Chronische Pankreatitis?

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KlauBo
Beiträge: 5
Registriert: 1. Dezember 2021, 12:58

Chronische Pankreatitis?

Beitrag von KlauBo »

Hallo zusammen,

ich reihe mich hier nun auch mal ein und möchte mich und mein Problem kurz vorstellen: Mein Name ist Klaudia und ich bin 53 Jahre alt, komme aus Krefeld und habe offensichtlich Probleme mit meiner Bauchspeicheldrüse.

Angefangen hat alles Ende August... ich wurde mitten in der Nacht wach und verspürte einen üblen Druck im Magen. Als dieser nach drei Tagen nicht besser wurde, ging ich zu meinem Hausarzt und wir behandelten auf Magenschleimhautentzündung. Es gab Pantoprazol 40 mg.

Ungefähr zwei Wochen später landete ich das 1. Mal im KH in der Notaufnahme. Die Magenschmerzen waren schlimmer geworden, mein Hausarzt war ratlos und so ging ich über die Notaufnahme ins Krankenhaus. Dort stellte man einen erhöhten Lipsasewert fest (220), da aber alle anderen Werte normal waren und es mir nicht sooo schlecht ging, gab es Buscopan und man schickte mich nach Hause. Mein Hausarzt meldete mich für die darauffolgende Woche für eine CT an, dort war eine streifig flächige Gewebevermehrung zwischen BSD, Dünndarm und Milz zu sehen. An dem Wochenende nach der CT wieder in die Notaufnahme, da ich starke Schmerzen in der linken Flanke hatte. Die Entzündungswerte waren erhöht (125), ebenfalls der Lipasewert und trotzdem schickte man mich nach Hause. In der Nacht wurden die Schmerzen beinahe unerträglich, eine warme Badewanne brachte Linderung und am darauffolgende Werktag stellte meine HÄin mir eine Einweisung fürs Krankenhaus aus, um ein MRT zu machen. Vier Tage war ich dort und das durchgeführte Abdomen MRT brachte nicht wirklich eine Erkenntnis. Der Lipasewert ging langsam zurück. Jedoch stieg er im Laufe der Woche wieder auf 500 an, so dass ich selber aktiv wurde.
Ich nahm Kontakt mit dem Pankreaszentrum in Bochum auf, ging dort in die Sprechstunde und ein sehr netter Arzt riet mir, falls die Beschwerden sich nach 3-4 Wochen nicht besserten, mich nochmal bei ihm zu melden. Diese habe ich dann auch getan, da ich immer noch unter Übelkeit und Druckgefühl vorne unter dem linken Rippenbogen leide.
Ich wurde vor ca. zwei Wochen stationär aufgenommen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Ich rauche nicht (seit ungefähr 8 Jahren nicht mehr), trinke kaum Alkohol, esse wohl recht viel Süßkram in Form von Schokolade u.ä. (was ich natürlich jetzt versuche zu lassen). Das Einzige, was vorgefallen ist, dass ich im Juli fürchterlich auf den Rücken gefallen bin.
In Bochum wurde zunächst Blut genommen (Lipase 81), fünfmal am Tag Blutzucker gemessen (war immer okay) und eine Endosonografie inkl. Biopsie gemacht. Zunächst sah es nach einer akuten Pankreatitis aus, die Feinnadelpunktion wurde durchgeführt, um eine Autoimmunerkrankung und einen bösartigen Tumor auszuschließen. Da beides negativ war, geht man auf Grund der Dauer meiner Beschwerden (inzwischen sind es ja 3 Monate) von einer chronischen Pankreatitis aus. Anfang Januar ist ein weiterer stationärer Aufenthalt in Bochum zwecks Kontrolluntersuchungen geplant.

Nun gut, jetzt geht man also von einer chronischen Pankreatitis aus, deren Ursache man nicht kennt. Wenn das so ist, dann muss ich damit leben, ich kann es leider nicht ändern. Aber trotzdem schwirren mir natürlich Fragen im Kopf herum...

