Diagnose

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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angel29280
Beiträge: 740
Registriert: 27. Januar 2016, 12:47

Re: Diagnose

Beitrag von angel29280 »

:hallo:

Hab hier mitgelesen und war etwas schockiert teilweise...

Danke Tommi, das du das aufgeklärt hast! Veritas tat mir echt so leid, weil ja gar nix dafür konnte und angegangen wurde. Und danke an die Mods für´s aufpassen, damit hier was nicht ausufert! :daumenh:

Es wäre für Michael sicher hilfreicher zum Ausgangsbeitrag zurück zukehren, da er schließlich der Threadersteller ist..

Michael, ich hoffe du traust dich noch zu schreiben.... :zw:
Liebe Grüsse eure Angel
Michael78
Beiträge: 9
Registriert: 9. Dezember 2017, 08:52

Re: Diagnose

Beitrag von Michael78 »

Hallo,

Ja, ich traue mich noch zu schreiben. Ich leide weiterhin unter Todesangst und habe morgen eine Ultraschalluntersuchung, eine Magenspiegelung und eine Ultraschalluntersuchung durch den Magen.

Bei mir habe ich oft das Gefühl, dass irgendein Durchgang verstopft ist und der Druck solange steigt bis es mit einem Geräusch oder Art Knacken abfliesst. Damit sind auch für eine gewisse Zeit die Schmerzen weg.

Wie gesagt, ich habe Todesangst vor der Diagnose, so als dass mein Leben bei einer chronischen Entzündung zu Ende wäre. Und ich weiss nicht wie ich diese Krankheit einsortieren soll. Man liest von Entfernungen der BSD bis hin zu 5-10 Jahren Überlebenszeit mit extrem starken Schmerzen.

Wie gesagt, morgen gehts ins Pankreaszenteum Köln, bis dahin versuche ich irgendwie die Zeit rum zu bekommen.
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Diagnose

Beitrag von veritas »

Wird denn die Galle auch angeschaut, wenn du so ein Engegefühl hast?

Ich hab seit 20 Jahren chronische Pankreatitis, bin teilzeitlich berufstätig und gründe gerade eine Familie mit meinem Mann. Vielleicht beruhigt dich das ja?
Sicher ist es nicht einfach und ich hab selten mal starke Schmerzen, aber ein Todesurteil ist es nicht.
Michael78
Beiträge: 9
Registriert: 9. Dezember 2017, 08:52

Re: Diagnose

Beitrag von Michael78 »

Hallo Veritas,

Danke für deine Nachricht. Die beruhigt mich tatsächlich etwas. Schreitet die Krankheit denn bei dir nicht voran? Konnte man die beschädigten Bereiche nicht operieren?
angel29280
Beiträge: 740
Registriert: 27. Januar 2016, 12:47

Re: Diagnose

Beitrag von angel29280 »

:hallo: Wuhu Michael,

ist schon mal gut, das du morgen im Pankreaszentrum bist und das abklären lässt, ist wichtig, auch für die Psyche, damit man weiß was los ist und man nicht in Unsicherheit stecken bleibt. Versteh das du Angst hast, aber Veritas ist u.a. ein gutes Beispiel dafür, das auch Pankreaserkrankungen nicht immer die Lebenserwartung massiv verkürzt oder gar massiv das Leben einschränkt, auch wenn es nicht einfach ist damit zu leben und auch viel Leid bedeutet oft.

Die Statistiken beziehen sich oft auf Personen, die spät zum Arzt gehen und/oder weiter ihr Lebensstil verfolgen mit Rauchen, Alkohol, ungesunder Ernährung und co. Aber wenn man eine solche Diagnose hat und dann sein Leben etwas zum positiven verändert, kann das viel bewirken im positiven Sinne. Außerdem wird viel geforscht in diese Richtung, wo vor vielleicht 10-20 Jahren noch nicht so gute Möglichkeiten gab, gibt es heute schon mehr.

