Michael78 hat geschrieben: ↑14. Dezember 2017, 12:26
Es fing ja damit an, dass ich dauert diesen seltsamen Stuhl habe und bei einer Probe nahezu keine Enzyme gemessen werden konnten. Das macht mir am meisten Angst. Die anderen Symptome hab ich ja schon Jahre... und kein Arzt hatte bisher was gefunden. Die Stuhlproben wurden zufälligerweise vom Naturheilpraktiker genommen und vom Arzt dann nochmals bestätigt. Hab dann gelesen, dass das passiert wenn bereits 95% der Drüse abgestorben sind.
Hallo Michael
Dein Leidensweg kommt mir bekannt vor, da es mir ähnlich ergeht (Übelkeit/Völlegefühl, starke körperliche Schwäche und oft Breistuhl) fast immer Blähungen. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon seit ca. 10 Jahren öfters mal Durchfall hatte und gewisse Speisen nicht vertrug. Allerdings beindruckte mich das immer sehr wenig, ich war der Typ Mensch, welcher eigentlich nie zum Arzt ging. Bis dann die anderen Symptome dazu kamen.
Ich ging also ebenfalls sämtliche Untersuchungen (MRI, MRCP, EUS, Magen-/Darmspiegelung, X Sonos, X Bluttests und 4 mal Elastasemessungen) durch, wobei die Elastase Ende letzten Jahres im Abstand von 2 Monaten die Elastase noch 2 mal o.B. war und Anfang dieses Jahres einmal 160 und einmal 112 betrug. Ausserdem wurde eine leichte Speiseröhrenentzündung und eine abklingende leichte Darmentzündung bei der Koloskopie entdeckt. Auch die Darmflora war nicht optimal.
Also liess ich das MRCP nach dieser Elastase-Messung in der Pankreasklinik in Bern durchführen, da ich die Meinung von Experten wissen wollte. Diese wiederum meint im Berichteten, das mit dem heutigen Stand der Technik eine Pankreaspathologie weitestgehend ausgeschlossen werden und aus ihrer Sicht am ehesten auf Reizmagen/Darm geschlossen werden kann. Durch Reizmagen/Darm könne die Elastase vermindert sein, da die ganzen Verdauungsorgane beschleunigt arbeiten bzw. die Nahrung weiterleiten würden. Toll, der allseits geliebte Reizdarm also.

Ein bösartiger organischer Prozess wurde laut den Beiden ausgeschlossen. Ich sass rund 90 Minuten mit dem Leiter der Klinik und dem Chefchirurgen im Raum und sie erklärten mir sämtliche Fragen, welche ich auf einem Fragebogen notiert hatte. Ich war beeindruckt, wie viel Zeit sich die Herren Professoren extra für mich nahmen. PS: Wenn 95% der Drüse abgestorben sind, dann ist das sehr wohl spätestens in der Endosono oder MRCP erkennbar.

Und eine chron. Pankreatitis kann sehr wohl in der Bildgebung nicht erkennbar sein, jedoch müsste man irgendwann mal ein verdächtiges Anzeichen im Blut erkennen. Und ich habe jedes mal, wenn die Symptome etwas zunahmen, auch sämtl. Pankreas-Spezifischen Blutwerte messen lassen. Das sich nichts in der Bildgebung UND im Blut zeigt, halten sie für praktisch ausgeschlossen bzw. sei ihnen in ihrer Klinik noch kein solcher Fall untergekommen. Eine Insuffizienz könne durchaus auch ohne Pankreatitis entstehen, jedoch sei dies praktisch ausschliesslich dem Alter zuzuschreiben, sprich handelt es sich dann viel mehr um eine organische Altersschwäche. Im Normalfall könne das Organ mucken, wenn auch sonst etwas im ganzen System nicht ganz rund läuft, sprich Leber, Galle, Magen und Darm, da sind die Möglichkeiten dann vielfältig.
