Depression nach Whipple OP?
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Kaba18
- Beiträge: 180
- Registriert: 9. Juli 2012, 08:38
Depression nach Whipple OP?
Ich würde gerne wissen, ob es auch anderen Operierten so gegangen ist wie es gerade meinem Mann geht... Er ist 44, vor einer Woche gewhippelt worden aufgrund einer Stenose im Pankreasgang (14 akute Pankreasentzündungen in den letzten 2,5 Jahren) und kommt überhaupt nicht mehr hoch, das Morphin macht ihn total platt, er ist nur müde und antriebslos und nervlich völlig am Ende - ganz abgesehen von den Schmerzen die durch die Operation verursacht werden. Andere mit derselben OP auf der Station laufen schon recht munter durch die Gegend, aber er ist kaum zu motivieren, sich überhaupt aus dem Bett zu bewegen. Er will nur schlafen und sagt, er hat keine Kraft mehr zu gar nichts. Ich kenne ihn so gar nicht, das Problem ist auch, dass er sehr weit weg von zuhause operiert wurde und Besuch aufgrund eigener Arbeitszeiten in der nächsten Woche nicht möglich ist. Am liebsten würde ich ihn in unser Krankenhaus am Ort zurückverlegen lassen, damit ihm das vielleicht Auftrieb gibt.... Ich weiß echt nicht mehr weiter
Liebe Grüße
Kaba
"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
Kaba
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Norbert
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- Registriert: 11. März 2008, 10:55
- Wohnort: Raum Erlangen
Re: Depression nach Whipple OP?
Hallo Kaba,
ich glaube es ist völlig normal, dass dein Mann depressiv ist. Er hat eine lange Leidensstrecke hinter sich. Wenn man ständig Schübe hat und dann noch operiert wird, schlaucht das unheimlich. Ich war damals auch depressiv und wurde 250 km von meinem Wohnort operiert, hatte also auch nur an den Wochenenden Besuch. Aber in der anschließenden Reha wurde es täglich besser.
Das Morphin gibt noch seinen Rest dazu. Vielleicht kann man auf ein anderes Opiat umstellen, das nicht so müde macht. Redet einfach mal mit dem Arzt darüber.
In Wohnortnähe würde ich deinen Mann nicht verlegen lassen, falls es zu Komplikationen kommt , ist er dann nicht in der Spezialklinik.
Ich hoffe die Stimmung wird bald besser, verliere nicht den Mut. Gib im noch etwas Zeit.
Herzliche Grüße
Norbert
ich glaube es ist völlig normal, dass dein Mann depressiv ist. Er hat eine lange Leidensstrecke hinter sich. Wenn man ständig Schübe hat und dann noch operiert wird, schlaucht das unheimlich. Ich war damals auch depressiv und wurde 250 km von meinem Wohnort operiert, hatte also auch nur an den Wochenenden Besuch. Aber in der anschließenden Reha wurde es täglich besser.
Das Morphin gibt noch seinen Rest dazu. Vielleicht kann man auf ein anderes Opiat umstellen, das nicht so müde macht. Redet einfach mal mit dem Arzt darüber.
In Wohnortnähe würde ich deinen Mann nicht verlegen lassen, falls es zu Komplikationen kommt , ist er dann nicht in der Spezialklinik.
Ich hoffe die Stimmung wird bald besser, verliere nicht den Mut. Gib im noch etwas Zeit.
Herzliche Grüße
Norbert
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Muggle
- Beiträge: 224
- Registriert: 24. November 2012, 17:58
Re: Depression nach Whipple OP?
liebe Kaba, "andere nit derselben Operation" koennen nicht der Massstab sein, da es bei jedem ein bisschen anders laeuft. Vielleicht benoetigt dein Mann mehr Morphin als "andere" oder es heilt da innen nicht ganz nach Plan, so dass er staerkere Schmerzen hat oderer hat andere Nebenwirkungen. Zudem hat er ja eine bewegte Vorgeschichte.
