Moin. Nun auch ich - was ist sinnvoll zu tun?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Username
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Moin. Nun auch ich - was ist sinnvoll zu tun?

Beitrag von Username »

Moin, ich lese hier seit 2-3 Wochen anonym mit und bin nun doch stark verunsichert, da ich glaube das mein HA nicht die nötigen Untersuchungen einleitet und daher hab ich ein paar Fragen an euch, die sich leider mit der Problematik der Bauschspeicheldrüse beschäftigen mussten und hoffe von eurer Erfahrung profitieren zu können.
Im Jahr 2023 wurde ein Routine Ultraschall gemacht mit dem Ergebnis: Leichte Verfettung der Leber und Bauchspeicheldrüse - altersentsprechender Befund. (auf die 50 zugehend) Die Triglyceride waren leicht erhöht (ca. 200). Ich hatte aber damals schon berichtet, dass ich meine Gewichtszunahme merkwürdig finde. Von 2022-2025 habe ich 20kg zugenommen und befinde mich seit diesem Sommer im leichten Übergewicht - bin vom Körperbau allerdings eher so ein schmaler Typ - daher fällt das nicht auf.
Lebensstil: Seit ca. 7 Jahren Dauerstress mit hoher Arbeitsbelastung (ca. 12h täglich - selbstständig), schlechte Ernährung (viel Milch,- und Weizenprodukte und 2-3x Fleisch pro Woche, oft Süssigkeiten), kein Alkohol (außer vielleicht 4-8x im Jahr ein alkoholisches Getränk zum Anstoßen (max. 8 Liter Bier im Jahr).
Aktuelle Problematik:
Ende Juli im Urlaub (Deutschland) hat sich mein Stuhl verändert: Zuvor hatte ich normalen Stuhlgang und öfters mal eine Verstopfung, seitdem ist der Stuhl heller und weicher geworden. Zwischendurch roch er auch penetrant. Die Farbe ist okker, weich und oft bleibt er auch an der Toilette kleben. Bei längeren Autofahrten und manchmal im liegen, bekam ich ein Stechen auf der rechten Seite unterhalb der Rippen im Oberbauch.

Da sich dieser Zustand nicht veränderte, bin ich dann im Oktober zum HA. Ergebni des Ultraschalls: Stark verfettete Bauchspeicheldrüse (fast durchgehend weiß im Zltraschall) , weiterhin leichte Verfettung der Leber, Galle OK, bzw. keine Steine. Blutwerte: Triglyceride erhöht: 290, Nach alter Leitlinie: OK Nach neuer Leitlinie erhöht: (Prädiabetes) Hb1c 5,8 (hatte vorher über Jahre stabil 5,2/5,4). Mein HA meinte, dass er noch keinen Grund sehe da weiter zu diagnostizieren und meine Schmerzen vermutlich von einer Körperfehlhaltung komme. Eine Verfettung der Bauchspeicheldrüse haben viele und das sei normal. Die Empfehlung war: Intervallfasten 8/16, um dem weiteren Anstieg des Zuckers vorzubeugen und einen Orthopäden aufzusuchen. Kleines Blutbild war in Ordnung, wobei Leukos und Thrombo´s knapp unterhalb der Obergrenze waren. Leberwerte, oder Stuhl wurde nicht untersucht. Amylase usw. sowieso nicht.
Seit Anfang November habe ich das Intervallfasten begonnen und es klappt viel besser als gedacht. Am Anfang hatte ich große Hungerattacken, aber die sind mittlerweile verschwunden. Der Stuhlgang wird aber immer weicher, manchmal breieig, auch hatte ich jetzt schon 4 Bleistiftstühle. Von der Farbe her ist dieser seit Monaten durchgehend okker/ lehmfarbig (naja hell und nicht dunkel) und breiig hatte ich jetzt auch schon diverse Male. Außerdem habe ich 4 Stunden nach dem Essen großes Rumoren im Oberbauch und ab und zu auch Fatulenzen. Natürlich habe ich jetzt Gewichtsverlust - aber das soll ja auch so durch das Intervallfasten sein. Nach telefonischer Rücksprache mein mein HA: Kein Grund zur Sorge, das kommt wegen der Ernährungsumstellung. Ich soll diese bis Ende Janaur erst einmal durchziehen und dann will er die Blutwerte nochmal prüfen, ob Langzeitzucker und Triglyceride sich verändert haben und nach meiner Rückfage dann ggf. weitere Untersuchungen durchführen, wenn keine Besserung nach dem Fasten eintritt. 2024 hatte ich eine Gürtelrose, wo die Medikamente nicht anschlugen. (wenig Ausschlag (nur 6 Pickel), aber Gürtelförmige Schmerzen für gut 6 Wochen) Beschwerdemäßig sind jetzt Rückenschmerzen hinzugekommen, damit hatte ich aber vor 10 Jahren auch schonmal Last. Aus dem Stechen rechter Oberbauch (nicht täglich aber häufig) unterhalb der Rippen ist jetzt eher ein Brennen geworden. Mir geht es ansonsten gut und ich kann die Symptome im Alltag einfach wegdrücken durch meinen hohen Arbeitsstresslevel. Nur das Ignorieren fällt langsam schwerer.

Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass das Intervallfasten nicht ausreichend ist und ich wertvolle Zeit verliere. Ich gehe nämlich davon aus, nachdem ich mich hier schlau gelesen habe und auch Bilder meines Stuhlgangs im Internet verglichen habe, dass ich einen Fettstuhl habe und den bekommt man ja eigentlich Bauchspeicheldrüsen bedingt erst, wenn diese zu 75% defekt ist - zumindest laut Recherchen. Einen eideutigen Ölfilm in der Toilette habe ich nicht entdeckt, aber schon den Eindruck, dass das Wasser leicht belegt ist - also transparent schmierig ist. Urin ist normal. Mittlerweile zweifle ich an dem Vorgehen meines HA und den Verlauf innerhalb von 2,5 Jahren finde ich bei mir schon bedenklich. Daher denke ich darüber nach Blutwerte in Bezug auf Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Stuhlprobe mit Elastase Wert und ein MRCP selbst in die Hand zu nehmen und notfalls auch selber zu bezahlen und das jetzt schnellst möglich und nicht erst Warten bis Februar. Ich diagnostiziere nicht gerne selbst, aber ich vermute, dass ich vielleicht Probleme im Gallengang habe und neben einer Pankreasinsuffizienz vielleicht sogar eine chronische Entzündung, was ja echt blöd wäre und wo es wichtig wäre schnell die Ursache zu erkennen, da sich dies ja dann auf die Lebenserwartung schon auswirken kann?

Wer findet sich in meinem Krankheitsverlauf wieder? Kennen jemand eine gute Klinik in Norddeutschland für das MRCP nennen? Ich habe nämlich nicht vor die Belastung eines CT´s unnötig aufmichzunehmen und würde mit einem MRCP beginnen und dann abwägen wollen... .. .
Welche Tipps könnt Ihr mir noch geben. Vielen Dank.
Joshi
Beiträge: 91
Registriert: 18. Februar 2025, 14:58

Re: Moin. Nun auch ich - was ist sinnvoll zu tun?

Beitrag von Joshi »

Hallo, du benötigst in jedem Fall weitere Untersuchungen wie z.B Elastase, Lipase, Calprotectin und ggf. Vitaminstatus ADEK + B12/6. Auf Sibo und Unverträglichkeiten solltest du dich auch testen lassen (Histamin, Fructose, Laktose, Zöliakie etc.) Ein Ernäherungstagebuch kann auch helfen.
Wenn du eine BSD Beteiligung vermutest, dann wäre eine Endosonographie die beste Bildgebung. Ein MRT MRCP wäre sinnvoll damit der gesamte Bauchraum einmal kontrolliert wird wie z.B Gallenblase bezgl. Steine etc.
Ein CT schließt Malignen aus und kann ebenfalls sehr gut Zysten und Lymphknoten erkennen.
Ich hatte alle 3 Bildgebungen + o.g Untersuchungen + Darmspiegelungen + Magenspiegelung und bin mit meiner Problematik trotzdem kein bisschen weiter gekommen. Ich will dir keine Hoffnungen nehmen aber dich jetzt schon mal warnen das es ein sehr weiter Weg werden kann. Deshalb nerve die Ärzte das sie dir Untersuchungen ermöglichen und ggf. zahlst du das ein oder andere halt selbst.
Wegen deiner Bleistiftstühle solltest du zuerst eine Darmspiegelung machen (dringend!).
Username
Beiträge: 2
Registriert: 5. Dezember 2025, 00:21

Re: Moin. Nun auch ich - was ist sinnvoll zu tun?

