Unsicher

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Ursel
Beiträge: 3
Registriert: 8. Juni 2011, 18:46
Wohnort: Rhein-Main Gebiet

Unsicher

Beitrag von Ursel »

Hallo,
bin neu hier. Erst mal kurz zu meiner Person. Ich lebe im Rhein-Main Gebiet, bin 48 Jahre, treibe aktiv Sport (Tennis, Joggen) .

Im Dezember 2010 bekam ich diffuse Oberbauchbeschwerden, Blähungen, Stuhl wurde weich. Ich habe nie geraucht, allerdings trank ich gern regelmäßig das ein oder andere Glas Wein.
Mit meinen Beschwerden ging ich im Dez. zu meiner Hausärztin (Internistin) um die Ursache abzuklären. Nach meinen Schilderungen machte sie Ultraschall des Abdomen, Blut wurde genommen und Urin. Die Blutwerte u.a. Lipase, Amylase sowie CRP waren i.O. Auch der Urin war ok. Im Januar wurde dann noch ein MRT gemacht (das allerdings zur Abklärungen eines Blutschwämmchens auf der Leber gemacht wurde). Die Organe des Abdomen wurden als „Nebenbefund“ für i.O. befundet. Danach wurde noch Magen-/Darmspiegelung gemacht, wo ausser einer leichten Gastritis nix zu sehen war. Seit Dezember trinke ich keinen Alkohol mehr und versuche auch mich fettarm zu ernähren. Da die Beschwerden nicht besser wurden und nun auch noch Übelkeit hinzukam (seit März 11), veranlasste meine Hausärztin (Internistin) noch einen Stuhltest auf Elastase, der auch i.O. war. Darauf hin meinte sie, sie denke nicht an eine chronische Bauchspeichelddrüsenentzündung , das ganze wäre wohl ehr eine funktionelle Störung. Ich war mir unsicher, hatte ich doch schon gelesen, dass die Diagnose einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung nicht ganz so einfach ist. Deshalb bat ich um eine Überweisung zur Uniklinik in Mannheim, die mir vom ADP zur Abklärung meiner Beschwerden empfohlen wurde (danke hierfür!).

Dort wurden nochmal sämtliche Blutwerte untersucht auch zusätzlich hinsichtlich Autoimmunpankreatitis, herditärer Pankreatitis etc. Des weiteren wurde nochmals die Stuhlelastase getestet. Autoimmunpankreatitis sowie hereditäre Pankretatitis wurde ausgeschlossen, die Blutwerte als auch der Stuhltest waren wieder i.O. Man machte dann mit mir noch Tests zur Lactose-, Fructoseunverträglichkei und untersuchte auf eine Dünndarmfehlbesiedelung, alles ohne Befund.
Dann wurde noch eine Endosonographie gemacht, die auch keine Rückschlüsse auf eine chronische Bsp Entzündung gab (Gangstrukturen in Ordnung, keine Kalzifizierung, keine Zysten) Heliobacter wurde auch nicht gefunden und eine Dünndarmbiopsie ergab auch keinen Hinweise auf Sprue. Man sagte mir, die Bauchspeicheldrüse sei voll funktionsfähig und weise keinerlei Veränderungen auf.

Seit Dezember hab ich nun 10kg abgenommen, sicherlich auch weil ich nicht mehr gern esse, habe nach wie vor die Übelkeit, Blähungen und ab und an die Schmerzen im Oberbauch mal links, mal rechts, mal mittag meist ein Stechen. Die Schmerzen treten aber immer mal wieder auf, nie direkt nach dem Essen, sind auch eher leichterer Natur und nachts habe ich meist Ruhe.

Eigentlich sollte ich froh sein, dass nix gefunden wurde, die Ärzte nicht von einer chronischen Pankreatitis ausgehen. Aber andererseits habe ich diese Beschwerden, die mir niemand erklären kann. Führe auch ein Ernährungstagebuch, kann da aber keine Zusammenhänge sehen.

Wie sind denn bei den von Euch betroffenen, die Krankheitsverläufe einer chronischen Pankreatitis? Euren Schilderungen entnehme ich, dass ein akuter Schub irre Schmerzen mit sich bringt. Solch einen Schub hatte ich noch nicht. Muss man bei einer chronischen Pankretitis zwangsläufig einen akuten Schub haben? Sind zuerst die Beschwerden da und dann kann man das erst labortechnisch und durch bildgebende Verfahren nachweisen? Wie schlimm sind die Beschwerden
Das ist alles Neuland für mich und deshalb dachte ich, ich frag mal bei denen nach, die schon länger damit zu tun haben.
Viele Grüße und schon jetzt danke für eine Antwort.

