Internist : Sie haben 10 Jahre

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Randi
Beiträge: 4
Registriert: 16. April 2020, 15:47

Internist : Sie haben 10 Jahre

Beitrag von Randi »

Guten Tag,

ich habe ständig wechselnden Stuhlgang. Bis zu 3 oder 4 Mal Stuhlgang am Tag. Eine erhöhte Lipase von 90. Elastasewerte wurden 3 mal gemessen: 125,15 und 176. Also sehr unterschiedlich.
Der Zuckerwert bei mir ist bei 4,6. Erst ab 5,7 könnte man annehmen das eine Zuckerkrankheit eventuell vorhanden wäre. Fruktose, Glutenunverträglichkeit und Laktose wurden ausgeschlossen durch Tests. MRT ist nichts zu sehen. Genausowening in der Endosonografie welche schon 2 Mal durchgeführt wurde. Ich habe ein leichtes ziehen manchmal im Bauchbund Krämpfe auf der rechten Seite. Ich trinke kein Alkohol und rauche nicht.

Was kann ich noch machen?
Was ist der Unerschied zwischen einer Pankreasinsuffizienz und einer chronischen Pankeratitis.Mein Internist meinte ich hätte zu 50% noch 10 bis 15 Jahre wenn es eine chronische Pankreatitis wäre. Ich bin nach dieser Aussage durchgedreht.
Bene86
Beiträge: 376
Registriert: 5. Oktober 2016, 22:34

Re: Internist : Sie haben 10 Jahre

Beitrag von Bene86 »

Hallihallo, sooo ich habe lange nichts mehr geschrieben, da es mir aktuell soweit ganz gut geht. Hierbei möchte ich mich aber wieder einmal zu Wort melden, weil ich so eine Aussage von einem Internisten fahrlässig bzw. schon beinahe traumatisieren finde, vor allem wenn noch nicht mal eine genaue Diagnose besteht.

Bei mir ist eine ähnlich Problematik, seit 4 Jahren habe ich hie und da so 1 mal monatlich ein leichtes ziehen (meistens so 2-3 Stunden lang) und nehme seit da relativ viel Kreon zu den Mahlzeiten, was mir sehr gut hilft und meine Stuhlbeschaffenheit zu 90% optimiert bzw. normalisiert. Bei mir war es viel mehr so, dass ich mich einfach extrem müde und schwach gefühlt habe. Mein Facharzt/Professor (hauptsächlich spezialisiert auf BSD) sagte mir, dass aufgrund dieser Problematik meine Lebenserwartung nicht eingeschränkt wäre und er nicht davon ausgehe, dass ich desswegen zum Schmerzpatient werde. Ganz leichte Veränderungen wurden im MRT (hatte zuvor auch schon unauffällige Endosono, x Ultraschall etc.) im Vergleich (in der Grösse) zu einem Bild im Vorjahr festgestellt, jedoch kann man wie er meint nicht von einer chron. Pankreatits sprechen, dazu fehlen klare Anzeichen. Mir geht es mittlerwile dank Kreon gut, 1-2 mal im Monat habe ich 1-2 Tage Durchfallphase, mit den aktuellen Beschwerden kann ich gut leben und zunehmen tu ich mit absoluter Leichtigkeit. Manchmal esse ich fast gar nichts und trotzdem lege ich zu. Meine Blutwerte sind wirklich sehr gut, bei den Vitaminen bin ich eher überdurchschnittlich versorgt und mein Blutzucker (auch Langzeit) ist soweit immer in einem guten Rahmen. Lipase ist in der Norm, ich denke, dass du diese vielleicht etwas im Auge halten solltest. Auch mit einer nachgewiesenen Chron. Pankreatitis ist dein Leben aber nicht automatisch nach 10-15 Jahren vorbei, da kommt es auf ganz viele weitere Einflüsse an, z.B. ob du Alkoholkrank bist, deine Ernährung nicht umstellst und und und. Ich finde diese Aussage absolut fahrlässig! Übrigens, 4.7% ist doch als Blutzuckerwert völlig i.O.? Was die erniedrigte Elastase betrifft, würde ich schon zu einer Einschränkung der BSD tendieren, die Gründe können aber vielfältig sein, wie wär es, wenn du es mal mit Kreon probierst? (Falls du das noch nicht tust)