Beitrag von Username »

Moin. Vielen Dank für die Hinweise. Meine Blutergebnisse sind da und die sind OK (Lipase: 36 (<60), Amylase 79 (<110), Bilirubin 0,6 (<1,2), Pankreaselastase >500. CEA 2,0 (<3,8), CA 10 (<34), CRP 0,6 (<5,0) // Nur leicht erhöhtes Cholesterin (201 - das LDL ist mit 160 allerdings zu hoch) , und leicht erhöhten Langzeitzucker (5,8).
Mein Arzt (HA + Internist) mein erst einmal ein paar Monate das Intervallfasten 8/16 durchziehen und dann schauen, wie sich das entwickelt. Ende Feb will er dann nochmal Zuckerwerte usw. kontrollieren. Eine Darmspiegelung hatte ich schon mal vor 5 Jahren und er meinte das alle 10 Jahre eigentlich reicht. solange jetzt kein Blut/Schleim usw. im Stuhl ist... .. . so bleibt es aktuell bei einem sonographischen Befund: Verfettung der BSD und das hat erst einmal keine Relevanz für weitere Diagnostik. Eine Fehlbesieddlung des Dünndarmes käme in Betracht (Sibo), aber wie erwähnt geht das dann erst Ende Feb weiter.
Da der Bleistiftstuhl (eher Eddinggröße) aber damit trotzdem 2/3 kleiner nur 2 Tage war -schiebt er das der Ernährungsumstellung zu. Dennoch habe ich immer wieder plötzlichen Stuhldrang mit kurzzeitigen Krämpfen (bis zur Entleerung) mit Durchfall (stinkend) und dann wieder ein paar Tage weichen Stuhlgang und er bleibt lehmfarben - egal, was ich esse. Auch die Schmerzen rechts unterhalb der Rippen (unterste Rippe ziemlich seitlich) sind bisher geblieben und ich habe neuerdings auch Rückenschmerzen (sitze aber auch viel) - deshalb warte ich nun auf einen Orthopädentermin, der dann erst Ende JAN 2026 ist.
Ich habe jetzt schon gut abgenommen und bin auf unter 80kg. Das Intervallfasten zeigt Wirkung. Dennoch bin ich stark verunsichert, weil es insgesamt ja über den langen Zeitraum eher schlechter wird, als besser ---> Vom alle paar Tage mal ein stechenden Schmerz, über die Stuhlveränderungen bis zu dauerhaften Schmerzen rechts und seit ein paar Tagen der Rücken. Diese sind zwar leicht 2/10, aber eher ein schlechter werdender Verlauf.

@Joshi: Das ist tatsächlich frustrierend, dass man trotz der ganzen modernen Technologie nicht wirklich vorwärts kommt. Es muss sehr frustrierend sein, wenn man seit 5 Jahren nicht weiß, was Sache ist - ich hoffe das mir das nicht auch so geht. Ich denke ich werde nach den Feiertagen, dann anfangen zu nerven, wenn ich bis dahin nicht eine Verbesserung in irgendeiner Weise bemerke. Vielen Dank.

Hat jemand ähnliche Symptome oder Erfahrungen?
Heike62
Beiträge: 6
Registriert: 24. Dezember 2025, 05:57

Re: Moin. Nun auch ich - was ist sinnvoll zu tun?

Beitrag von Heike62 »

Hallo, ja das ist frustrierend.
Ich hab ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich hab zwar ein anderes Beschwerdebild, aber das Gefühl, dass der Hausarzt/ Gastroentrologe zu wenig macht, hab ich heute noch.

