Mutter´s Pankreastumor

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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besorgterSohn
Beiträge: 6
Registriert: 6. März 2014, 14:56

Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von besorgterSohn »

Hallo an alle.
Wie mein Nickname schon sagt bin ich der Sohn meiner 57jährigen Mama. Diese hat am letzten Freitag die Diagnose bekommen das sie einen 2cm großen tumor im Schwanzbereich hat. Zum Glück hat er nicht gestreut und war operabel. Was man ja sonst liest ist das meistens ja nicht der Fall. An diesem Dienstag wurde sie auch direkt operiert.Die Op ist laut dem Professor gut verlaufen, so dass man makroskopisch eine r0 resektion erreicht hat. Sie haben ihr noch die Milz und die Gallenblase entnommen. Zurzeit liegt sie noch auf der Intensivstation und macht ihre Atemübungen zwecks der Lungenentzündung-Vorbeuge und ihre Werte werden gut bewacht. Heute hat sie erfahren, dass es ein bösartiger Tumor war, was sie etwas runtergezogen hat. Der Professor hat mir nach der OP mittgeteilt, dass es sich wohl um einen bösartigen Tumor gehandelt hat, aber man optimistisch und guter Hoffnung sein kann, da es noch relativ frühzeitig entfernt wurde. Morgen wird sie evtl schon in ihr reguläres Zimmer verlegt und dann kriegt sie auch noch die finalen Befunde. Meine Frage ist an euch, wie es nun weitergeht und wie ihr die ganze Lage einschätzt? In sachen Prognose liest man in solchen fällen relativ wenig da in den Statisiken ja alles über ein Kamm geschert wird. Zudem wird´s problematisch, da meine Mama alleine wohnt(Wittwe) und ich sehr weit weg wohne (ca 150km-nur mobil mit Freundin), wie sie es bewerkstelligt nach der OP mit der eventuellen und wahrscheinlichen Chemo und wie sie dann den Alltag meistert. Arbeiten wird sie wohl nich mehr können aber durch ihre Wittwenrente und die kommende Krankenrente kann sie ja vernünftig leben. Ich hoffe einfach das durch die relativ frühe Erkennung und Entfernung die Prognosen deutlich besser stehen, als man so liest.
Kaba18
Beiträge: 180
Registriert: 9. Juli 2012, 08:38

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von Kaba18 »

Hallo, wir stehen gerade vor dem gleichen Problem (wo ist Deine Mutter operiert worden??) Meinem Mann ist gestern die Bauchspeicheldrüse entfernt worden, auch er liegt noch intensiv und es geht ihm richtig beschissen. Auch bei uns heißt es dass die OP gut gelaufen ist (Pankreas komplett weg, Milz, großes Netz und die damalige Anastomosenverbindung von der Whipple OP von vor einem Jahr.) Mir als Ehefrau geht es genauso wie Dir (mein Mann ist 45!) und ich frage mich tausend Dinge, die die Zukunft betreffen. Aber ehrlich gesagt stehen die Chancen auch bei Frühstadien und R 0 Resektionen denkbar schlecht. Es mag Einzelfälle geben, aber wie um Himmels Willen soll man bloß mit dieser schrecklichen Angst zurechtkommen, das gelingt mir überhaupt nicht, kein Stück! Uns wurde hier in der MHH von dem Professor gesagt, dass es KEINE wirksame Chemo gibt bei dieser Erkrankung - im Gegenteil, die Lebensqualität wird dadurch nochmal stark nach unten geschraubt und hat eigentlich keine positiven Auswirkungen.. Tolle Aussichten. Ich muss sagen ich glaube an gar nichts mehr, bin fast nur am Heulen hier in einer fremden Stadt mit einem furchtbar kranken Mann und weiß nicht, wie das Leben weiterlaufen kann mit dieser psychischen Belastung für uns alle (und bei meinem Mann noch die körperliche Belastung durch die OP und das, was damit zusammenhängt-- Volldiabetiker usw.) Ich weiß einfach nicht weiter und hoffe sehr, dass es bei Euch einigermaßen läuft- auch hinterher wenn Deine Mutter wieder zuhause ist. Lieben Gruß aus dem Norden.
Liebe Grüße

Kaba

"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
besorgterSohn
Beiträge: 6
Registriert: 6. März 2014, 14:56

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von besorgterSohn »

