ich bin seit ca. 20 Jahren Typ1 Diabetiker und seit ca. einem Jahr ist nun auch der Rest meiner Pankreas ausgestiegen.
Angefangen hat der ganze Schei... mit einer Pankreatitis, die ich vor Jahren mal hatte. Im Krankenhaus hieß es damals wie in einem Automatismus... "das liegt an ihrem Alkoholkonsum..." da ich Abends gern ein, zwei (manchmal drei) Gläser Wein trinke. (Ein zwei Bier wären nicht gut für meinen Blutzucker.)
Später habe ich dummerweise nach einer OP noch Morbus Sudeck bekommen und bin seit dem hochdosiert auf Opiate eingestellt was - im nachhinein betrachtet - fatale Folgen hatte. Ich hatte in der Zwischenzeit nämlich noch einige male eine Pankreatitis, die ich aber durch die hochdosiert Opiate aller höchstens mal als lästigen Rückenschmerz wahrgenommen habe. (Einer Nachbarin im Ort ging es fast genau so, wir haben uns neulich darüber unterhalten...
Und so wurde die Pankreatitis chronisch und letztendlich gab die Pankreas gänzlich auf. Der Hinweiß kam von meinem Hausarzt. "Man Du bist so dünn geworden, was wiegst Du denn gerade..." Ich hatte das gar nicht so gemerkt, aber ich habe innerhalb von drei Monaten über 20 Kilo verloren.
Und dann ging die Suche los. Alle möglichen Bluttests, CT - "Pankreas sieht nicht gut aus, z.T. Vernarbt, chronische Pankreatitis aber sonst keine Auffälligkeiten", erste Stuhluntersuchung und Blut gefunden! "Gab es bei euch Darmkrebs in der Familie?" Also zur Darmspiegelung, Ergebnis... Nichts. Garnichts, keiner weiß nichts... Nur noch eine Idee, evtl. mal eine weitere Stuhluntersuchung auf Elastase machen. Und da war das Ergebnis. Wert nahe Null, totale Pankreasinsuffizienz.
Also, vor jeder Mahlzeit eine Pangrol 40000 und es wird wieder.
Nur leider habe ich immer noch regelmäßig, fast täglich alle Formen von Durchfall und Blähungen. Und da lese ich heute, dass es mit Lipase ja ähnlich ist wie mit meiner Diabetes und der Insulintherapie. Und, dass ich mit den 40000 Einheiten pro Mahlzeit - ich esse schon nicht sonderlich Fettarm - völlig unterversorgt bin.
Ich lese jetzt immer von der Formel, 2000 Einheiten Lipase pro 1g Nahrungsfett. Wie kommt Ihr damit zurecht?
Wie ist überhaupt die - wie nenne ich es - persönliche Einstellung zur Therapie?
Also bei der Diabetes ist es ja meist so, dass man seine Therapie mehr oder weniger selbst regelt und der Arzt nur mehr Beobachter oder evtl. mal Ratgeber ist. Mein Arzt sagt immer, "Du hast länger Diabetes als ich Arzt bin, solange wie dein HbA1c in Ordnung ist mische ich mich gar nicht ein, Du machst das schon."
Viele Grüße
Detlef Paschke