In der EUS war ebenfalls nichts von Entzündungsanzeichen zu sehen, keine Gangerweiterung, nichts. Der EUS-Spezialist meinte noch murmelnd etwas genervt, ich hätte noch nicht einmal irgendwelche Anzeichen von(medizinischer Begriff, welcher ich heute nicht mehr weiss). Die Vitaminwerte (A,D,E,K, B12) schossen mitte dieses Jahres sogar oben heraus und das trotz fast 1 jährigen Verdauungsproblemen und ohne Einnahme von Enzymen, auch meine Leberwerte (auch der Langzeitzucker) sind immer gut in der Norm. Lipase, Amylase, CRPD, Calprotectin, Bilirubin etc. etc. immer total unauffällig.
Trotzdem sind meine Symptome inkl. immer wieder mal sehr leichtes stechen in der Magengegend geblieben, dies nun seit rund 1.5 Jahren und trotzdem verunsichern mich diese Symptome immer noch hie und da.
Allerdings bin ich mittlerweile ruhiger im Umgang damit geworden, aber man möchte halt wissen, wo das Problem liegt. Gewichtsverlust habe ich nicht, ich nehme eher ziemlich gut zu, was mich auch immer wieder verwundert.
Ich möchte dir damit vor allem mitteilen, dass auch ich anfangs von einem Tumor sehr überzeugt war und mich dies in panische Angst versetzte. Ich rannte von Arzt zu Arzt. Mein Körper spielte nämlich im letzten Jahr rund 2 Monate völlig verrückt (Gelenkschmerzen, Knallgelber (erstaunlicherweise) geformter Stuhl, totale Schlappheit, psychisch am Ende, etc.) ehe es mir nach 2 Monaten Krankschreibung wieder einiges besser ging. Sicher waren die Symptome auch verstärkt oder sogar ausgelöst durch eine Psychose. Was nun bei mir im Endeffekt psychisch und was körperlich falsch läuft, weiss ich leider heute nicht. Trotzdem muss man einen Mittelweg finden und sich nicht zu fest einschränken lassen. Ich stelle fest, dass wenn es mir geistig gut geht, z.B. auch wenn ich ausgeschlafen bin, die Symptome viel weniger stark präsent sind. Darum lehne dich etwas zurück und suche ansonsten, wie auch ich, einen guten Psychologen auf. Ich möchte die Symptome absolut nicht einfach auf die psychische Seite schieben, jedoch ist es kein Geheimnis, dass Psyche und Magen/Darm sehr eng miteinander verbunden sind und Angst die Symptome ungemein verstärken kann. Ein Tumor ist dann schon relativ unwahrscheinlich und die Symptome wären mit Sicherheit anders bzw. intensiver, weil dieser norm. erst im Endstatus schmerzlos werden kann (so habe ich es zumindest gelesen). Ausserdem wäre ich (nun 1.5 Jahre) und auch du heute vermutlich bereits tot, wenn es der fiese Untermieter wäre.
Bei mir ging eine relativ starke Angststörung voraus, also bevor all diese Symptome auftraten. Das ging soweit, dass ich mich nicht mehr an öffentliche Plätze traute und meine Familie davon überzeugen wollte, das Land zu verlassen (ich weiss, das klingt ev, bei einem erwachsenen Mann etwas witzig, aber es war die Hölle und die Überzeugung 200%ig). Diese Angststörung wurde fast übergangslos von den körperlichen Symptomen abgelöst. Durch diese Angst von Krebs (ich sah mich bereits gefühlte 100 mal mit spätestens 40ig tot) wurde quasi die Angst vor Terroranschlägen übernommen. Ich denke heute zurück und frage mich, was da bloss los war. Heute geht es mir geistig eigentlich verglichen mit damals sehr gut.
Ich wünsche dir auf alle Fälle bei deinen Untersuchungen auf jedenfall alles gute, viel Gesundheit und unterschätze die Macht der Psyche nicht. Lass dich gut untersuchen und versuche mit den Ergebnissen umzugehen. Wenn du Fragen hast, darfst du dich gerne an mich wenden.
Gruss