Hohe Lipase Werte

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Siepel
Beiträge: 3
Registriert: 28. Dezember 2017, 23:58

Hohe Lipase Werte

Beitrag von Siepel »

Hallo, nach dem ich hier viele Berichte gelesen habe, versuch ich mich mal an die Erfahrenen hier zu wenden.

Meine Frau kam am 16.12. ins Krankenhaus, weil sie über akute Bauchschmerzen mit Erbrechen klagte. Im Kh wurde festgestellt, dass ihre Lipasewerte bei über 23000 lagen. Sie wurde gleich dabehalten und auf normaler Station an einen Tropf gelegt. Nach ein paar Tagen wollte sie unbedingt nach hause und setzte dies auch durch, da ja Weihnachten vor der Tür stand und Ärzte sagten, es sei eine leichte Entzündung. Sie sollte wenig essen und wenn dann nur Schonkost.

Bei der Entlassung waren die Werte auf 6000 runter. Am 1. Weihnachtstag wurde bei der Dialyse der Lipasewert kontrolliert, er lag bei 11000 da sie am Heiligabend unbedingt ein paar Kartoffeln und Hänchenfleisch essen musste. Als Dialysepatientin ist Weihnachten nun mal heilig....

Die Werte waren gestern wieder etwas runter gegangen. Sie isst sonst nur Toast und Marmelade und vllt mal ein bisschen Reis was sie auch verträgt. Sie hat derzeit immer nur Druck unterhalb der Rippen. Beim Ultraschall wurden weder Gallensteine, noch eine Entzündungsstraße festgestellt.

Ich selbst weiß nicht mehr weiter und würde sie am liebst im Januar ins KH zurück bringen. Die Ärzte bei der Dialyse sprechen aber von keiner erneuten Einweisung.

Ich frage mich, was sie in dieser Situation wirklich essen darf und durch das lesen im Forum erscheinen mir die Werte von ihr extrem hoch zu sein, wenn ich manchmal lese, dass einige eine Lipase von 200 haben... Außerdem erkenne ich nach 14 Tagen keine wirkliche Besserung (der Lipasewert geht mal hoch und mal runter)
Das einzige was ich sehe ist, dass der CRP Wert von 18 auf 13 runter gegangen ist.

Mir erscheint es alles sehr merkwürdig und daher hoffe ich auf ein paar Antworten, wie lange das ganze dauern kann, bis die Werte sich annähernd normalisieren und ob der Verlauf so normal ist. Außerdem würde mir eben halt eine Info über die Ernährung sehr helfen, was sie Essen darf und was nicht. Sie hält sich derzeit an einem Plan aus dem Internet: www.medizin.uni-greifswald.de/gastro/ernaehrung.htm

Vielen Dank für eure Hilfe
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Hohe Lipase Werte

Beitrag von veritas »

Hallo,

ich hab chronische Pankreatitis und kopier dir mal bzgl. Ernährung raus was ich kürzlich geschrieben habe zur Ernährung während/direkt nach einer Entzündung:

Was ich sonst [außer Suppen und Zwieback] noch bei/nach Entzündungen esse sind Nudeln (kein Vollkorn natürlich) mit Tomatensoße, Kompotte (auch die aus der Dose), Semmeln, süße Weißbrote mit Marmelade, Philadelphia und Co sind normalerweise sehr gut - dazu kann man ein bisschen Gurken, Tomaten oder anderes leicht verdauliches Gemüse probieren, das Wasser kannst du auch mit Sirup mischen, Topfen/Quark ist sehr gut verdaulich (das kannst du z.b. mit Kartoffelpüree mischen, in Tomaten füllen und dann im Ofen backen), Breie sind natürlich einfach, Cornflakes vertrage ich persönlich sehr gut, Naturjoghurt mit (sehr reifen!) Bananen und Äpfeln mixen könntest du probieren. Reis und Vollkornprodukte würde ich fürs erste Mal weglassen.


Die Lipase ist schon wirklich sehr hoch, vielleicht gibts da auch eine Wechselwirkung mit ihrer anderen Erkrankung? In den fünfstelligen Bereich habe ich es glaub ich aber auch schon geschafft. Normalerweise habe ich bei Entzündungen, bei denen ich im Krankenhaus lande aber vierstellige Lipasewerte. Leute, die hier von 200er Werten reden, haben ja keine akuten Entzündungen, da gehts einfach darum, dass der Wert ein bisschen auffällig im Blutbild ist, weil es schon über der Norm liegt.