Ist es denn normal, dass die Beschwerden so lange anhalten? Zwar ist die Übelkeit seit ungefähr drei Tagen besser bis komplett verschwunden, aber dieses Druckgefühl unter dem Rippenbogen ist nach wie vor da. Besonders merke ich den Druck, wenn ich sitze, als ob die BSD geschwollen sei (ist sie wahrscheinlich auch durch die Entzündung) und gegen den vorderen Rippenbogen drückt.

Gibt es keine Medikamente, die man gegen die Entzündung nehmen kann? Der Arzt meinte uU Kortison, möchte er aber aufgrund der Nebenwirkungen nur ungern verordnen, zumal es mir jetzt nicht sooo schlecht geht.

Fettarm ernähre ich mich schon länger (seitdem ich die Probleme habe sowieso), nur die Finger von Süßkram zu lassen fällt mir wirklich schwer. Aber auch das habe ich schon heruntergefahren.
KleinerSchrank
Beiträge: 338
Registriert: 16. August 2020, 19:42

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von KleinerSchrank »

Hallo Klaudia,
erstmal gut, dass du schon in Bochum warst. Die haben dich gut untersucht.

Die Frage, ob du eine chronische Pankreatitis hast. Kann man schwer sagen. Es kann auch sein, dass du mehrere akute Entzündungen hattest.

Es kommt drauf an wie es sich in Zukunft bei dir entwickelt. Wie ist den deine Verdauung? Hast du Durchfall oder gelben Stuhl? Wurde dein Elastasewert im Stuhl schon mal bestimmt? Wenn deine exokrine Funktion abnimmt (niedrige Elastase im Stuhl), dann wäre dies ein Beweis, dass du eine chronische Pankreatitis hast, da schon Funktionfähige Zellen abgestorben sind.

Du solltest jetzt Alkoholfrei, fettarm und GESUND für mindestens 6 Monate essen.

Es kann sein, dass sich alles wieder beruhigt. Sahen die Ärzte den in der Endosonographie irgendwelche Veränderungen an deiner Pankreas oder sah sie ganz normal aus?

Könntest du nochmal beschreiben, welche Schmerzen du hattest als deine Lipase erhöht war? Hattest du Rückenschmerzen? Wie stark waren die Schmerzen und wie lange hielten sie genau an? Kamen sie Wellenartig? Oder waren sie konstant?
KlauBo
Beiträge: 5
Registriert: 1. Dezember 2021, 12:58

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von KlauBo »

Hallo KleinerSchrank,

meine Verdauung ist m.E. gut, habe keinen Durchfall oder gelblichen Stuhl (wenn dann hellbraun, je nachdem was ich gegessen habe). Der Elastasewert wurde noch nie gemessen, habe davon auch erst hier im Forum gehört. Wo und wie wird dieser Wert bestimmt? Kann das der Hausarzt machen?

Bei der Endodonographie haben sie Folgendes entdeckt (Auszug aus dem Arztbrief):
Ab dem distalen Pankreaskorpus ist das Pankreasparenchym echoarm und knotig verändert. Der distale Anteil wird durch einen im Vergleich zu den übrigen Veränderungen isodensen Knoten von 14,9 x 15,0 mm gebildet. Am Milzhilus finden sich auch Flüssigkeitsansammlungen (sehr klein) um den Pankreasschwanz herum. Von hier aus Inspektion des restlichen Pankreas. Regelrechtes Parenchym im gesamten Pankreas. Der Pankreasgang ist im Corpus 1,2 mm und Schwanz 1 mm weit. Keine Konturunregelmäßigkeiten.
Diagnose: Isolierte knotig ödematöse Pankreatitis im Pankreaskorpus und -schwanz. Mild exsudative Pankreatitis (akut oder Z.n.) am Pankreasschwanz. Pankreaskopf unverändert. Biopsie im distalen Pankreaskorpus erfolgt.
Befund der Biopsie: keine Autoimmunpankreatitis (leider liegt mir der Bericht hierzu noch nicht vor).