Alles das koennen Faktoren sein, die es ihm schwer machen und der direkte Schluss, dass es wohl psychisch sei, machts meist auch nicht besser, denn es imp,iziert all zu oft, er muesse sich nur Muehe geben. Hab ich wortwoertlich so gehoert von einer Schwester....nur Stunden bevor es aufgrund einer inneren blutung zu einem Notfall kam. Ich konnte wirklich nicht, aber du weisst schon, andere mit derselben op....nun, andere mit derselben Op muessen in der Regel auch nichtmehrmals nachoperiert werden, weil irgendwelche Naehte undicht sind, aus den Bauchraumdrainagen nur noch ein eitriges Irgendwas kommt und sie selber vor lauter Riesenpleuraerguss nicht mehr schnaufen koennen, wochenlang kuenstlich ernaehrt werden usw... Aber alle wussten, was andere nach so einer op schon koennen. Das war ehrlich gesagt ziemlich irritant, denn so einen Fall haben sie dort, zumindest nach dem, was ich rausfinden konnte, noch nie gehabt. Dennoch wusste es jeder besser.
Was Fakt ist: Deinem Mann geht es schlecht. Schick ihm jeden Tageine Karte. Oder ein Paeckchen mit seiner Lieblingsmusik. Es gibt viele Moeglichkeiten, jemanden aus der Ferne zu ermutigen und dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob eine Depression der Grund ist. Frag ihn, ob er sich schon wieder xy zutraut. Auch das spornt an, aber es ist nicht so bevormundend wie: Das muesstest du auch schonnkoennen, andere Patienten mit derselben Op....
Andere Patienten mit derselben Op arbeiten schon laengst wieder. Wuerd ich auch gern, aber mein Leben findet immer noch mit einem halben Bein in der Notaufnahme statt. So etwas ist schwet auszuhalten, vor alem dann, wenn aeusserer Druck dazu kommt. Ich kann nix dafuer, dass Naehte aufgegangen sind, dennoch wird ein verzoegerter Heilungsprozess heutzutage leider oefter mit der schwachen Psyche eines Patienten in Verbindung gebracht als mit einem ungschickten Chirurgen oder einem Behandlngsfehler. Und DAS ist fuer den Patienten sehr belastend. Der ja sowieso schon darunter leidet, dass alles laenger dauert und viele oofeSachen doppelt und dreifach ausgehalten werden muessen.
Insofern moechte ich dich ermutigen, gena zu schauen und zu fragen (auch ihn selber), ob sein Heilungsstand denn tatsaechlich mit dem der Pati ein nten vergleichbar ist, diedu als Vergleich herangezogen hast.
Es kann natuerlich sein, dass man durch die Morphine extrem muede wird. Das istso, aber es ist vermutlich nichtder einzige Grund, es sei denn sie sind noch immer extrem hoch dosiert und dann muss man sich fragen, warum er das immer noch in dieser Form braucht.
Auch dass er sich jetzt gezwungenermassen mit seiner Erkrankung auseinandersetzt, ist normal. Das scheint ja irgendwie eine neverending Story zu sein und da kann es durchaus Phasen vonMutlosigkeit geben.
Versuche, ihm ein bisschen normalesLeben, so wue eres mag, ins Krankenhauszu bringen. Das geht prima ueber Mail und Telefon...meineFreundin schrieb mir die ganze Zeit jeden Tag einen Tagebucheintrag im Namen meines Hundes, den ich per Mail abrufen konnte...wochenlang hab ch davon gelebt, weit weg von zuhause auf der Wachstation. Sei ein bisschen kreativ, finde heraus, was ihm Freude macht. Naehre seine Vorstellung, wie es sein wird, wenn er wieder rauskommt. Was ihr wieder zusammen machen werdet...lock ihn einfach ein bisschennmit dem Leben. Ermoegliche ihm kleine Schritte da hinein.
