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Hallo,
mein Vater wurde vor 2 Jahren wegen einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung erfolgreich operiert und war seitdem regelmäßig zu Nachuntersuchungen. Darunter sind auch Stuhlproben erforderlich. Das letzte Ergebnis liegt erst drei Wochen zurück und es war alles ok, angeblich ...
Gestern wurde er nun mit hohen Fieber und Rückenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose, im Gespräch des Arztes zu uns Angehörigen heute: Bauchspeicheldrüsenkrebs, der bereits in die Leber gestreut hat und mein Vater hätte nicht mehr lange zu leben. Mein Vater weiß die schreckliche Wahrheit noch nicht. Morgen soll noch eine Gewebeprobe entnommen werden und dann werden es die Ärzte ihm mitteilen. Wir sind alle fix und fertig und schockiert, vor allem weil die letzte Untersuchung erst vor drei Wochen war.
Wie geht man mit dieser Situation um? Macht es Sinn eine Zweitmeinung einzuholen? Kann mir hier jemand einen Rat geben?
Danke für eure Antworten
Hallo Annebe, ich sehe, daß du noch keine Antworten bekommen hast.
Das ist allerdings wirklich eine vernichtende Diagnose! Wurde dein Vater inzwischen informiert?
Wie es trotz Untersuchungen nicht entdeckt werden konnte - keine Ahnung, dazu kann ich dir nichts sagen, ich kenne mich in der Materie nicht aus.
Aus meiner Sicht: Ergebnis der Gewebeprobe abwarten auf jeden Fall. Und auch Zweitmeinung auf jeden Fall, aber eins nach dem anderen. Mir ging's nach der Diagnose erstmal so, daß ich mich alleingelassen fühlte, die Diagnose + "Whipple-OP muß sein" hat man mir gegeben, danach fast 3 Wochen kein Arztgespräch, sondern erstmal KH-Entlassung. Das war entsetzlich, weil: ich habe natürlich versucht, rauszufinden, was das nun überhaupt für mich bedeutet, und die Ratschläge und gut gemeinten Tipps strömten so massiv auf mich ein, daß ich schier verrückt geworden bin. Es gibt so viele gegensätzliche Meinungen, alle auf ihre Art mehr oder weniger fundiert, aber zu entscheiden, wer nun Recht hat oder nicht, das überfordert selbst Mediziner.
Deshalb finde ich es wichtig, erstmal hinzuhören, was dein Vater will, wie er "tickt", ob er Vertrauen in seine Ärzte hat, ob er generell eher zu alternativen Behandlungsformen neigt oder sich sicherer fühlt, wenn operiert wird (vorausgesetzt, das geht) oder konventionell behandelt wird. Es ist wichtig, daß nichts passiert, was deinen Vater überfordert oder in Entscheidungszwänge hineinmanövriert, außer er ist der Typ, der sich wohl fühlt, auch riskante Entscheidungen zu treffen. Will sagen: hör auf das, was er ist, womit er sich am wohlsten fühlt.
Des weiteren: mir wurden von Ärzten, Heilpraktikern und wohlmeinenden Leuten alle möglichen Ernährungstipps gegeben. Unmöglich, alle zu befolgen, weil widersprüchlich, von ketogener bis veganer und basischer Kost und alle möglichen sonstigen Tipps - ich fand's schwer zu ertragen, dieses Gefühl, wenn ich jetzt die falsche Entscheidung treffe, werde ich womöglich selbst schuld sein, wenn der Krebs mich besiegt. Für mich ist jetzt ausschlaggebend, daß ich in mich reingehorcht habe, womit ich "auf die Schnelle" gut leben kann, ohne zu drastisch meine Lebensweise zu verändern, aber trotzdem das Gefühl haben kann, etwas FÜR mich zu tun.
Uns nun konkret: warum haben die Ärzte gesagt, er habe nicht mehr lange zu leben, und dann trotzdem noch eine Gewebeprobe gemacht? Besteht noch Unsicherheit über die Prognose? Haben sie das irgendwie begründet?
Hallo Fritzi,
vielen, vielen Dank für Deine Antwort mit all Deinen Erfahrungen.
Also erstmal, mein Vater weiß die Diagnose immer noch nicht. So, und gestern war kein Arzt greifbar. Mein Vater ist voller Optimismus, lacht und hat momentan keine weiteren Beschwerden. Es ist schön Ihn so zu sehen, aber tut auch weh mit unseren Gedanken im Hinterkopf....! Die Gewebeprobe wurde erst heute Nachmittag im OP entnommen. Ja und nun noch ein Wort zu der Vorgehensweise der Ärzte: Nachdem CT erhielten wir zunächst von einem Arzt die Auskunft, man müsse noch die Probe abwarten. Dann sollten wir aber zur Oberärztin ins Sprechzimmer und die hat uns eiskalt die Diagnose ( laut dem CT) an den Kopf geworfen und wir sollen uns schon mal Gedanken machen.....Inzwischen ist mir auch klar, das diese Art und Weise der Ärztin nicht zu lässig war. Habe mit der Krebshilfe telefoniert. Mein Vater ist schließlich bei vollem Verstand.
Ach so, das letzte Ergebnis vor drei Wochen..., da hat man wohl was übersehen. .