Ursel
Norbert
Beiträge: 412
Registriert: 11. März 2008, 10:55
Wohnort: Raum Erlangen

Re: Unsicher

Beitrag von Norbert »

Hallo Ursel,

bei mir war es so, dass ich mehrere akute Schübe mit stärksten gürtelformigen Oberbauchschmerzen hatte, bis das ganze dann chronisch wurde.

Bei dir sind ja schon viele Untersuchungen in Bezug auf das Pankreas gelaufen. Wenn das was chronisches wäre hätte man Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse sehen müssen. Bei dir ist das aber nicht so. Also ist höchstwahrscheinlich nichts am Pankreas.

Es gibt aber noch andere Ursachen die ähnliche Beschwerden hervorrufen können. Würde dazu einen Gastroenterologen aufsuchen um weiteres abklären zu lassen.

Wünsche dir alles Gute

Norbert
Stefan1
Beiträge: 77
Registriert: 9. November 2009, 18:00

Re: Unsicher

Beitrag von Stefan1 »

Hallo Ursel,

wurdest Du bereits auf evtl vorhandene Gallensteine untersucht ?

LG
Stefan
Ursel
Beiträge: 3
Registriert: 8. Juni 2011, 18:46
Wohnort: Rhein-Main Gebiet

Re: Unsicher

Beitrag von Ursel »

Hallo,

Danke Norbert für Deine schnelle Antwort und Einschätzung.

Stefan, die Galle wurde im Januar per Ultraschall angeschaut und da war nix von Steinen zu sehen. Was die Hausärztin sich auch noch ansah war die Schilddrüse, aber die war auch ok..

Viele Grüße
Ursel
annetriedel
Beiträge: 25
Registriert: 19. Februar 2012, 22:05

Re: Unsicher

Beitrag von annetriedel »

hallo ursel,
da ich keine mail von dir finde - vielleicht kannst du mir mal schreiben. ich würde mich sehr gern mit dir austauschen, denn mir geht es ganz ähnlich wie dir. ich habe verdacht auf chron. pankr. aufgrund meiner Beschwerden, die deinen zu 75 % ähneln, aber keine richtige Diagnose. wie geht's dir inzwischen? meine mail ist annetriedel@web.de. viele grüße, anne
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Reinhard
Beiträge: 656
Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
Wohnort: Bückeburg

Re: Unsicher

Beitrag von Reinhard »

Hallo Ursel,
in der Regel verursacht eine chronische Pankreatitis Schmerzen wie sie Norbert beschrieben hat, ringförmig in den Rücken ausstrahlend. In seltenen Fällen.hat man im weiteren Verlauf keine Schmerzen. Nachdem aber fast alle Untersuchungen o.b. sind (besonders die in Mannheim, denn die haben dort Erfahrung), denke ich auch dass es einen anderen Grund haben muss. Ich habe früher nach intensiven Lesen der Fachliteratur die dort beschriebenen Beschwerde bekommen. Ich will Dich nicht in eine "Psycho- Ecke" stellen, aber es ist enorm was die Psyche mit einem machen kann.
Es kommt vor, dass die Blutwerte wieder in den Normbereich gehen, auch dass man bei den bildgebenden Verfahren manchmal sofort nichts sieht. Bei der Vielzahl der (richtigen) Untersuchungen sollten schon geringe Auffälligkeiten da sein. Sollte Dir noch jemand zu diagnostischen Zwecken eine ERCP anbieten, lauf weg. Nach dieser Untersuchung ist die Wahrscheinlichkeit einer Pankreatitis als Folge sehr groß!
Zuletzt geändert von Reinhard am 4. April 2012, 02:27, insgesamt 1-mal geändert.
Lieben Gruß
Reinhard
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Unsicher

Beitrag von Andi »

Hallo Ursel ,
ich hatte so ähnliche Beschwerden wie Du . Ich hatte einen Stein im Gallengang den man 5 Jahre nicht gesehen hat , weder im CT noch auf dem Ultraschall . Mein Stein wurde erst über ein ERCP erstmals gesehen und dann gleich entfernt . Auf meine Frage , warum der Stein nicht früher gesehen wurde , sagte man mir manche Steine könnte man nicht sehen , nun habe ich eine chron. Pankreatitis .
Bei Dir sind ja schon viele Untersuchungen gemacht worden , und es ist schwierig einzuschätzen ob da noch was ist . Ein ERCP ist auch ein Risiko und nicht unbedingt zu empfehlen .
Wünsche Dir Alles Gute und wenn Du noch fragen hast schreibe mich einfach an

Viele Grüße Andi
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