Schau, ob das, was er vermisst undwas ihm fehlt, vielleicht im kleinen Rahmen machbar ist. Ich hatte z.b. als jemand, der taeglich viele Stunden an der frischen Luft verbrachte, enorme Schwierigkeiten mit der klimatisierten Luft auf Intensiv und Wachstation, dort durften die Fenster nichr geoeffnet werden. Als ich dan nach Wochen die ersten Schritte mit der Physiotherapèutin machen konnte, habe ich den Wunsch geaussert, zu Luft zu konnen und so pirschten wir nheimlzur Feuertreppe der Station...sowas ist dann extrem motivierend...aber nicht jeder kommt auf solche Ideen, da kannst du deinem Mann vielleicht helfen, indem du versuchst, das was er machen soll mit etwas angenehmem zu koppeln.
Ich glaube aber, dass du ihm schon enorm hilfst, indem du ihn und sein Befinden so ernst nimmst, wie er es fuehlt und dich nicht an den anderen orientierst....denn wenn er wirklich eine Depression hat, wird das eher einen Rueckzug ausloesen. Locken und motivieren ja, fordern nein, denn du kannst nicht wissen, ob die Forderung angemessen ist. Andere sind da zuweilen kein guter Masstab.
Alles das koennen Faktoren sein, die es ihm schwer machen und der direkte Schluss, dass es wohl psychisch sei, machts meist auch nicht besser, denn es imp,iziert all zu oft, er muesse sich nur Muehe geben. Hab ich wortwoertlich so gehoert von einer Schwester....nur Stunden bevor es aufgrund einer inneren blutung zu einem Notfall kam. Ich konnte wirklich nicht, aber du weisst schon, andere mit derselben op....nun, andere mit derselben Op muessen in der Regel auch nichtmehrmals nachoperiert werden, weil irgendwelche Naehte undicht sind, aus den Bauchraumdrainagen nur noch ein eitriges Irgendwas kommt und sie selber vor lauter Riesenpleuraerguss nicht mehr schnaufen koennen, wochenlang kuenstlich ernaehrt werden usw... Aber alle wussten, was andere nach so einer op schon koennen. Das war ehrlich gesagt ziemlich irritant, denn so einen Fall haben sie dort, zumindest nach dem, was ich rausfinden konnte, noch nie gehabt. Dennoch wusste es jeder besser.
Was Fakt ist: Deinem Mann geht es schlecht. Schick ihm jeden Tageine Karte. Oder ein Paeckchen mit seiner Lieblingsmusik. Es gibt viele Moeglichkeiten, jemanden aus der Ferne zu ermutigen und dabei spielt es in erster Linie keine Rolle, ob eine Depression der Grund ist. Frag ihn, ob er sich schon wieder xy zutraut. Auch das spornt an, aber es ist nicht so bevormundend wie: Das muesstest du auch schonnkoennen, andere Patienten mit derselben Op....
Andere Patienten mit derselben Op arbeiten schon laengst wieder. Wuerd ich auch gern, aber mein Leben findet immer noch mit einem halben Bein in der Notaufnahme statt. So etwas ist schwet auszuhalten, vor alem dann, wenn aeusserer Druck dazu kommt. Ich kann nix dafuer, dass Naehte aufgegangen sind, dennoch wird ein verzoegerter Heilungsprozess heutzutage leider oefter mit der schwachen Psyche eines Patienten in Verbindung gebracht als mit einem ungschickten Chirurgen oder einem Behandlngsfehler. Und DAS ist fuer den Patienten sehr belastend. Der ja sowieso schon darunter leidet, dass alles laenger dauert und viele oofeSachen doppelt und dreifach ausgehalten werden muessen.
Insofern moechte ich dich ermutigen, gena zu schauen und zu fragen (auch ihn selber), ob sein Heilungsstand denn tatsaechlich mit dem der Pati ein nten vergleichbar ist, diedu als Vergleich herangezogen hast.
Es kann natuerlich sein, dass man durch die Morphine extrem muede wird. Das istso, aber es ist vermutlich nichtder einzige Grund, es sei denn sie sind noch immer extrem hoch dosiert und dann muss man sich fragen, warum er das immer noch in dieser Form braucht.