Ich lebe leider 420 km entfernt und kann nicht immer sofort Vorort sein. Ich habe nicht so wirklich Vertrauen in die kleine Klinik, hätte meinen Vater gern in ein, in der Nähe liegendes Pankreaskarzinom-Zentrum verlegt. Aber Du hast Recht, mein Vater soll sich wohlfühlen und muss selbst entscheiden.
Danke Dir nochmal
annbe10
Hallo annebe,
Ich bin über die Vorgehensweise der. Ärze sehr erschrocken....
Wie können die denn eine Prognose über die verbleibende Lebenszeit geben wenn jetz erst Proben entnommen wurden? Gibt denn schon Ergebnisse?
Normalerweise dauer das beim Pathologe doch ein paar Tage...
Warum haben die Äzte nicht mit deinem Vater gesprochen?
Mir würde es nicht gefallen wenn hinter meinem Rücken wenn Ärzte mit meinen Angehörigen sprechen.
Schreib doch mal wo dein Vater wohnt. Vielleicht gibt es ja auch kometente Ärzte in eurer Gegend.
Wo wurde die erste OP gemacht? Vielleicht haben die nicht viele Erfahrungen und trauen sich die OP nicht zu?
Holt euch auf jeden Fall eine zweite Meinung! Über diese Hompage findest du gute Kliniken...
Wurden bi den Nachuntersuchungen auch Tumormaker bestimmt?
Liebe Grüsse
Uwe
Hallo Uwe,
auch Dir herzlichen Dank für Deine Antwort.
Also mein Vater wurde in Bad Frankenhausen operiert und da ist er jetzt wieder Vorort. Damals wurde ihm auf Grund der starken Entzündung nach zwei Wochen im KH ein Teil der Bauchspeicheldrüse, die Gallenblase entfernt und der Darm etwas verlegt. Er hatte sich gut wieder erholt, gut gegessen und Sport gemacht.
Die regelmäßigen Untersuchungen waren, soweit ich Informiert bin, Blutbild und Stuhlprobe.
Ich bin mir wie gesagt nicht sicher, ob er gut in dem Krankenhaus aufgehoben ist. Auch wenn es um die Weiterbehandlung geht, wenn keine OP mehr möglich ist.
Liebe Grüße
annebe
Hallo anneb,
Genau das sind die Fragen.
Ist er in dem Krankenhaus gut behandelt?
Bei. Äzten die so Prognosen und Diagnosen stellen und hinter den Patientenrücken reden würde ich mich schlecht fühlen.
Ich halte solche Ärzte für inkompetent....
Geht zu einem Pankreaszentum um eine gesicherte Diagnose zu erhalten....wenn die chirugen sagen das man nicht operiern kann...gibts dann dort auch eine entsperchen qualitativ gute palliative Behandlung...
Aber aufgeben und nichts machen weil ein Wldund wiesenarzt sagtdannn ist das Leben zu Ende...geht gar nicht..
Bis dann
Uwe
Hallo anneb, klingt fast so wie man mir gegenüber im Krankenhaus (war ebenfalls ein kleines) aufgetreten ist, wenngleich meine Prognosen gut sind, die Art des Personals war unter aller Kanone.
Was deinen Vater angeht: klingt, als hätte er bereits eine Whipple-OP gehabt und jetzt ist der Krebs wieder aufgetreten (ich Laie).
Es ist schwierig, dir da Rat zu geben. Wenn du deinen Vater gern in deine Nähe verlegt haben möchtest, wirst du nicht umhin können, mit ihm offen zu sprechen. Würde er das auch wollen? Bist du seine einzige Bezugsperson? Er scheint ja noch voll entscheidungsfähig zu sein, das kann er aber nur, wenn er auch weiß, worum es wirklich geht.
Allerdings (deshalb schreibe ich das etwas verhalten) gibt es Menschen, die es vorziehen, nicht zu genau Bescheid zu wissen, Verdrängung kann ja auch Schutz bedeuten. Was für deinen Vater richtig ist kannst nur du abschätzen. Es tut mir sehr leid, sicher ist das eine schwere Entscheidung, wenn ein geliebter Mensch betroffen ist, ich hoffe du hast liebevolle Menschen an deiner Seite.
Ich bin ein wenig fassungslos. Wie können die Ärzte nicht den Patienten, sondern den Sohn informieren?
Sorry, aber für mich ist das eine Frechheit. Ich selbst habew in einem Kreiskrankenhaus meine Diagnose Bauchspeicheldrüsekarzinom erhalten. Dort hätte man mich auch operiert. Allerdings hatte der Oberarzt diese OP noch nie gemacht und der Chefarzt "schon" 2-3 mal in den letzten Jahren.
Ich habe mich entschieden, die OP in Heidelberg durchführen zu lassen. Für mich die absolut richtige Entscheidung.
Da wissen die Ärzte und auch das Pflegepersonal, was zu tun ist.
Meine Kinder und auch mein Mann haben von dem Krebs erst erfahren, nachdem ich mein JA dazu gegeben habe.
Mir gegenüber wurde weder im kleinem Krankenhaus, noch in Heidelberg, um den heißen Brei drum rum geredet.
Und ich fand das auch gut so.
Ist vielleicht nicht für jeden Patient das Richtige, aber trotzdem können die Ärzte nicht einfach entscheiden es dem Patienten selbst nicht zu sagen. Dann vielleicht anstatt es direkt an den Kopf zu knallen das ganze etwas gefühl- und taktvoller mitteilen.
Ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles gut wird.