Dass der Wert rauf und runter geht und es deiner Frau wahrscheinlich auch mal besser und dann wieder schlechter (extrem frustrierend!) geht liegt daran, dass die Ernährung einfach grad so ein Minenfeld ist. Man kann nicht genau sagen, was die Bauchspeicheldrüse vertragen wird und was nicht - dann probiert man was Neues aus und zack sind die Werte wieder im Keller und man hat wieder Schmerzen. Mit der Zeit wird das aber besser, weil die Bauchspeicheldrüse heilt und man selber auch langsam weiß, was man essen kann und was nicht.

Im Krankenhaus können sie ihr dabei auch nicht wirklich helfen, außerdem ist das Krankenhaus ja nochmal ein extra Stressfaktor - gerade wenn man auch kein Einzelzimmer hat und dann aufgrund der Zimmernachbarn in der Nacht immer wieder geweckt wird und tagsüber Besuch aushalten muss. Ich gehe immer nur dann ins Krankenhaus, wenn ich die Schmerzen nicht mehr im Griff habe bzw. es mir so schlecht geht, dass ich nicht mehr genug Wasser trinken kann vor lauter Schmerzen. Da kann eben das Krankenhaus mit (Schmerzmittel-)Infusionen helfen.
Bei der Heilung ist es zuhause aber besser. Im Krankenhaus kriegt sie ja auch kein Essen, das extra auf sie zugeschnitten ist, sondern irgendeine Schonkonst, wo auch Essen dabei sein kann, das sehr schlecht für die Bauchspeicheldrüse ist. Da ist es besser wenn sie zuhause ihre Ruhe hat und jederzeit das essen kann, was ihr möglichst gut tut.
Siepel
Beiträge: 3
Registriert: 28. Dezember 2017, 23:58

Re: Hohe Lipase Werte

Beitrag von Siepel »

Hallo, danke für die schnelle Antwort! Diese ist sehr hilfreich.
Was mich noch interessieren würde ist, ob es schon ins chronische bei dem Verlauf über geht oder ist das "nur" eine Entzündung, die wieder verschwindet?

Sie hat in letzter Zeit ziemlich abgenommen und sie quält sich momentan eigentlich nur....
Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgeben, aber die Angst vor einer chronischen Entzündung ist schon da, weil es ja das ganze Leben verändert und sie schon bestraft genug ist mit Rheuma, Niereninsuffizienz und Restless Legs....

Wäre sehr dankbar, wenn jemand eine kleine Prognose abgeben würde. Wir wissen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist.
Siepel
Beiträge: 3
Registriert: 28. Dezember 2017, 23:58

Re: Hohe Lipase Werte

Beitrag von Siepel »

Hallo, danke für die schnelle Antwort! Diese ist sehr hilfreich.
Was mich noch interessieren würde ist, ob es schon ins chronische bei dem Verlauf über geht oder ist das "nur" eine Entzündung, die wieder verschwindet?

Sie hat in letzter Zeit ziemlich abgenommen und sie quält sich momentan eigentlich nur....
Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgeben, aber die Angst vor einer chronischen Entzündung ist schon da, weil es ja das ganze Leben verändert und sie schon bestraft genug ist mit Rheuma, Niereninsuffizienz und Restless Legs....

Wäre sehr dankbar, wenn jemand eine kleine Prognose abgeben würde. Wir wissen, dass jeder Mensch unterschiedlich ist.
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Hohe Lipase Werte

Beitrag von veritas »

Solange ihr nicht wisst, was die Ursache für die Entzündung ist, kann man leider auch überhaupt nicht sagen, ob es chronisch wird oder nicht.

Das, was sie gerade hat ist aber nur eine Entzündung - eine Bauchspeicheldrüsenentzündung dauert ziemlich lange, vorallem bis man sich wieder gesund fühlt kann es einige Zeit dauern, da man immer wieder mit Rückschlägen rechnen muss. Sowas ist extrem nervenzehrend und macht einem auch nicht wenig Angst. Wichtig ist, dass man vor Angst vor Schmerzen oder Rückschlägen nicht aufhören sollte zu essen, das macht es nur schlimmer.

Sie soll sich alle Zeit der Welt nehmen, darauf achten dass der Kreislauf nicht absackt (also kleine Spaziergänge machen - am besten am Morgen wo die Schmerzen geringer sind), nach der Nahrungsaufnahme ruhen und sie kann ruhig jeden Tag immer wieder das Gleiche essen, sobald sie herausgefunden hat, was sie halbwegs verträgt. Die Bauchspeicheldrüse mag Essen, an das sie gewöhnt ist. Wenn sie z. B. jeden Tag zum Frühstück eine Semmel mit Marmelade isst, wird sie merken, wie sie es jeden Tag besser und besser verträgt.
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