Was du beim Hausarzt einfordern kannst, ist ein MRCP, um alles Bauchorgane anzuschauen. Du musst danach selbstbewußt fragen. Die Endosonografie habe ich selbst bezahlt. Rausgekommen ist dabei nichts.
Dass die Ärzte SIBO ansprechen, finde ich bemerkenswert. Hat in meiner Region kein Arzt gemacht ( Ostdeutschland rechts unten )

Und wenn du Geld in die Hand nehmen kannst und willst, empfehle ich dir einen Arzt für gesamtheitliche funktionelle Medizin, der dein Mikrobiom und andere Sachen anschaut, denn das ist höchst wahrscheinlich durcheinander geraten. Es ist eine Privatleistung und kann eine längere Sache mit viel Disziplin sein.
Du kannst auch einen Heilpraktiker ( erfahren auf dem Gebiet der Darmgesundheit )
Das Heilfasten ist super. Es wird auf jeden Fall helfen, ob es ausreicht zeigt sich nach der Zeit.
Ich habe z.B meine Ernährung umgestellt , kein Gluten und keine Milchprodukte, natürlich kein Zucker und kein Alkohol.
VG Heike
AK17
Beiträge: 21
Registriert: 29. August 2025, 06:48

Re: Moin. Nun auch ich - was ist sinnvoll zu tun?

Beitrag von AK17 »

Moin.
Was Du hast, würde ich definitiv weiter abgeklären lassen. Und zwar, weil der Stuhl nicht ok ist, weil Du Stressige Zeit hast und Cholesterin auch nicht gut ausschaut. Und die Bauchbeschwerden Dir Stress machen. Ich schreibe es hier öfter mal: Versuche chatgpt mal mit Deinen Symptomen zu füttern und frage nach dem richtigen Arzt oder der richtigen Klinik dazu in Deiner Umgebung! Die Antworten sind bei medizinischen Fragen oft sehr gut! Dann eine Überweisung dahin vom Hausarzt.
Ich lebe in Hamburg und bin selbst hier schon bei einigen Ärzten/Kliniken gewesen. Es braucht Zeit und Geduld für eine wirklich gute Diagnostik von Pankreas, Galle/Leber, Magen/Darm, Blut und Stuhl und ggf. Hormonsystem. In HH zB. ist das Isrealitische KH mit Ikaneum (Ernährungstherapie war sehr gut und wichtig!) ganz gut... meine Erfahrung ist aber, Israelitisches KH eher bei Darmproblemen. Pankreas-Diagnostik eher UKE, aber die persönliche Begleitung im UKE finde ich nicht gut... zuviele verschiedene Ärzte, keinen direkten Ansprechparner. Ggf. Medizinicum Stephansplatz (da kann ich allerdings erst nach dem 6.1.26 was zu schreiben).
Sollte Stress ein Begleitfaktor sein, müsste man da auch noch hin gucken. Da habe ich auch noch nix gefunden. [Da ich bei meinem Krankheitsbild (Divisum), erfolgreich, auch ein trizyklisches Antidepressivum, erfolgreich gegen einen Teil der Beschwerden, in geringer Dosierung, einnehme. Kein Arzt hat mir das empfohlen. Ich bin zufällig, wegen einer vorherigen Schmerztherapie bei atypischem Gesichtsschmerz (UKE), darauf gestoßen. Es nimmt auch den Pankreasschmerz und verbessert dadurch meine Darmmotilität. Es nimmt sozusagen Schmerzstress im Kopf weg. Das muss man mit Ärzten von sich aus besprechen, wird nicht unbedingt vorgeschlagen, weil studienmässig nicht genug erprobt.]
Betrifft es vornehmlich die Pankreas, dann würde ich das vor jeglichem Eingriff bei Dr. Uhl in Bochum abklären lassen!
Soweit meine 4jährigen "Divisum-Erfahrungen".
PS hellen Stuhl bringe ich auch mit Stau im Gallensystem in Verbindung, in Verbindung mit Fettstuhl: Pankreas (Diagnostik: Endosonographie, US von aussen und MRCP machen lassen, falls noch nicht geschehen).
Ich wünsch viel Glück und Durchhaltevermögen bei der Suche nach Ursache und der richtigen Behandlung!
Gruß, Anja
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