Als ich einen Lipasewert von knapp 500 hatte, hatte ich extreme Schmerzen unter dem Rippenbogen links, in der Flanke, ich konnte kaum atmen und mich auch kaum bewegen. Das war eine Nacht, wo die Schmerzen so schlimm waren, sonst waren sie eigentlich immer ganz gut auszuhalten. Und ständig war mir übel.

Diese Übelkeit habe ich durchgehend seit Ende August und auch immer wieder Stiche in der linken Seite, mal vorne, mal hinten. Oft fröstelt es mich auch von innen, ich habe immer das Gefühl, das kommt aus diesem Bereich und breitet sich dann auf der ganzen linken Körperseite aus. Wenn ich auf der rechten Seite liege, verspüre ich auf der linken Seite in der Taille ein Druckgefühl, als ob da etwas Schweres drauf liegen würde.

Jetzt seit drei Tagen geht es mir endlich etwas besser *schnellklopfaufHolz*... die Übelkeit ist fast komplett verschwunden und ich verspüre momentan nur noch ein Druckgefühl hinter dem vorderen linken Rippenbogen. Zeitweise noch ein leichtes Brennen oder auch Stiche in der linken Flanke.

Das Komische, ich kann die Beschwerden überhaupt nicht mit dem Essen in Verbindung bringen, weil sie einfach immer da sind bzw. waren.
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von Andi »

Hallo Klaudia,
ich bin etwas erschrocken, das man in Bochum, diesem Spitzenzentrum die Elastase im Stuhl nicht untersucht.
Statt dessen machen die eine Endosonographie mit Feinnadelpunktion🙈, ist ja nicht falsch, aber bevor eine Punktion in Erwägung gezogen wird, sollte man schon 3 Stuhlproben entnehmen und die Elastase untersuchen, das ist ungefährlich und aussagekräftig.
Am Elastasetest erkennt man wie gut deine Bauchspeicheldrüse noch funktioniert.
Ist diese zu gering müssen Enzyme zugeführt werden.
Damit würde ich dran bleiben.
Gegen die Schmerzen helfen nur Schmerzmittel, der Schmerzschub muß dann abklingen, manchmal dauert das mehrere Wochen.
Die Schmerzen nicht aushalten, sonst bildet sich oft ein Schmerzgedächtnis, was man nur ganz schwer wieder los wird.

Lg Andi
KlauBo
Beiträge: 5
Registriert: 1. Dezember 2021, 12:58

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von KlauBo »

Hallo Andi,

ja, ich wundere mich auch etwas über die Nichtbestimmung der Elastase, wo ich hier immer wieder lese, dass das mit eine der ersten Untersuchungen ist. Ich muss Anfang Januar nochmal nach Bochum zu Kontrolluntersuchungen, da werde ich das auf jeden Fall ansprechen. Im Vorfeld könnte ich auch meinen Hausarzt mal ansprechen, vlt. kann er das ja machen.

Schmerzmittel habe ich bisher so gut wie gar nicht genommen, nur wo ich in der einen Nacht diese ganz schlimmen Schmerzen hatte. Und da hatte ich das Gefühl, dass die gar nicht wirkten. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich gegen die Übelkeit mal 3 Tage lang MCP Tropfen genommen, ab da wurde es dann auch besser und seit ein paar Tagen ist die so gut wie fast verschwunden. Ich hoffe, dieses Druckgefühl im Bauch verschwindet auch langsam mal.