Auch dass er sich jetzt gezwungenermassen mit seiner Erkrankung auseinandersetzt, ist normal. Das scheint ja irgendwie eine neverending Story zu sein und da kann es durchaus Phasen vonMutlosigkeit geben.
Versuche, ihm ein bisschen normalesLeben, so wue eres mag, ins Krankenhauszu bringen. Das geht prima ueber Mail und Telefon...meineFreundin schrieb mir die ganze Zeit jeden Tag einen Tagebucheintrag im Namen meines Hundes, den ich per Mail abrufen konnte...wochenlang hab ch davon gelebt, weit weg von zuhause auf der Wachstation. Sei ein bisschen kreativ, finde heraus, was ihm Freude macht. Naehre seine Vorstellung, wie es sein wird, wenn er wieder rauskommt. Was ihr wieder zusammen machen werdet...lock ihn einfach ein bisschennmit dem Leben. Ermoegliche ihm kleine Schritte da hinein.
Schau, ob das, was er vermisst undwas ihm fehlt, vielleicht im kleinen Rahmen machbar ist. Ich hatte z.b. als jemand, der taeglich viele Stunden an der frischen Luft verbrachte, enorme Schwierigkeiten mit der klimatisierten Luft auf Intensiv und Wachstation, dort durften die Fenster nichr geoeffnet werden. Als ich dan nach Wochen die ersten Schritte mit der Physiotherapèutin machen konnte, habe ich den Wunsch geaussert, zu Luft zu konnen und so pirschten wir nheimlzur Feuertreppe der Station...sowas ist dann extrem motivierend...aber nicht jeder kommt auf solche Ideen, da kannst du deinem Mann vielleicht helfen, indem du versuchst, das was er machen soll mit etwas angenehmem zu koppeln.
Ich glaube aber, dass du ihm schon enorm hilfst, indem du ihn und sein Befinden so ernst nimmst, wie er es fuehlt und dich nicht an den anderen orientierst....denn wenn er wirklich eine Depression hat, wird das eher einen Rueckzug ausloesen. Locken und motivieren ja, fordern nein, denn du kannst nicht wissen, ob die Forderung angemessen ist. Andere sind da zuweilen kein guter Masstab.
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Muggle
- Beiträge: 224
- Registriert: 24. November 2012, 17:58
Re: Depression nach Whipple OP?
Ups, sorry fuer Buchstabensalat, der Tablet macht mal wieder was er will und springt dauernd an andere Stellen im Text waehrend man schreibt
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Leon
- Beiträge: 7
- Registriert: 20. Dezember 2009, 21:19
Re: Depression na der OPch Whipple OP?
Hallo Kaba,
wurde im Jahr 2007 magenerhaltend gewhippelt.Hatte eine Stenose im Gallengang
mit Tumorverdacht. Welcher sich nach der OP glücklicherweise nicht bestätigte.
Die ersten Tage nach der OP waren sehr belastend.(Psyche)
Die Schmerzen wurden durch eine Sonde im Rückenmark fast ganz eliminiert.
Nach 6 Tagen dann Umstellung der Schmerztherapie.Aber keine Morphine.
Mehrere gut verträgliche Schmerzmittel.
Wenn die Schmerzen weniger werden,bessert sich auch die Psyche.
Morphine belasten den gesamten Körper.
Versuche doch mit den Ärzten eine Lösung zu finden.
Nach dieser OP, muß man viel Geduld haben.
Aber der Zustand wird sich nach und nach bessern.
Auch Du mußt versuchen,deine Nerven im Griff zu halten.Nur so hilfst Du deinem Mann und
euch beiden.
Was wurde denn bei der OP genau gemacht?
Kannst ja weiter berichten.
LG Leon
wurde im Jahr 2007 magenerhaltend gewhippelt.Hatte eine Stenose im Gallengang
mit Tumorverdacht. Welcher sich nach der OP glücklicherweise nicht bestätigte.