Drück dir für morgen die Daumen, das alles klappt und du gut durch die Untersuchungen kommst! :daumenh: Und vielleicht ist es ja doch "nur" die Galle, wo ein Stein oder mehre Kleine Unverkalkte den Gang blockiert.
Liebe Grüsse eure Angel
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Diagnose

Beitrag von veritas »

Michael78 hat geschrieben: 14. Dezember 2017, 09:32 Hallo Veritas,

Danke für deine Nachricht. Die beruhigt mich tatsächlich etwas. Schreitet die Krankheit denn bei dir nicht voran? Konnte man die beschädigten Bereiche nicht operieren?
Die Krankheit schreitet natürlich voran, aber es ist halt so, dass bei den Entzündungen das Gewebe abstirbt bzw. angegriffen wird und das führt dazu, dass man halt eine immer kleinere Bauchspeicheldrüse hat. Ich hab nach den ganzen Jahren und Entzündungen noch in etwa ein Drittel übrig und dadurch dass das Ganze graduell passiert, gewöhnt sich die Drüse aber halbwegs daran und produziert dann trotzdem noch fleißig Insulin und Enzyme.
Was nicht mehr da ist kann man natürlich nicht so gut operieren - aber dadurch dass ich eine Fehlbildung in der Drüse habe, bleibt bei mir leider recht häufig Zeug stecken (Proteinklumpen, Verkalkungen, etc.) und das muss dann endoskopisch entfernt werden.

Aber du hast ja sowieso, wie gesagt, ganz andere Symptome als bei einer Pankreatitis - über dieses Krankheitsbild würde ich mir an deiner Stelle gar nicht den Kopf zerbrechen. Ich finds sehr gut, dass dein Magen jetzt ordentlich untersucht wird.
Michael78
Beiträge: 9
Registriert: 9. Dezember 2017, 08:52

Re: Diagnose

Beitrag von Michael78 »

Es fing ja damit an, dass ich dauert diesen seltsamen Stuhl habe und bei einer Probe nahezu keine Enzyme gemessen werden konnten. Das macht mir am meisten Angst. Die anderen Symptome hab ich ja schon Jahre... und kein Arzt hatte bisher was gefunden. Die Stuhlproben wurden zufälligerweise vom Naturheilpraktiker genommen und vom Arzt dann nochmals bestätigt. Hab dann gelesen, dass das passiert wenn bereits 95% der Drüse abgestorben sind.
Bene86
Beiträge: 376
Registriert: 5. Oktober 2016, 22:34

Re: Diagnose

Beitrag von Bene86 »

Michael78 hat geschrieben: 14. Dezember 2017, 12:26 Es fing ja damit an, dass ich dauert diesen seltsamen Stuhl habe und bei einer Probe nahezu keine Enzyme gemessen werden konnten. Das macht mir am meisten Angst. Die anderen Symptome hab ich ja schon Jahre... und kein Arzt hatte bisher was gefunden. Die Stuhlproben wurden zufälligerweise vom Naturheilpraktiker genommen und vom Arzt dann nochmals bestätigt. Hab dann gelesen, dass das passiert wenn bereits 95% der Drüse abgestorben sind.
Hallo Michael

Dein Leidensweg kommt mir bekannt vor, da es mir ähnlich ergeht (Übelkeit/Völlegefühl, starke körperliche Schwäche und oft Breistuhl) fast immer Blähungen. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon seit ca. 10 Jahren öfters mal Durchfall hatte und gewisse Speisen nicht vertrug. Allerdings beindruckte mich das immer sehr wenig, ich war der Typ Mensch, welcher eigentlich nie zum Arzt ging. Bis dann die anderen Symptome dazu kamen.

Ich ging also ebenfalls sämtliche Untersuchungen (MRI, MRCP, EUS, Magen-/Darmspiegelung, X Sonos, X Bluttests und 4 mal Elastasemessungen) durch, wobei die Elastase Ende letzten Jahres im Abstand von 2 Monaten die Elastase noch 2 mal o.B. war und Anfang dieses Jahres einmal 160 und einmal 112 betrug. Ausserdem wurde eine leichte Speiseröhrenentzündung und eine abklingende leichte Darmentzündung bei der Koloskopie entdeckt. Auch die Darmflora war nicht optimal.