Hallo,
bei deinem Mann hört sich die Lage und Aussicht ja laut deinem Bericht nicht gut an. Ich bin ein optimistischer Mensch und ich glaube, dass die ganze Situation sich mit dem ein oder anderen Tief zum guten wendet. Morgen wird es genaueres geben wie man fortfahren wird. Das mit der Chemo hab ich so noch nie gehört, auf allen gängigen Klinikseiten wird diese adjuvate Therapie dringend empfohlen. Hab grad mit meiner Mutter telefoniert, sie hört sich auch gut an und wurde heut auch mobilisiert, d.h evtl wird sie morgen schon ins Zimmer verlegt. Auf Chemo selber hat sie stand jetzt überhaupt keine Lust drauf (wegen Nebenwirkungen etc) aber falls es morgen empfohlen wird, dann wird sie das auch durchziehen.
Unser Professor war 11 Jahre in der UniKlinik Heidelberg tätig speziell im Pankreas Bereich und ist nun Chefarzt in einem Krankenhaus (NRW), wo meine Mutter auch wohnhaft ist. Ich wohne derzeit in der Nähe von Hannover und wir fahren sie am Wochenende besuchen. Zum Glück hat sie vor Ort mein Onkel,Tante und die ein oder andere gute Freundin die meine Mutter auch gut unterstützen.
AngieHH
Beiträge: 8
Registriert: 8. August 2013, 17:21
Wohnort: Hamburg

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von AngieHH »

:hallo:
ich bin am 13.5.2013 operiert worden...Tumor im Bauchspeicheldrüsenschwanz...9 stunden op...Bsd schwanz weg und die Milz...
der Tumor war bösartig und und unbekannt...
mein Leben hat sich komplett verändert...oft Fettstühle...Bauchweh...Blähungen...Durchfall...schwere Depressionen...oh Gott wie oft habe ich den Kopf in den Sand gesteckt...
aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt...mir geht es doch gut...juhuuuuuu ich lebe und genieße jeden Tag...ich mußte nur den Glauben daran wieder finden ...den Glauben das mein Leben weiter geht...
ich hatte natürlich Angst...alle 3 Monate C T...nix zu sehen...alles gesund...keine neuen Tumore...puhhhhhhhhhhhhh ich bin so froh...seit 1 Woche arbeite ich wieder...zwar nur ein paar Stunden die Woche aber es gibt mir wieder das Gefühl am Leben teilzunehmen...
dieser Schicksalsschlag war für mich furchtbar...
im Jahr 1998 (da war ich 37 Jahre alt) hatte ich Unterleibskrebs(bösartig)...Gebärmutter raus...
Dezember 2012 Hautkrebs...Basalzellkarzinome...8 Stück...alles rausgeschnitten...
tja und nun 2013 (mit 52 Jahren) Bauchspeicheldrüsenkrebs...
deine MUM wird es auch schaffen...nur niemals den Kopf hängen lassen...ich habe es auch geschafft...mir hat es sehr geholfen darüber zu reden...über meine Ängste und Sorgen...
heute freue ich mich über alles...über die Sonne die scheint und meine Haut und mein Gemüht wärmt...über die Vögel die jeden neuen Tag mit ihrem gezwitscher begrüßen...
das leben kann auch schön sein mit Bsd Krebs... :daumenh:

Danke an das Leben und den lieben Gott der mich jetzt 3 mal herausgefordert hat mich aber letztendlich noch gar nicht will...
ich hoffe ich habe euch ein wenig Mut gemacht...
ganz liebe Grüße aus Hamburg Angie
*Maike*
Beiträge: 8
Registriert: 22. Februar 2014, 20:58

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von *Maike* »

Hallo,
bei meiner Mutter wurde auch ein Tumor mit "Rest 0" entfernt, der war aber am Bauchspeicheldrüsenkopf. Die OP war am 27.11.2013 und das OP-Verfahren nach Kausch/Whipple. Da wird u.a. der Zwölffingerdarm, ein Drittel des Magens und ein Großteil der Bauchspeicheldrüse weggenommen und alles innen "neu verlegt", damit die Verdauung dann wieder klappt. Meine Mutter ist 74 Jahre alt. Seit Mitte Januar bekommt sie eine Chemo-Therapie, das geht wohl bis Mai. Damit sollen Krebszellen zerstört werden, die nicht zu sehen sind. Metastasen hat sie, und hoffentlich ist das auch so!, nicht. Die Chemo wird gemacht mit der Absicht zu heilen, so könnte es bei deiner Mutter dann auch sein. Das habe ich auf einem Bericht gelesen. Die Chemo verträgt meine Mutter ganz gut. Und deine Mutter ist fast 20 Jahre jünger, da erholt sie sich bestimmt schneller und steckt die Chemo auch besser weg, könnte ich mir vorstellen.
Mit dem Zunehmen des Körpergewichts ist es nicht so einfach, trotz Essen, Essen, Essen und Kreon. Häufiger und ungeformter Stuhlgang, wie soll man da zunehmen...
Nach der OP ist man schon sehr mitgenommen, da brauchte meine Mutter Hilfe. Jetzt, gut 3 Monate später, geht es schon viel besser. Aber wir (mein Mann und 2 Söhne) wohnen in einem Haus und ich arbeite Teilzeit, da geht das.
Ich hoffe auch, dass der Tumor früh genug erkannt wurde, oft kann man ja gar nicht operieren - was man so liest.
Wollen wir hoffen, dass unsere Mütter Glück im Unglück hatten, nicht?
Ich kann jetzt deine Nachricht nicht lesen, was du noch für Fragen hattest, aber wir können ja wieder schreiben.
Viele Grüße erstmal
Maike
*Maike*
Beiträge: 8
Registriert: 22. Februar 2014, 20:58