Die ersten Tage nach der OP waren sehr belastend.(Psyche)
Die Schmerzen wurden durch eine Sonde im Rückenmark fast ganz eliminiert.
Nach 6 Tagen dann Umstellung der Schmerztherapie.Aber keine Morphine.
Mehrere gut verträgliche Schmerzmittel.
Wenn die Schmerzen weniger werden,bessert sich auch die Psyche.
Morphine belasten den gesamten Körper.
Versuche doch mit den Ärzten eine Lösung zu finden.
Nach dieser OP, muß man viel Geduld haben.
Aber der Zustand wird sich nach und nach bessern.
Auch Du mußt versuchen,deine Nerven im Griff zu halten.Nur so hilfst Du deinem Mann und
euch beiden.
Was wurde denn bei der OP genau gemacht?
Kannst ja weiter berichten.
LG Leon
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Kaba18
- Beiträge: 180
- Registriert: 9. Juli 2012, 08:38
Re: Depression nach Whipple OP?
Vielen Dank für Eure Antworten. Die Anmerkung dass andere mit der OP schon rumlaufen, kam nicht von mir selbst sondern eher von meinem Mann.
Mittlerweile ist das Morphin ausgetauscht worden und er ist nicht mehr ganz so apathisch. Die Schmerzen sind leider nicht in den Griff zu bekommen ohne Morphium (selbst damit ist es sehr schwierig) da er eine Allergie auf andere Schmerzmittel hat wie z.B. Novamin - das Mittel der Wahl bei solchen Sachen. Falls jemandem das etwas sagt, die letzten 5 - 6 akuten Schübe hat er nur mit Sufenta überstanden und das ziemlich hochdosiert. Da der letzte Schub erst 10 Tage vor der OP war, wirkten dementsprechend die relativ harmlosen Schmerzmittel überhaupt nicht. Zum einen war der Schmerzkatheter noch nicht angeschlossen, als er aus der Narkose wach wurde, zum anderen hatte er sich 1 Tag später gelöst OHNE DASS ES JEMAND BEMERKT HAT, so dass die ganze Medikation in einer langen Straße unter seinem Bett langlief und der Katheteranschluss auf dem Boden lag und kontinuierlich Schmerzmittel auf den Fußboden abgegeben hat. Unglaublich. Jedenfalls wirken bei ihm die Schmerzmittel nicht richtig aus vielerlei Gründen und selbst in der MHH sind sie trotz Schmerz-Team nicht in der Lage, das in den Griff zu kriegen. Traurig aber wahr. Essen und Trinken ist selbst am 8. Tag nach der OP nicht. Wenn Trinken dann nur Wasser schluckweise und danach kriegt er immer Schluckauf und das reisst an der Narbe und tut ihm noch mehr weh. Das schlimmste ist, die Entzündungswerte sind seit gestern am Steigen... CRP von gestern 80 auf heute 160. Das deutet auf eine Nahtinsuffizienz hin und was das bedeutet, brauche ich wohll keinem zu erzählen, der hier im Forum ist. Er selbst weiß diese Werte noch nicht und das ist vielleicht auch gut so. Aber er sagt sein Bauch spannt. Ich hoffe er sagt das morgen bei der Visite dem Arzt, damit mal ein CT oder sonstwas gemacht wird, vielleicht auch ein Ultraschall. Fieber hat er nicht, aber die Drainage-Austrittsstellen tun ihm seit Beginn sehr weh. Ein Antibiotikum bekommt er auch nicht. Ich bin einfach nur fertig.
Leon: dieselbe OP hatte er wie Du, pyloruserhaltend, Duodenum weg. Galle war schon raus, Milz blieb drin. Alles aufgrund einer Gangstenose im Pankreasgang.
Muggle:
Ich schreibe ihm dauernd Briefe und Karten, erzähle von zuhause und was wir machen wenn er wieder da ist, schicke Bilder vom Garten und unseren Tieren und uns selbst per whatsapp, tue alles um ihn zu stärken und ihm Mut zu machen. Weinen tue ich heimlich, zuhause. Nicht so, dass er es unbedingt mitbekommt.
