Frage zu Pankreas Elastase im Serum

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
Antworten
bauchi
Beiträge: 4
Registriert: 24. Februar 2021, 19:23

Frage zu Pankreas Elastase im Serum

Beitrag von bauchi »

Hallo zusammen,

ich habe schon eine Weile das Forum passiv zum mitlesen genutzt und mich auch sonst seit einiger Zeit über das Thema BSD, insbesondere Insuffizienz und chronische Entzündung informiert. Heute habe ich mich nun hier angemeldet, weil passiv nicht mehr ausreicht und ich aktiv mal etwas fragen möchte, zu dem ich sonst nicht wirklich viel finden kann.

All zu viel möchte ich eigentlich auch gar nicht schreiben, weil ich weiß wie anstrengend das Lesen für andere sein kann. In Kurzform: Ich (Anfang 40) habe schon seit mindestens 15 Jahren (vielleicht auch ein paar Jahre länger) mit Verdauungsproblemen und Auffälligkeiten im Magen-Darm Bereich zu tun.

Habe inzwischen 5 Darmspiegelungen seit 2006 (zuletzt 2020) hinter mir (alle ohne Auffälligkeiten, verschiedene Gründe jeweils), zwei Magenspiegelungen (zuletzt 2014) ohne Befund. Chronische Darmerkrankungen konnten immer ausgeschlossen werden. Laktoseintoleranz wurde ausgeschlossen, Zöliakie durch Magenspiegelungen und mehrfache Antikörpertests ebenso. Letztes Bauchultraschall war vor ca. 2 ½ Jahren, alle Organe (auch BSD) unauffällig. Somit heißt es nach aktuellem Stand Reizdarm. Damit kann ich an sich auch leben, möchte aber auch sicher gehen, nicht vielleicht doch etwas schwerwiegenderes zu übersehen.

Pankreasspezifische Diagnostik wurde bisher nicht gemacht.

Vor ein paar Monaten bin ich auf der Seite eines Herstellers von Nahrungsenzymen auf einen Frage/Antworttest gestoßen in dem ich mich an einigen Punkten wiedererkannt habe. Und als Fazit stand da, dass alle Anzeichen mit einer EPI bzw. chronischer BSD Entzündung zusammenhängen könnten (schon klar der will verkaufen). So Sachen wie Blähungen, starke Bauchgeräusche (insbesondere morgens), explosionsartige Stuhlgänge, mehrfach am Tag Stuhlgang, Stuhlgang eher weich, manchmal auch breiig. Nur sehr selten (vielleicht alle 3 - 5 Monate einmal) habe ich Durchfall.

Was ich eigentlich gar nicht kenne sind Bauchschmerzen. Übelkeit eigentlich auch nicht, schon gar nicht Erbrechen.

Jedenfalls wollte ich dem mal nachgehen. Als erstes habe ich kürzlich an drei unterschiedlichen Tagen die Elastase im Stuhl bestimmen lassen, diese lagen bei 616, 820 und 799.
In 2020 wurde die Elastase im Stuhl übrigens auch schon mal bestimmt, lag bei 720. Bei früheren Untersuchungen (2012-2013) lag sie auch bei >500, 462 und >500. Spricht eigentlich gegen EPI.

Außerdem habe ich auf eigene Kosten mal die nachfolgenden Laborwerte vor ca. 2 Wochen machen lassen:

GGT 31 (<60)
GOT 19 (<50)
GPT 18 (<50)
Alk. Phosphatase 59 (40-130)
Bilirubin gesamt 1,0 (<1,2)
Lipase 45 (<67)
Alpha-Amylase 68 (31-107)
LDH 154 (<248)
Albumin 4,68 (3,5-5,3)
Natrium 140 (135-145)
Kalium 4,4 (3,5-5,1)
Calcium 2,46 (2,20-2,65)
korrigierte Calcium (Albumin) 2,29 (2,20-2,65)
Magnesium 0,87 (0,66-1,07)
Cholesterin 205 (<200)
Triglyceride 119 (<150)
HDL-Chol. 52 (>40)
LDL-Chol. 141
Quickwert 98 (>77)
INR 1,00 (0,85-1,15)
Leukozyten 4,7 (3,9-10,2)
Erythrozyten 5,14 (4,3-5,75)
RDW 12,6 (11,5-15,00)
Hämoglobin 15,4 (13,5-17,2)
Hämatokrit 44,6 (39,5-50,5)
MCV 87 (80-99)
MCH 30 (27-33,5)
MCHC 34,50 (31,5-36,00)
Thrombozyten 229 (150-370)
Beta-Carotin 441 (150-1250)
Vitamin A 631 (300-800)
23-Hydroxy-Vitamin D 23 (20-70)
Vitamin E 33 (12-42)
Vitamin K1 453 (320-1000)

Differentialblutbild wurde auch gemacht, hab ich jetzt weggelassen. Die Vitamine habe ich jetzt das erste Mal bestimmen lassen, davor noch nie. Ansonsten erkenne ich mich bei vielen Werten wieder, der ein oder andere Wert war schon niedriger oder höher (in der Norm), aber kam alles so schon vor und weicht nicht von den mir bekannten früheren Ergebnissen ab. Bilirubin ist mal 0,6, mal 0,9, mal 1,0. Cholesterin ist schon immer im oberen Grenzbereich. Also soweit keine Überraschungen.

Was nun auch zum ersten Mal bestimmt wurde und nachgeliefert wurde ist die Pankreas-Elastase im Serum. Die wurde vom Labor nochmal nachkontrolliert, da sie bei der ersten Bestimmung bei ca. 5,5 (genauen Wert weiß ich nicht) lag. Daher hat die Lieferung des Wertes länger gedauert. Bei der Nachbestimmung kam 6,41 µg/l raus.