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von *Maike* »

Hallo,
also ich sehe das nicht so wie Kaba - dass die Aussichten im Frühstadium und OP mit R 0 denkbar schlecht sind!
Sowohl von Ärzteseite als auch von Angehörigen von Erkrankten (man glaubt es nicht, wie viele Leute allein hier bei uns diese Krankheit haben, was ich jetzt erfahre, weil wir nun auch betroffen sind) habe ich von vielen Menschen gehört, die schon einige Jahre ganz gut mit dieser Erkrankung leben!
Auch über die Chemotherapie haben wir ganz andere Informationen - und der Onkologe macht einen kompetenten Eindruck!

Gruß
Maike
Kaba18
Beiträge: 180
Registriert: 9. Juli 2012, 08:38

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von Kaba18 »

Maike, ich gebe nur weiter, was uns der Chirurg gesagt hat... auch ich habe vom Onkologen die Aussage, dass eine Chemotherapie unbedingt notwendig ist , also steht da Arztmeinung gegen Arztmeinung... was soll man als Patient aber glauben..???
Liebe Grüße

Kaba

"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
*Maike*
Beiträge: 8
Registriert: 22. Februar 2014, 20:58

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von *Maike* »

Ja, das ist alles nicht so einfach.
So viel Informationen, verschiedene Meinungen, Berichte,...... das ist immer ein Auf und Ab. Dann hat man sich gerade wieder ein wenig gefangen, dann kommen die nächsten Neuigkeiten.
Ich wünsche euch erstmal alles Gute..... Maike
besorgterSohn
Beiträge: 6
Registriert: 6. März 2014, 14:56

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von besorgterSohn »

Danke schonmal für eure Erfahrungen. :)
Also Freitag gabs die finalen Ergebnisse und es gab schlechte und gute Nachrichten.
Die schlechten waren die, dass der tumor etwas größer war als zunächst gedacht und auch ein Lymphknoten befallen war. Die gute Nachricht ist, dass beides im ganzen erwischt wurde und somit entfernt ist.
Sobald sich meine Mutter von der OP erholt hat und die Wunder verheilt, geht´s dann an die Chemo um auch wie die Vorredner geschrieben haben auch wirklich alles zu eliminieren was man so nicht sehen kann.
Im gesamten geht´s ihr aber ganz gut. Sie ist von der Intensiv runter und ist auch nicht mehr verkabelt und kann sogar schon auf toilette laufen. Gestern beim Besuch sah sie richtig gut aus, und sie sagte sogar das sie oft sogar gar nicht merkt das sie so eine ernste Krankheit hat. Appetit hat sie auch wieder. Alles in allem gehen wir alle optimistisch damit um und erwarten, dass es nach der Chemo auch nix mehr zurückkommt. Aber wir denken immer alle lieber Schritt für Schritt. Hauptsache positiv denken. :daumenh:
Kaba18
Beiträge: 180
Registriert: 9. Juli 2012, 08:38

Re: Mutter´s Pankreastumor

Beitrag von Kaba18 »

Alle guten Wünsche für Euch!! Ich freue mich sehr für Euch, dass es alles rausoperiert werden konnte.
Mein Mann kommt auch heute auf die normale Station und war auch schon unter der Dusche, auch wenn
das alles noch sehr anstrengend für ihn ist, die Schmerzen halten sich aber trotz fehlendem Schmerzkatheter in Grenzen bzw.sind mit Tabletten gut im Griff zu halten. Wie das mit Chemo wird, klären wir dann wohl besser mit dem Onkologen und nicht mit den Chirurgen, da ist es ja meistens so, wenn die OP gelaufen ist, ist der Patient "abgehakt" und der nächste ist dran..
Liebe Grüße

Kaba

"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
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