Hatte ich schon erwähnt, dass unsere gesamte Familie im Krankenhaus arbeitet und wir uns daher sehr gut auskennen mit allen möglichen und unmöglichen Dingen..? Das macht es nicht gerade leichter eigentlich.
Danke euch nochmal!
Mittlerweile ist das Morphin ausgetauscht worden und er ist nicht mehr ganz so apathisch. Die Schmerzen sind leider nicht in den Griff zu bekommen ohne Morphium (selbst damit ist es sehr schwierig) da er eine Allergie auf andere Schmerzmittel hat wie z.B. Novamin - das Mittel der Wahl bei solchen Sachen. Falls jemandem das etwas sagt, die letzten 5 - 6 akuten Schübe hat er nur mit Sufenta überstanden und das ziemlich hochdosiert. Da der letzte Schub erst 10 Tage vor der OP war, wirkten dementsprechend die relativ harmlosen Schmerzmittel überhaupt nicht. Zum einen war der Schmerzkatheter noch nicht angeschlossen, als er aus der Narkose wach wurde, zum anderen hatte er sich 1 Tag später gelöst OHNE DASS ES JEMAND BEMERKT HAT, so dass die ganze Medikation in einer langen Straße unter seinem Bett langlief und der Katheteranschluss auf dem Boden lag und kontinuierlich Schmerzmittel auf den Fußboden abgegeben hat. Unglaublich. Jedenfalls wirken bei ihm die Schmerzmittel nicht richtig aus vielerlei Gründen und selbst in der MHH sind sie trotz Schmerz-Team nicht in der Lage, das in den Griff zu kriegen. Traurig aber wahr. Essen und Trinken ist selbst am 8. Tag nach der OP nicht. Wenn Trinken dann nur Wasser schluckweise und danach kriegt er immer Schluckauf und das reisst an der Narbe und tut ihm noch mehr weh. Das schlimmste ist, die Entzündungswerte sind seit gestern am Steigen... CRP von gestern 80 auf heute 160. Das deutet auf eine Nahtinsuffizienz hin und was das bedeutet, brauche ich wohll keinem zu erzählen, der hier im Forum ist. Er selbst weiß diese Werte noch nicht und das ist vielleicht auch gut so. Aber er sagt sein Bauch spannt. Ich hoffe er sagt das morgen bei der Visite dem Arzt, damit mal ein CT oder sonstwas gemacht wird, vielleicht auch ein Ultraschall. Fieber hat er nicht, aber die Drainage-Austrittsstellen tun ihm seit Beginn sehr weh. Ein Antibiotikum bekommt er auch nicht. Ich bin einfach nur fertig.
Leon: dieselbe OP hatte er wie Du, pyloruserhaltend, Duodenum weg. Galle war schon raus, Milz blieb drin. Alles aufgrund einer Gangstenose im Pankreasgang.
Muggle:
Ich schreibe ihm dauernd Briefe und Karten, erzähle von zuhause und was wir machen wenn er wieder da ist, schicke Bilder vom Garten und unseren Tieren und uns selbst per whatsapp, tue alles um ihn zu stärken und ihm Mut zu machen. Weinen tue ich heimlich, zuhause. Nicht so, dass er es unbedingt mitbekommt.
Hatte ich schon erwähnt, dass unsere gesamte Familie im Krankenhaus arbeitet und wir uns daher sehr gut auskennen mit allen möglichen und unmöglichen Dingen..? Das macht es nicht gerade leichter eigentlich.
Danke euch nochmal!
Liebe Grüße
Kaba
"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
Kaba
"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
- Tina R.
- Beiträge: 66
- Registriert: 23. April 2012, 13:19
- Wohnort: Nähe von Stuttgart
Re: Depression nach Whipple OP?