Also liess ich das MRCP nach dieser Elastase-Messung in der Pankreasklinik in Bern durchführen, da ich die Meinung von Experten wissen wollte. Diese wiederum meint im Berichteten, das mit dem heutigen Stand der Technik eine Pankreaspathologie weitestgehend ausgeschlossen werden und aus ihrer Sicht am ehesten auf Reizmagen/Darm geschlossen werden kann. Durch Reizmagen/Darm könne die Elastase vermindert sein, da die ganzen Verdauungsorgane beschleunigt arbeiten bzw. die Nahrung weiterleiten würden. Toll, der allseits geliebte Reizdarm also. :) Ein bösartiger organischer Prozess wurde laut den Beiden ausgeschlossen. Ich sass rund 90 Minuten mit dem Leiter der Klinik und dem Chefchirurgen im Raum und sie erklärten mir sämtliche Fragen, welche ich auf einem Fragebogen notiert hatte. Ich war beeindruckt, wie viel Zeit sich die Herren Professoren extra für mich nahmen. PS: Wenn 95% der Drüse abgestorben sind, dann ist das sehr wohl spätestens in der Endosono oder MRCP erkennbar. :) Und eine chron. Pankreatitis kann sehr wohl in der Bildgebung nicht erkennbar sein, jedoch müsste man irgendwann mal ein verdächtiges Anzeichen im Blut erkennen. Und ich habe jedes mal, wenn die Symptome etwas zunahmen, auch sämtl. Pankreas-Spezifischen Blutwerte messen lassen. Das sich nichts in der Bildgebung UND im Blut zeigt, halten sie für praktisch ausgeschlossen bzw. sei ihnen in ihrer Klinik noch kein solcher Fall untergekommen. Eine Insuffizienz könne durchaus auch ohne Pankreatitis entstehen, jedoch sei dies praktisch ausschliesslich dem Alter zuzuschreiben, sprich handelt es sich dann viel mehr um eine organische Altersschwäche. Im Normalfall könne das Organ mucken, wenn auch sonst etwas im ganzen System nicht ganz rund läuft, sprich Leber, Galle, Magen und Darm, da sind die Möglichkeiten dann vielfältig.

In der EUS war ebenfalls nichts von Entzündungsanzeichen zu sehen, keine Gangerweiterung, nichts. Der EUS-Spezialist meinte noch murmelnd etwas genervt, ich hätte noch nicht einmal irgendwelche Anzeichen von(medizinischer Begriff, welcher ich heute nicht mehr weiss). Die Vitaminwerte (A,D,E,K, B12) schossen mitte dieses Jahres sogar oben heraus und das trotz fast 1 jährigen Verdauungsproblemen und ohne Einnahme von Enzymen, auch meine Leberwerte (auch der Langzeitzucker) sind immer gut in der Norm. Lipase, Amylase, CRPD, Calprotectin, Bilirubin etc. etc. immer total unauffällig.

Trotzdem sind meine Symptome inkl. immer wieder mal sehr leichtes stechen in der Magengegend geblieben, dies nun seit rund 1.5 Jahren und trotzdem verunsichern mich diese Symptome immer noch hie und da.

Allerdings bin ich mittlerweile ruhiger im Umgang damit geworden, aber man möchte halt wissen, wo das Problem liegt. Gewichtsverlust habe ich nicht, ich nehme eher ziemlich gut zu, was mich auch immer wieder verwundert.

Ich möchte dir damit vor allem mitteilen, dass auch ich anfangs von einem Tumor sehr überzeugt war und mich dies in panische Angst versetzte. Ich rannte von Arzt zu Arzt. Mein Körper spielte nämlich im letzten Jahr rund 2 Monate völlig verrückt (Gelenkschmerzen, Knallgelber (erstaunlicherweise) geformter Stuhl, totale Schlappheit, psychisch am Ende, etc.) ehe es mir nach 2 Monaten Krankschreibung wieder einiges besser ging. Sicher waren die Symptome auch verstärkt oder sogar ausgelöst durch eine Psychose. Was nun bei mir im Endeffekt psychisch und was körperlich falsch läuft, weiss ich leider heute nicht. Trotzdem muss man einen Mittelweg finden und sich nicht zu fest einschränken lassen. Ich stelle fest, dass wenn es mir geistig gut geht, z.B. auch wenn ich ausgeschlafen bin, die Symptome viel weniger stark präsent sind. Darum lehne dich etwas zurück und suche ansonsten, wie auch ich, einen guten Psychologen auf. Ich möchte die Symptome absolut nicht einfach auf die psychische Seite schieben, jedoch ist es kein Geheimnis, dass Psyche und Magen/Darm sehr eng miteinander verbunden sind und Angst die Symptome ungemein verstärken kann. Ein Tumor ist dann schon relativ unwahrscheinlich und die Symptome wären mit Sicherheit anders bzw. intensiver, weil dieser norm. erst im Endstatus schmerzlos werden kann (so habe ich es zumindest gelesen). Ausserdem wäre ich (nun 1.5 Jahre) und auch du heute vermutlich bereits tot, wenn es der fiese Untermieter wäre.

