentan mag ich oft einfach nur Sachen machen, wo ich nicht all zu viel nachdenken muss und wenn ich mich konzentriere, werde ich ganz schnell extrem müde und brauche ein Schläfchen.
Was euren Alltag betrifft, so haltet den Ball flach, er soll machen was er kann und was ihm gut tut- bestimmt gibt es das eine oder andere was noch geht und was ihm Freude bereitet. Darauf sollte er sich konzentrieren, für den Rest wäre es gut, wenn ihr ihm Anstrengungen abnehmt so gut es eben geht, so dass er seine wenigen Kräfte für Dinge einsetzen kann, die er genießt. Das wird sich letztlich positiv auf den gesamten Prozess auswirken.
Ich wünsche euch, dass dein Mann sich bald besser fühlt, so dass ihr das Leben auch wieder ein bisschen genießen und Kraft schöpfen könnt für das, was euch noch bevorsteht.
Aber auch bei mir ist es noch so, dass ich sehr erschöpft bin und wenn ich mich überlaste Fieber bekomme und das, obwohl ich körperlich vermutlich in einem wesentlich besseren Zustand bin als dein Mann es ist und ich bin auch eine ganze Ecke jünger, das spielt ja auch eine Rolle. Ich habe inzwischen der Situation entsprechend ganz gute Blutwerte und das ist bei deinem Mann nicht der Fall. Warum, das muss m.E. dringend geklärt werden.
Wenn Fieber oder andere Unregelmäßigkeiten auftreten, scheut euch nicht, noch einmal in die Klinik zu fahren und das untersuchen zu lassen. Hohe Entzündungswerte müssen ja eine Ursache haben und nach der muss aus meiner Sicht doch eindringlich gesucht werden.
Bezüglich der Erschöpfung im Denken, ja, das gehört auch dazu. Ich bin eigentlich jemand mit einem extrem regen Geist, aber momentan mag ich oft einfach nur Sachen machen, wo ich nicht all zu viel nachdenken muss und wenn ich mich konzentriere, werde ich ganz schnell extrem müde und brauche ein Schläfchen.
Was euren Alltag betrifft, so haltet den Ball flach, er soll machen was er kann und was ihm gut tut- bestimmt gibt es das eine oder andere was noch geht und was ihm Freude bereitet. Darauf sollte er sich konzentrieren, für den Rest wäre es gut, wenn ihr ihm Anstrengungen abnehmt so gut es eben geht, so dass er seine wenigen Kräfte für Dinge einsetzen kann, die er genießt. Das wird sich letztlich positiv auf den gesamten Prozess auswirken.
Ich wünsche euch, dass dein Mann sich bald besser fühlt, so dass ihr das Leben auch wieder ein bisschen genießen und Kraft schöpfen könnt für das, was euch noch bevorsteht.
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Doku
- Beiträge: 2
- Registriert: 15. April 2013, 10:04
Re: Extreme Schwäche nach Pankreas OP
Hallo, die Antworten haben mir sehr geholfen. Es ist also nicht so außergewöhnlich. Gestern hatten wir ein Gespräch bei einer Ernährungsberaterin, die auch Diabetesberatung macht. Auch auf dieser Linie können die Weichen neu gestellt werden. Und heute wird sich entscheiden ob die Chemotherapie fortgestzt wird. Mit Wellenbewegungen müssenwir sicher noch lange leben.
Doris
Doris
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Muggle
- Beiträge: 224
- Registriert: 24. November 2012, 17:58
Re: Extreme Schwäche nach Pankreas OP
Ich hoffe, der Tag heute war für euch voller guter Nachrichten und drücke fest die Daumen, dass die Chemo weiter gehen darf.