Meine liebe Kaba,
da wir uns jetzt auch schon ein bisschen kennen, tut mir das besonders weh, dass Rene` so in den Seilen hängt und ich hoffe, dass das ganz bald besser wird. Vergleichen sollte man sich niemals mit anderen Patienten (aber man tut das natürlich trotzdem immer mal wieder) und so wie ich Rene`einschätze, ist er selber wahrscheinlich über seinen "Zustand" am meisten verstört, aber man kann, wenn man sooooo down ist, einfach nur bedingt dagegen ankämpfen. Er bekommt das trotzdem alles mit was Du ihm zuliebe machst und wird sich, wenn es ihm wieder besser geht, ganz bestimmt mit Freude daran erinnern. Es ist ja auch so Vieles schiefgegangen und ein großer Faktor sind natürlich auch die Medikamente und im Vorfeld musste er ja nun ständig stark sein und kämpfen, da er ja einen Schub nach dem anderen hatte. Irgendwann kommt halt mal der Zusammenbruch. Bei mir kam er zwar nicht unmittelbar nach der OP, aber er kam auch. Das ist natürlich ein Mist mit dem Novamin... wie bei mir, hab`auch eine Allergie darauf. Das ist so blöd gelaufen mit der Schmerzversorgung und ich hab`ja noch im Vorfeld zu Dir gesagt, dass das bei mir auch so dramatisch verlief, aber mir nicht vorstellen konnte, dass das sonst noch jemandem in dieser Form passiert... und prompt ....genau das Gleiche.
Ich war wahrscheinlich direkt nach der OP deshalb relativ euphorisch, weil ich die vielen Jahre zuvor von Ärzten als gesund galt und ich in Wirklichkeit schwer krank war, mich deswegen natürlich trotzdem katastrophal schlecht fühlte und die Welt nicht mehr verstand, dadurch psychisch mehr als angeschlagen war, weil ich insgeheim wusste, dass das nur eine Fehldiagnose sein konnte, aber beweisen konnte ich`s halt nicht... und das machte mich psychisch total fertig.
Ich würde das jetzt nicht überbewerten, meine liebe Kaba. Beim Einen kommt es halt früher, beim Anderen später. Rene` ist ein so positiver Mensch und sein Lachen, seine Kraft und sein Mut kommen bestimmt bald wieder zurück. Vielleicht braucht er jetzt einfach diese Auszeit vom "ewigen Starksein" und vom "Lächeln zum bösen Spiel" um dann wieder erneut durchstarten zu können. Es ist vielleicht auch eine gewisse Trauer darüber, dass es nun doch so gekommen ist, obwohl man nach der Gallen OP gehofft hatte, dass das nun die Lösung sei, weil es ihm ja danach erstmal recht gut ging. Aber ich denke eher, dass er nun einfach mal schwach sein muss, weil sich das jetzt alles erst setzt. Das ganze Schreckliche in den letzten eineinhalb Jahren und wie gesagt... früher oder später kam/kommt das bei allen Betroffenen mal, denn das ist schon ein riesiger Berg, was da mitunter auf einen zukommt. Ich bin überzeugt davon, dass er Deine Liebe und Zuwendung spürt und aufsaugt. Ich drück` Dich ganz, ganz fest und Du weißt glaub`wie sehr ich Dich mag.
Ich hoffe ganz arg, dass das mit dem erhöhten CRP Wert nichts allzu Schlimmes bedeutet. Bei mir war dieser Wert auch immer sehr hoch, aber letztendlich war es dann doch keine Nahtinsuffizienz und der Wert ging dann dann beständig wieder runter. Auch heute, nach zwei Jahren, schnellt der Wert immer mal astronomisch hoch, aber es scheint mehr oder weniger alles in Ordnung zu sein.
