Überlebensrate nach kurativer OP von Pankreaskarzinomen

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
Antworten
patschig
Beiträge: 2
Registriert: 26. November 2013, 21:25

Überlebensrate nach kurativer OP von Pankreaskarzinomen

Beitrag von patschig »

Hallo,
ich habe mich neu bei dem Forum angemeldet, weil meinem Vater gestern ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entfernt wurde und ich nun so viele Fragen habe, mit denen ich sonst nirgendwo hin kann...
Die Ärzte sind mit dem Ergebnis der Operation zufrieden, aber der Tumor war größer als ursprünglich angenommen, weshalb sie hineingeschnitten haben, was wohl nicht ideal ist. Sie mussten zwar mehr von der Bauchspeicheldrüse entfernen, als geplant (und zusätzlich die Gallenblase und den Zwölffingerdarm), aber sie sind der Meinung, alles erwischt zu haben. Metastasen haben sich wohl auch noch nicht gebildet. In ein paar Tagen liegt der Histologische Befund vor.
Mein Vater ist sehr zuversichtlich und glaubt, jetzt alles geschafft zu haben. Ich habe aber bei Wikipedia gelesen, dass bei kurativ angelegten Operationen (also auf Heilung angelegt) die 5-Jahres-Überlebensrate nur bei 3-25% liegt. Es steht überhaupt nicht dabei aus welchem Grund. Natürlich will ich meinen Vater nicht beunruhigen und kann das Thema vor ihm also auch nicht bei Ärzten ansprechen.
Weiß jemand, was alles nach so einer OP auf einen zukommen kann? Er weiß, dass ihm vielleicht Diabetes droht, sonst jedoch nichts. Stimmt es, dass man nach einer Entfernung eines Tumors keine Chemotherapie und keine Bestrahlung macht?
Liebe Grüße an alle im Forum
patschig
Beiträge: 2
Registriert: 26. November 2013, 21:25

Re: Überlebensrate nach kurativer OP von Pankreaskarzinomen

Beitrag von patschig »

Hallo,
habe gestern noch sehr lange im Forum geschmökert und viel gelernt. Ich werde jetzt einfach mal die Ergebnisse vom Freitag abwarten und dann versuchen, ein Gespräch mit dem Chirurgen zu bekommen. Bestimmt werde ich dann auch wieder Fragen für das Forum bekommen, dann aber "gezieltere". Ich staune über euer Fachwissen- bin da doch eher Neuling...
Vielen Dank auch an Karl-Josef für seine warmherzige Antwort. Ich habe einfach das Gefühl, ich kann mit niemandem darüber reden, ich kann das "Ach, das wird schon wieder" der Familie nicht mehr hören- und mein Vater hat momentan noch so einen wunderbaren Optimismus und einen Glauben an die positiven Formulierungen der Ärzte, dass ich auch da keinen Ansprechpartner habe. Außerdem darf ich ja auch nicht MEINE Ängste auf ihn übertragen. Also danke, dass es Euch im Forum gibt.
heinz05
Beiträge: 54
Registriert: 30. September 2008, 22:26

Re: Überlebensrate nach kurativer OP von Pankreaskarzinomen

Beitrag von heinz05 »

Hallo,
als vor fünf Jahren auf meiner Bauchspeicheldrüse ein Tumor erkannt wurde habe ich auch gegoogelt und mein Ende nahe gesehen. Es ist aber so dass die Bandbreite der Erkrankung sehr gross ist und viele Aussagen im Vorfeld nur verunsichern. Wenn die Ärzte sagen sie konnten den Tumor beseitigen und keine Metastasen feststellen dann ist doch der erste Schritt sehr gut verlaufen. Warten Sie die weiteren Ergebnisse ab, dann wird über weitere Schritte gesprochen.
Nach der grossen OP muss sich Ihr Vater erst einmal erholen. Es dauert einige Zeit mit der Veränderung zurecht zu kommen. Geduld, Geduld ist angesagt. Es ist auch ratsam eine Anschlussheilbehandlung anzunehmen. Die Klinik hat sicher eine Abteilung die das organisiert.
Ich kenne einige Leute, auch ältere, die gleiches gut überstanden haben.
Wichtig für Sie und den Vater ist die Hoffnung nicht aufzugeben.

Alles Gute
Heinz
Benutzeravatar
Reinhard
Beiträge: 656
Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
Wohnort: Bückeburg

Re: Überlebensrate nach kurativer OP von Pankreaskarzinomen

Beitrag von Reinhard »

Hallo und guten Abend,
nach einer solchen Diagnose ist natürlich nichts mehr wie vorher. Fragen über Fragen, versuchen Antworten aus dem Netz zu finden, die zum Teil etwas aufklären und zum andern auch etwas verunsichert. Neben den Ärzten als Informationsquelle solltest du auch andere Wege finden.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es schwierig ist, diese Probleme allein zu bewältigen. Wie gehe ich praktisch am besten vor? Nur ein Beispiel: Am 7. Dezember findet in Hannover einen Informationstag über Bauchspeicheldrüsenkrebs statt. Dort sind viele Experten und auch der AdP anwesend. Eine Veranstaltung wird Von Dagmar Berghoff moderiert zusammen eben mit diesen Experten und dem AdP. Dort können Betroffene einen ersten Eindruck über die Krankheit gewinnen. Fragen können direkt gestellt werden, spätere Gespräche mit den Fachärzten sind möglich. Hier ergibt sich auch die erste Möglichkeit, mit Betroffenen selbst zu sprechen. Betroffene vom AdP sind mit einem Stand, bestückt mit diversen Broschüren, anwesend. Vor Ort kann man erfahren, wo Gruppentreffen stattfinden, bei welchen Spezialisten ich später gut aufgehoben bin und Wege "angerissen" werden, mit der Krankheit zu leben. Würde ich hier alles aufzählen, was eventuell zu beachten wäre, so werde ich morgen noch nicht fertig. Aber alles der Reihe nach.
Schön wäre es, wenn wir den Wohnort wüssten. Dann könnte man vorab schon Informationen geben, ob und wann derartiges in deiner Nähe geplant ist.
Diese Veranstaltung soll nur ein Beispiel sein, wie man sich dem Thema nähern kann.
Wenn du tiefer in die Materie einsteigen willst, und ich denke das musst du, so schau dir mal die Seite des AdP an. Neben allgemeinen Veranstaltungen findest du auch die Regionalgruppen, die Treffen in der jeweiligen Region durchführen.
Jeder Regionalgruppenleiter ist selbverständlich bereit, mit dir ein telefonisches Gespräch zu führen. Es lohnt sich!
Ich wünsche dir und deinem Vater alles Gute!
Reinhard H.
05722 71480
Antworten