Dieser Wert darf ja maximal 3,5 µg/l betragen und ist somit ja leider zu hoch.

Das zieht mich gerade ziemlich runter muss ich zugeben. Aber ich habe auch gar kein Gefühl dafür, wie das zu bewerten ist. Zudem sämtliche anderen Laborwerte ja unauffällig sind.

Ich habe auch in Kürze einen Termin beim Gastro, daher wollte ich auch vorher schon mal die Werte machen lassen. Ich befürchte aber fasst, nach vielem was ich hier gelesen habe, wird der sich mit Serumelastase auch nicht sonderlich auskennen bzw. es abtun als Ausrutscher.

Das einzige was ich gefunden habe ist dieses Dokument und nach dem ist mein Wert ja wohl schon eine deutliche Erhöhung:

https://www.schebo.de/wp-content/uploads/2014/04/gastro-Fischer_1998.pdf

Ich hatte auch in irgendeinem Beitrag von einem Nutzer gelesen, der einen Wert von 500 Serumelastase hatte, aber weiß nicht welche Maßeinheit das war.

Daher nun die eigentliche Frage: Weiß hier jemand was von dem Wert in dieser Höhe zu halten ist? Wie hoch kann der sein? Kann das auch mal vorkommen? Eigentlich ist der Wert ja absolut spezifisch für Pankreas oder?

Bin wie gesagt ziemlich down, weil ich so gar nicht gerechnet habe.
daisy
Beiträge: 4
Registriert: 22. Februar 2021, 12:48

Re: Frage zu Pankreas Elastase im Serum

Beitrag von daisy »

Hallo, zumal würde ich dir raten dich zu beruhigen und nicht an Negatives zu denken. Deine ganzen Blutwerte liegen im Normbereich. Die Elastase in der Stuhlprobe ist, glaube ich, eine sehr spezifische Untersuchung, die bei dir aber immer über 200 ist. Daher würde ich mir nicht so viele Sorgen machen. Auch die Lipase ist nicht erhöht, was für eine Entzündung sprechen würde. Da du auch keine Bauchschmerzen hast, stimmt das eigentlich überein. Was es mit der Elastase im Serum zu tun hat, weiß ich leider auch nicht, aber ich würde das mit erneuten Blutproben kontrollieren lassen, da es, wie du schon sagtest, ein Ausrutscher sein kann.
Ansonsten spricht alles andere weder für eine EPI, noch für eine Entzündung. Alles Gute!
Simon52
Beiträge: 25
Registriert: 14. Januar 2021, 19:26

Re: Frage zu Pankreas Elastase im Serum

Beitrag von Simon52 »

"Im Serum liegt der Normalwert < 3,5 ng/ml.

Ein erhöhter Elastase-Wert im Blutserum spricht für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung oder einen akuten Schub einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, ein erhöhter Wert im Stuhl hat keine klinische Bedeutung." Quelle: wiki
Lg
Simon52
Beiträge: 25
Registriert: 14. Januar 2021, 19:26

Re: Frage zu Pankreas Elastase im Serum

Beitrag von Simon52 »

Da du aber keine Symptome einer akuten Entzündung hast, würde ich den Wert nochmal testen. Ist ja auch nur leicht erhöht, könnte auch Messfehler sein.
bauchi
Beiträge: 4
Registriert: 24. Februar 2021, 19:23

Re: Frage zu Pankreas Elastase im Serum

Beitrag von bauchi »

Das "Problem" ist, das das Labor wohl die Ermittlung zwei mal durchgeführt hat, das zweite mal weil er beim ersten mal schon über der Norm war. Ob das ein übliches Vorgehen bei Laboren ist bzw. bei diesem Wert weiß ich auch nicht. Kam mir auch komisch vor.

Außerdem hab ich zwar vor den Wert nochmal prüfen zu lassen (von einem anderen Labor am Montag), allerdings sind seit der Blutabnahme am 10.02. gute zwei Wochen vergangen. Selbst wenn der Wert diesmal normal ist, kann das auch sein, weil er vielleicht von selbst wieder runter gegangen ist. Meiner Recherche nach hat der Wert nur eine HWZ von ein paar Tagen und normalisiert sich dann wieder.

Du sagst er ist nur leicht erhöht. Ist er das? Ich weiß nämlich nicht, wo für diesen Wert sozusagen das Ende der Fahnenstange ist.

Gefunden habe ich auch das (ist zwar von einem anderen Labor dürfte aber analog sein)

https://www.labor-lademannbogen.de/analysen/analysen-spektrum/analysenverzeichnis/analysis/show/alphabetisches-analysenverzeichnis/pankreas-elastase-1/

Laut dem bin ich mit 6,4 im pathologischen Bereich, jemand gesundes sollte nicht mal über 2,0 liegen...

Ich hatte um den 10.2. herum bzw. die Tage davor relativ (für meine Verhältnisse) akzeptablen Stuhlgang, keine Schmerzen, keine Übelkeit oder sonstige Anzeichen die für eine Entzündung sprechen würden.

Ich weiß es gibt weitaus schlimmeres als ein blöder Laborwert, besonders für viele hier im Forum. Aber offen gestanden ich war nach den Elastasewerten im Stuhl und den sonstigen Laborwerten die in Ordnung sind schon gedanklich zu 50 % weg von dem Gedanken an EPI oder chronische Entzündung. Aber als dann der Serumelastasewert nach kam war ich natürlich am Boden. Seh mich gedanklich schon in der Diagnosemühle und weiß noch gar nicht wie ich es angehen soll
Antworten