Ich wünsch`Dir ganz viel Kraft, Ausdauer und Nachsicht für Deinen Schatz. Auch dem Patient natürlich von Herzen Gute Besserung. Ich umarme Euch, denke eigentlich ständig an Euch und wünsche mir, dass es beständig aufwärts geht, wenn auch in gaaaaanz kleinen Minischrittchen. Hab`Euch lieb! <3
da wir uns jetzt auch schon ein bisschen kennen, tut mir das besonders weh, dass Rene` so in den Seilen hängt und ich hoffe, dass das ganz bald besser wird. Vergleichen sollte man sich niemals mit anderen Patienten (aber man tut das natürlich trotzdem immer mal wieder) und so wie ich Rene`einschätze, ist er selber wahrscheinlich über seinen "Zustand" am meisten verstört, aber man kann, wenn man sooooo down ist, einfach nur bedingt dagegen ankämpfen. Er bekommt das trotzdem alles mit was Du ihm zuliebe machst und wird sich, wenn es ihm wieder besser geht, ganz bestimmt mit Freude daran erinnern. Es ist ja auch so Vieles schiefgegangen und ein großer Faktor sind natürlich auch die Medikamente und im Vorfeld musste er ja nun ständig stark sein und kämpfen, da er ja einen Schub nach dem anderen hatte. Irgendwann kommt halt mal der Zusammenbruch. Bei mir kam er zwar nicht unmittelbar nach der OP, aber er kam auch. Das ist natürlich ein Mist mit dem Novamin... wie bei mir, hab`auch eine Allergie darauf. Das ist so blöd gelaufen mit der Schmerzversorgung und ich hab`ja noch im Vorfeld zu Dir gesagt, dass das bei mir auch so dramatisch verlief, aber mir nicht vorstellen konnte, dass das sonst noch jemandem in dieser Form passiert... und prompt ....genau das Gleiche.
Ich war wahrscheinlich direkt nach der OP deshalb relativ euphorisch, weil ich die vielen Jahre zuvor von Ärzten als gesund galt und ich in Wirklichkeit schwer krank war, mich deswegen natürlich trotzdem katastrophal schlecht fühlte und die Welt nicht mehr verstand, dadurch psychisch mehr als angeschlagen war, weil ich insgeheim wusste, dass das nur eine Fehldiagnose sein konnte, aber beweisen konnte ich`s halt nicht... und das machte mich psychisch total fertig.
Ich würde das jetzt nicht überbewerten, meine liebe Kaba. Beim Einen kommt es halt früher, beim Anderen später. Rene` ist ein so positiver Mensch und sein Lachen, seine Kraft und sein Mut kommen bestimmt bald wieder zurück. Vielleicht braucht er jetzt einfach diese Auszeit vom "ewigen Starksein" und vom "Lächeln zum bösen Spiel" um dann wieder erneut durchstarten zu können. Es ist vielleicht auch eine gewisse Trauer darüber, dass es nun doch so gekommen ist, obwohl man nach der Gallen OP gehofft hatte, dass das nun die Lösung sei, weil es ihm ja danach erstmal recht gut ging. Aber ich denke eher, dass er nun einfach mal schwach sein muss, weil sich das jetzt alles erst setzt. Das ganze Schreckliche in den letzten eineinhalb Jahren und wie gesagt... früher oder später kam/kommt das bei allen Betroffenen mal, denn das ist schon ein riesiger Berg, was da mitunter auf einen zukommt. Ich bin überzeugt davon, dass er Deine Liebe und Zuwendung spürt und aufsaugt. Ich drück` Dich ganz, ganz fest und Du weißt glaub`wie sehr ich Dich mag.
Ich hoffe ganz arg, dass das mit dem erhöhten CRP Wert nichts allzu Schlimmes bedeutet. Bei mir war dieser Wert auch immer sehr hoch, aber letztendlich war es dann doch keine Nahtinsuffizienz und der Wert ging dann dann beständig wieder runter. Auch heute, nach zwei Jahren, schnellt der Wert immer mal astronomisch hoch, aber es scheint mehr oder weniger alles in Ordnung zu sein.
Ich wünsch`Dir ganz viel Kraft, Ausdauer und Nachsicht für Deinen Schatz. Auch dem Patient natürlich von Herzen Gute Besserung. Ich umarme Euch, denke eigentlich ständig an Euch und wünsche mir, dass es beständig aufwärts geht, wenn auch in gaaaaanz kleinen Minischrittchen. Hab`Euch lieb! <3