Bei mir ging eine relativ starke Angststörung voraus, also bevor all diese Symptome auftraten. Das ging soweit, dass ich mich nicht mehr an öffentliche Plätze traute und meine Familie davon überzeugen wollte, das Land zu verlassen (ich weiss, das klingt ev, bei einem erwachsenen Mann etwas witzig, aber es war die Hölle und die Überzeugung 200%ig). Diese Angststörung wurde fast übergangslos von den körperlichen Symptomen abgelöst. Durch diese Angst von Krebs (ich sah mich bereits gefühlte 100 mal mit spätestens 40ig tot) wurde quasi die Angst vor Terroranschlägen übernommen. Ich denke heute zurück und frage mich, was da bloss los war. Heute geht es mir geistig eigentlich verglichen mit damals sehr gut.

Ich wünsche dir auf alle Fälle bei deinen Untersuchungen auf jedenfall alles gute, viel Gesundheit und unterschätze die Macht der Psyche nicht. Lass dich gut untersuchen und versuche mit den Ergebnissen umzugehen. Wenn du Fragen hast, darfst du dich gerne an mich wenden.

Gruss
Zuletzt geändert von Bene86 am 14. Dezember 2017, 15:40, insgesamt 6-mal geändert.
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Diagnose

Beitrag von veritas »

Bei chronischer Pankreatitis ist es halt so, dass man zuerst Entzündung um Entzündung hat (was schmerzhaft ist) und dann nach einiger Zeit (außer wenn es wirklich heftigste Entzündungen dicht nacheinander sind) stellt die Drüse mal ihren Dienst so langsam ein.

Die Bauchspeicheldrüse kann aber auch ohne diese vorhergehenden Entzündungen anfangen keine Enzyme produzieren. Wenn die Enzyme nicht produziert werden nennt sich das Insuffizienz und das muss nichts mit chronischer Pankreatitis zu tun haben. Leider ist die Forschung was die Insuffizienz des Pankreas angeht noch total im Dunkeln, da gibt es halt auch mit den anderen Organen Wechselbeziehungen (wenn die Galle muckt, spinnt auch gerne die Bauchspeicheldrüse z. B.), genetische Ursachen und es gibt auch generell schwache Bauchspeicheldrüsen, die immer wieder mal was haben, ohne dass sie entzündet sind.

Wenn also wirklich deine Drüse Probleme mit der Enzymproduktion hat, dann hast du einfach mal eine Pankreas-Insuffizienz. Ich hab gehört, dass es da auch lauter Schauermärchen im Internet gibt - aber im Endeffekt heißt das wirklich einfach nur mal, dass deine Drüse ihre Aufgabe nicht so gut erledigt. Jetzt ist halt die Frage, ob das die Ursache deiner Beschwerden oder auch nur eines der Symptome ist, das ist oft schwer rauszufinden.
Ich persönlich finds wichtig, dass du einfach mal ordentlich untersucht wirst, damit schwere Erkrankungen ausgeschlossen werden können. Und danach wird das dann halt eher Eigenarbeit sein, in der du selber auch am besten mit einem Ernährungstagebuch versuchst herauszufinden, ob du nicht ein Muster erkennen kannst, wann es dir besser und wann es dir schlechter geht.
Michael78
Beiträge: 9
Registriert: 9. Dezember 2017, 08:52

Re: Diagnose

Beitrag von Michael78 »

Hallo zusammen,

ich möchte mich herzlich bei euch bedanken, euere Beiträge haben mir in den letzten Tagen sehr geholfen.

Glücklicherweise sind alle Ergebnisse ohne Befund, das heisst zunächst einmal grosse Erleichterung. Aber auch, ich werde weiter nach der Ursache suchen müssen.

Wünsche euch alles Gute!
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