Hallo Sternschnuppe,
mein Mann hat im Februar einen Port für die Chemo gelegt bekommen. Du kannst selbst entscheiden, ob Du das mit Lokalanästhesie oder Vollnarkose machen möchtest. Die Prozedur dauert ca. 1/2 h. Auf der AdP-Homepage findest Du ein Video von Dr. Klapdor, da siehst Du ganz genau, wie die Portanlage vonstatten geht. Ich hab mir das kürzlich rein interessehalber angeschaut - ziemlich unblutig und gar nicht grausig - don't worry
Der Port hat sich sehr bewährt - bei der Chemo und vor allem bei den Krankenhausaufenthalten in der letzten Zeit, angefangen bei der OP über die postoperative Fistel bis hin zu jetzt (er liegt wieder mal flach, und zwar weil er mit demselben Problem kämpft wie Du; dazu später).
Mein Mann kommt relativ gut mit dem Port zurecht (vor allem, weil er Angst vor Spritzen jedweder Art hat, und da ist es ein Segen, wenn nicht wegen jedem Pippifax eine Arm- oder Halsvene angestochen werden muss). Das ist der Vorteil - es kann alles rein über den Port, sei es Chemo, Schmerzmittel, parenterale Ernährung... Mir "raus" ist es problematischer, man kann zwar Blut abnehmen über den Port, das machen die Ärzte aber nicht, weil das - frag mich nicht warum, ich hab das nicht wirklich begriffen - die Ergebnisse verfälscht. Schwierigkeiten macht der Port meinem Mann nur insofern, als er nur noch Haut und Knochen ist und das Teil dann drückt. Was einleuchtet, wo keine Muskel- und Fettmasse mehr da ist, sitzt das Ding auf den Knochen, und das ist bei manchen Bewegungen unangenehm, und auf der rechten Seite schlafen kann er damit auch nicht.
Zu Infektionen kam es bis heute nicht, der Port war auch nie verstopft (was ich von Anderen schon gehört habe). Ganz wichtig ist, dass die Ärzte bzw. das Pflegepersonal sich strikt an die Hygienevorschriften halten und der Port nach Benutzung immer gut durchgespült wird. Wenn Du in dieser Hinsicht in ordentlichen Händen bist, solltest Du mit dem Teil ganz gut klarkommen.
Und jetzt noch ein Wort zu Deinem Ernährungszustand: Genau deshalb ist mein Mann wieder im KH. Wir waren letzten Freitag in der Pankreassprechstunde, weil mein Mann sein Gewicht nicht nur nicht halten konnte, sondern weiter abgenommen hat. Seine OP war am 05.06., alles gut, Entlassung, drei Tage später postoperative Fistel, ein einziger Albtraum, nochmal 2 Wochen KH. Drei Wochen zu Hause, von Erholung oder Aufbau konnte nicht die Rede sein. Rapider Leistungsabfall, 52 kg bei 183 cm Körpergröße. Er konnte nicht viel essen, weil er ständig unter Blähungen und Völlegefühl litt. Fresobin bekam er auch nur bedingt runter. Der Prof. sprach deutliche Worte, ab auf Station, sonst geht in spätestens 2 Wochen gar nichts mehr.
Dort wird er jetzt nach allen Regeln der Kunst mit parenteraler Ernährung aufgepäppelt; Magen-Darm-Spiegelung zeigte eine kleine Entzündung an der Nahtstelle BSPD/Darm, ansonsten alles ok. Ich hab heute den Arzt nicht mehr erwischt, ich hoffe, wir können morgen klären, wie wir gegen das Völlegefühl und die Blähungen, die ihm das Essen verleiden, ankommen können.
Mein Tip für Dich: Diese Sache mit der parenteralen Ernährung hat mich komplett überzeugt. Und das Beste: Das geht auch zuhause. Ich habe heute eine geschlagene Stunde lang mit der Ernährungsberaterin der Klinik telefoniert - was die Frau mir gesagt hat, war für mich wie Ostern und Weihnachten zusammen. - Vielleicht ist das auch für Dich die Lösung:
Wenn mein Mann aus dem KH entlassen wird, kommt zu uns ein Pflegedienst. Mit dem für uns zuständigen Herrn hab ich heut auch telefoniert - nochmal Ostern und Weihnachten. Wir bekommen: individuell auf die Bedürfnisse meines Mannes angepassten Infusionen (Vitamine, Eiweiß, Fett, Zucker, Spurenelemente), Pumpe, Infusionsbesteck etc. Auf unseren Wunsch hin eine Schulung bei uns zuhause, wie man mit dem Zeug umgeht. Wenn man das nicht selber machen kann oder will, übernimmt das der Pflegedient. Wir wollen das selbst in die Hand nehmen, weil wir dann einfach flexibler sind. Die Infusion wird abends angeschlossen (an den Port), läuft dann über Nacht, und am nächsten Tag ist man wieder frei beweglich. Und während man schläft, kriegt der Körper intravenös alles, was er braucht - ist das nicht genial? Und dazu braucht es kein Kreon und kein gar nix, weil diese Nahrung so aufbereitet ist, dass der Organismus sie verwerten kann, ganz unabhängig davon, ob die Enzymspaltung, die Fettverdauung oder was auch immer funktioniert oder nicht - das Zeug ist quasi "vorverdaut" und landet 100 Pro da, wo es hin soll.
Der Pflegedienst kümmert sich um ALLES - ich wahr komplett baff. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich einfach mal die Hände in den Schoß legen und andere machen lassen kann... Die haben – bevor ich dort angerufen habe – nach dem Gespräch mit meinem Mann bereits unseren Hausarzt kontaktiert (der muss die Rezepte rausschreiben), die regeln alles mit der Krankenkasse, die schulen bzw. stellen optional Fachkräfte zur Verfügung, wenn man das An- und Abklemmen aus welchen Gründen auch immer nicht selber machen kann – ein Traum.
Vielleicht wäre das auch eine Option für Dich, um wieder zuzunehmen. Ich habe den Eindruck, dass es meinem Mann nach bereits zwei Tagen, in denen er entsprechend im KH versorgt wird, ein bisschen besser geht. Zugenommen hat er nicht, klar, aber er läuft besser und er ist nicht mehr so kurzatmig nach ein paar Schritten.
Schau mal auf die Homepage vom Gesundheitsdienst Deutschland GmbH. Ich hab die Domain nicht, aber Freund Google macht das schon.
Alles Gute für Dich, ich drück Dir ganz fest die Daumen! Und ich berichte natürlich gerne, inwieweit die Ernährungstherapie bei meinem Mann anschlägt. Ich hab seit Wochen endlich mal wieder Hoffnung und ein richtig gutes Gefühl.
Alles Liebe,
Manu