Auch wenn es schwierig sein mag, aber desswegen würde ich mir bei einer noch so unklaren Diagnose wirklich nicht den Kopf nicht zerbrechen, weisst du, die Problematiken rund um die BSD sind extrem vielfälltig und auch sehr unterschiedlich in der Problematik, da gibt es nicht einfach DAS oder DAS, auch wenn das die oft schlecht informierten Internisten einem das so verklickern wollen. Ich habe auch schon vieles gehört, glaub mir. :zw:
An deiner Stelle würde ich mich nach einem BSD spezialisierten Facharzt umsehen, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Anbei das schreiben meines Arztes:

Sehr geehrter Herr XXX

Ich beziehe mich auf Ihr E-Mail vom 12.06.2019 und nehme wie folgt Stellung auf Ihre Fragen. Viele Ihrer Sorgen lassen sich recht einfach adressieren und ich denke doch, dass Sie mit Zuversicht in die Zukunft schauen sollten.

Folgendermassen möchte ich Stellung nehmen.

1.Ihre Lebenserwartung ist aufgrund der bisher erhobenen Befunde nicht eingeschränkt.

2.Es gibt keinerlei medizinische Argumente, weshalb Sie Ihre Familienplanung überdenken sollten. Allerdings muss ich Ihnen sagen, dass dies in unseren Gesprächennie ein Thema war und ich deshalb auch nicht weiss, wie denn Ihre Familienplanung aussieht.

3.Aus meiner Sicht werden Sie nicht zum Schmerzpatienten.

4.Die Veränderungen im MRT sind höchstens minimal, um eine Pankreasatrophie handelt es sich nicht. Dies habe ich ausgemessen.

5.Im Moment haben wir keinerlei Anhaltspunkte, dass es sich definitiv um eine chronische Pankreatitis handelt.

Ich hoffe, dies gibt Ihnen Antwort auf Ihre Fragen und ich grüsse Sie ganz freundlich.


Weisst du, sowas tut auch mal mental gut und gerade die psychische Verfassung ist ein doch nicht ausser acht zu lassender Schwerpunkt. Geht es mir nämlich psychisch gut, kann ich ein fast komplett normales Leben führen und es geht mir Magen-Darmtechnisch zumeist auch viel besser. Sobald ich mich herunterziehen lasse schlägt das sofort auf die Organe!

PS: Bin 34 Jahre jung und leide seit ca. 12 Jahren an schnellen Durchfällen nach fettigem Essen genau wie meine beiden Brüder. Ich bin trotz relativ mangelnder sportlichen Tätigkeiten trotzdem (wohl auch genetisch bedingt) kräftig gebaut.

Achja: Eine chron. Pankreatitis ist eine sich wiederholende Entzündung der Bauchspeicheldrüse, diese ist meist mit starken Schmerzen verbunden, doch auch hier gibt es nicht DIESE EINE Diagnose bzw. Beschwerdebild. Aufpassen sollte man vor allem mit der Ernährung (aber das sollte man ja so oder so) und auf Alkohol wie auch Zigaretten ist abzuraten, beides konsumierst du ja aber schon mal nicht.

Die Insuffizienz eine verminderte Fähigkeit des Organs, wobei hierbei die Gründe einigermassen vielfälltig sein können, oftmals entsteht sie durch die längeren folgen einer chronischen Bauchspeichelentzündung (aber eben wie z.B. bei mir offenbar auch nicht immer). :-)

Beste Grüsse und gute gesundheit! :hallo:
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