LG Klaudia
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von Andi »

Hallo Klaudia,
gute Idee, ja klar kann auch der Hausarzt machen, ist keine große Nummer.
Bin ganz gespannt was man dir in Bochum erzählt, warum man das nicht macht🤔.
Der Druck im Bauch entsteht meist durch GangStauungen, das dauert oft seine Zeit.
Meist sind Opiadhaltige Schmerzmittel während der Schübe nötig, damit ist man oft zurückhaltend, was aber nicht immer richtig ist.
Ich selbst komme mit Novalminsulfon nicht weit, wirkt nur unterstützend, ein Wärmekissen bzw. Wärme generell weitet die Gefäße, weist du bestimmt schon aus eigener Erfahrung.

Gute Besserung

Lg Andi
KlauBo
Beiträge: 5
Registriert: 1. Dezember 2021, 12:58

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von KlauBo »

Andi hat geschrieben: 3. Dezember 2021, 11:47 Hallo Klaudia,
gute Idee, ja klar kann auch der Hausarzt machen, ist keine große Nummer.
Bin ganz gespannt was man dir in Bochum erzählt, warum man das nicht macht🤔.
Der Druck im Bauch entsteht meist durch GangStauungen, das dauert oft seine Zeit.
Meist sind Opiadhaltige Schmerzmittel während der Schübe nötig, damit ist man oft zurückhaltend, was aber nicht immer richtig ist.
Ich selbst komme mit Novalminsulfon nicht weit, wirkt nur unterstützend, ein Wärmekissen bzw. Wärme generell weitet die Gefäße, weist du bestimmt schon aus eigener Erfahrung.

Gute Besserung

Lg Andi
Okay, dann werde ich mal zum Hausarzt gehen und ihn danach fragen.

Das mit den Gangstauungen wusste ich nicht, dann hoffe ich, dass das auch noch verschwindet. Die Stiche im Rücken oder in der Seite sind nur noch gaaanz selten, genau wie die Übelkeit. Novalgin haben sie mir im KH mitgegeben, hilft aber nicht wirklich, aber wie Du sagst, hilft mir eine warme Badewanne immer ganz gut.

Danke Dir für Deine Antworten, sobald ich was Neues weiß, werde ich hier berichten.

Schönes Wochenende und bleib' gesund ;-)
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von thphilipp »

Andi hat geschrieben: 2. Dezember 2021, 20:54 Hallo Klaudia,
ich bin etwas erschrocken, das man in Bochum, diesem Spitzenzentrum die Elastase im Stuhl nicht untersucht.
Statt dessen machen die eine Endosonographie mit Feinnadelpunktion🙈, ist ja nicht falsch, aber bevor eine Punktion in Erwägung gezogen wird, sollte man schon 3 Stuhlproben entnehmen und die Elastase untersuchen, das ist ungefährlich und aussagekräftig.
Am Elastasetest erkennt man wie gut deine Bauchspeicheldrüse noch funktioniert.
Ist diese zu gering müssen Enzyme zugeführt werden.
Damit würde ich dran bleiben.
Gegen die Schmerzen helfen nur Schmerzmittel, der Schmerzschub muß dann abklingen, manchmal dauert das mehrere Wochen.
Die Schmerzen nicht aushalten, sonst bildet sich oft ein Schmerzgedächtnis, was man nur ganz schwer wieder los wird.

Lg Andi
Hi Andi,

ich denke man hat die Biopsie so schnell durchgeführt, weil bei den ersten Untersuchungen eine "Gewebsvermehrung o.ä." festgestellt
worden ist. Hier denken sie sicherlich das es sinnvoll ist, dieses durch eine Biopsie zu untersuchen!
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Liebe Grüße Thorsten
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von Andi »

Moin, moin Thphilipp,

wäre gut möglich.
Eine Punktion ist ja nun nicht grade ungefährlich,
deswegen war ich etwas verwundert, vom Ablaufplan der Untersuchungen.

Wünsche dir einen schönen zweiten Advent

Lg Andi
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Chronische Pankreatitis?

Beitrag von thphilipp »

Wünsch ich Dir auch Andi. Trotz des tollen Wetters
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Liebe Grüße Thorsten
Antworten